Planprofi24 in Solingen
Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis für Immobilien in Solingen — digital beauftragt, mit Blick auf die lokalen Zuständigkeiten und Besonderheiten.
Solingen trägt seit 2012 offiziell den Beinamen „Klingenstadt“ – und das mit gutem Recht: Seit dem 14. Jahrhundert werden hier Messer, Scheren und andere Schneidwaren gefertigt, ursprünglich jedoch nicht in wenigen großen Fabriken, sondern verteilt auf bis zu 109 wasserbetriebene Schleifkotten, die sich mit ihren Wasserrädern entlang der zahlreichen Bäche der Stadt aneinanderreihten. Zwei davon, der Balkhauser Kotten und der Wipperkotten, sind bis heute als Schleifermuseen erhalten. Diese Dezentralisierung passt zur Topografie: Anders als das benachbarte Wuppertal liegt Solingen nicht in einem einzigen Tal, sondern auf fünf weitgehend parallel von Ost nach West verlaufenden Höhenrücken, getrennt von sechs tief eingeschnittenen, dicht bewaldeten Bachtälern, die zur Wupper oder zur Itter entwässern. Diese Rücken sind eng mit der Verwaltungsgeschichte der Stadt verknüpft: Bis zum 1. August 1929 waren Solingen, Gräfrath, Höhscheid, Ohligs (früher Merscheid) und Wald eigenständige Städte, die erst dann zur heutigen Großstadt zusammengeschlossen wurden – noch heute tragen mehrere der Höhenrücken und Stadtteile genau diese Namen. Besonders sichtbar ist dieses Erbe in Gräfrath, dessen komplett denkmalgeschützte Altstadt rund um die im Kern mittelalterliche Klosterkirche seit 1991 auch das Deutsche Klingenmuseum beherbergt. Wer in Solingen baut, saniert oder eine Immobilie vermisst, trifft entsprechend seltener auf ein einzelnes großes Werksgelände als auf kleinteilige, über mehrere historische Ortskerne und Bachtäler verstreute Bestandsbauten.
Zuständige Bauaufsichtsbehörde in Solingen
Zuständig für Bauanträge, Bauvoranfragen und Nutzungsänderungen im gesamten Solinger Stadtgebiet ist der Stadtdienst 63 – Bauaufsicht im Rathaus am Walter-Scheel-Platz 1. Solingen selbst ist kreisfrei, grenzt aber im Süden und Osten an den Rheinisch-Bergischen Kreis (u. a. Leichlingen, Wermelskirchen) und im Westen an den Kreis Mettmann (u. a. Haan, Hilden) – jenseits dieser Grenzen übernimmt jeweils die zuständige Kreisverwaltung die Rolle der unteren Bauaufsichtsbehörde, innerhalb Solingens bleibt es allein beim städtischen Stadtdienst. Persönliche Vorsprachen sind ausschließlich nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.
Intern ist die Bauaufsicht nicht nach den fünf historischen Stadtteilen gegliedert, sondern in einen Nord- und einen Südbezirk aufgeteilt, sodass die konkrete Zuständigkeit vom genauen Standort des Vorhabens abhängt. Digital angeschlossen ist der Stadtdienst erst seit Ende 2025 an das landesweite Bauportal.NRW; seither lassen sich Bauanträge, Bauvoranfragen und auch das vereinfachte Genehmigungsverfahren nach § 64 BauO NRW 2018 vollständig online einreichen.
Bauordnung und Besonderheiten in Solingen
Grundlage ist die Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (BauO NRW 2018), deren §§ 60 ff. je nach Vorhaben zwischen verfahrensfreien Bauten, dem vereinfachten Genehmigungsverfahren und dem umfassenden Baugenehmigungsverfahren unterscheiden. Zum 1. September 2026 tritt die von der Landesregierung als BauCode NRW bezeichnete dritte Novelle der Landesbauordnung in Kraft; sie vereinfacht vor allem Umbauten, Anbauten und die Umnutzung bestehender Gebäude und treibt die digitale Antragstellung weiter voran. Für die Klingenstadt ist das von besonderer Bedeutung, weil sie kaum ein einzelnes großes Werksgelände, dafür aber zahlreiche kleinteilige historische Gewerbebauten besitzt, die über Bachtäler und Stadtteile verstreut liegen und bei einer Umnutzung oft zusätzlich denkmalrechtlich zu prüfen sind.
Bauordnungsrechtlich zeigt sich diese Kottenlandschaft bis heute im laufenden Betrieb: Balkhauser Kotten und Wipperkotten, die letzten beiden von einst bis zu 109 wasserbetriebenen Schleifkotten der Stadt, stehen als Baudenkmäler unter Schutz und werden zugleich museal weitergenutzt – Denkmalschutz und Nutzungsänderung greifen hier seit Jahrzehnten ineinander. Ein neueres Beispiel liefert das Gelände der ehemaligen Schneidwarenfabrik Rasspe am Stöcken, das die Stadt 2015 erworben hat, um es zu einer Gewerbefläche weiterzuentwickeln: Die historischen, denkmalgeschützten Backsteingebäude direkt an der Straße bleiben dabei erhalten. Wer in Solingen ein ehemaliges Kotten-, Fabrik- oder Werkstattgebäude umbauen oder umnutzen möchte, sollte die Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde deshalb von Anfang an mitplanen.
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