Bauzeichnung in Solingen — ein koordinierter Plansatz nach der BauPrüfVO NRW für den Stadtdienst 63
Eine einzige Verordnung entscheidet in Nordrhein-Westfalen sowohl darüber, was auf einer Bauzeichnung stehen muss, als auch darüber, wann zusätzlich ein Prüfingenieur eingeschaltet wird: die BauPrüfVO NRW. Wer beim Stadtdienst 63 – Bauaufsicht einreicht, braucht deshalb praktisch nie ein einzelnes Blatt, sondern einen kompletten, aufeinander abgestimmten Plansatz aus Grundriss, Schnitt und Ansicht. In Solingen kommt hinzu, dass sich dieser Plansatz seit Ende 2025 bereits digital über das Bauportal.NRW einreichen lässt – noch bevor der BauCode NRW das zum 1. September 2026 landesweit zur Pflicht macht. Bei einem Vorhaben in der komplett denkmalgeschützten Altstadt Gräfrath oder an einem der erhaltenen Schleifkotten muss die Zeichnung darüber hinaus so detailliert sein, dass sie zusätzlich der Unteren Denkmalbehörde als Grundlage dient.
- Was die BauPrüfVO NRW für Ihre Bauzeichnung verlangt
- Ein koordinierter Plansatz statt einzelner Zeichnungen
- Was zu einem vollständigen Plansatz in Solingen gehört
- Bauzeichnungen in Solingen – Beispiele aus der Praxis
- So entsteht Ihr Plansatz für Solingen
- Was den Preis für eine Bauzeichnung in Solingen beeinflusst
Was die BauPrüfVO NRW für Ihre Bauzeichnung verlangt
Damit eine Bauzeichnung als vollständige Bauvorlage gilt, macht die BauPrüfVO NRW folgende Vorgaben:
- Grundriss, Schnitt und Ansicht sind im Regelfall im Maßstab 1:100 anzufertigen; ein größerer Maßstab wird nur nötig, wenn sich die geforderten Angaben sonst nicht eintragen lassen.
- Für die Darstellung der Umgebungsbebauung reicht wahlweise ein kleinerer Maßstab, eine Farbfotografie oder eine Fotomontage.
- Weil dieselbe Verordnung Bauzeichnung und bautechnische Prüfung zugleich regelt, entscheidet am Ende dieselbe Stelle beim Stadtdienst 63 über beides.
Für ein Vorhaben außerhalb geschützter Bereiche genügt der Plansatz, wenn er die formalen Vorgaben der BauPrüfVO NRW erfüllt. Anders liegt der Fall in der komplett denkmalgeschützten Altstadt Gräfrath oder an einem der letzten erhaltenen Schleifkotten wie Balkhauser Kotten oder Wipperkotten: Hier reicht die bauordnungsrechtliche Vollständigkeit allein nicht aus, weil zusätzlich die Untere Denkmalbehörde beurteilen muss, ob eine geplante Änderung mit dem geschützten Erscheinungsbild vereinbar ist. Für die Zeichnung bedeutet das einen höheren Detaillierungsgrad, als es die reine Bauvorlagenprüfung verlangt: Material, Farbgebung und die genaue Lage sichtbarer Bauteile müssen so erfasst sein, dass beide Prüfstränge – Bauordnung und Denkmalschutz – gleichzeitig bedient werden, statt nach einer ersten Rückmeldung der Denkmalbehörde nachgebessert zu werden. Wer diesen doppelten Prüfmaßstab erst nach der Einreichung entdeckt, verliert wertvolle Zeit gegenüber einer Planung, die beide Anforderungen von Beginn an zusammenführt.
Ein koordinierter Plansatz statt einzelner Zeichnungen
Ob Neubau oder Bestand entscheidet, wie der Plansatz entsteht:
Neubau: Plansatz aus einer Hand
Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen bei einem Neubau gemeinsam im selben Planungsschritt und passen von Beginn an zusammen.
Bestand und Umbau: Abgleich mit dem tatsächlichen Zustand
Bei Änderungen an einem bestehenden Gebäude müssen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheidbar dargestellt werden – bei älteren Solinger Häusern liefert dafür ein aktuelles Aufmaß meist die verlässlichere Grundlage als eine historische Bauaktenzeichnung.
Was zu einem vollständigen Plansatz in Solingen gehört
Für die Einreichung braucht es mehr als eine einzelne Zeichnung:
- Grundrisse aller Geschosse
Bemaßt im Maßstab 1:100, mit allen Pflichtangaben, die die BauPrüfVO NRW für Grundrisse vorsieht.
- Schnitte und Ansichten
Auf die Grundrisse abgestimmt und im selben Maßstab gehalten, mit einheitlicher Darstellung der Bauteile über alle Blätter des Plansatzes hinweg.
- Lageplan
Amtlicher Katasterausschnitt mit Darstellung des Vorhabens auf dem betroffenen Flurstück, erhältlich über die zuständige Vermessungsstelle.
- Stellungnahme der Unteren Denkmalbehörde
Für Vorhaben in Gräfrath oder an einem Schleifkotten idealerweise schon vor der Einreichung eingeholt, damit der Stadtdienst 63 den Vorgang ohne Verzögerung bearbeiten kann.
Bauzeichnungen in Solingen – Beispiele aus der Praxis
Neubau eines Mehrfamilienhauses auf einem Höhenrücken
Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen als abgestimmter Satz direkt aus der Planung, durchgängig im geforderten Maßstab.
Umbau eines Fachwerkhauses in Gräfrath
Die Zeichnung muss zusätzlich zeigen, dass Fassadenmaterial und Dachform dem historischen Erscheinungsbild entsprechen – geprüft von der Unteren Denkmalbehörde neben der bauordnungsrechtlichen Prüfung durch den Stadtdienst 63.
Dachgeschossausbau in einem Wohnhaus in Ohligs
Die neuen Zeichnungen müssen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheiden; Grundlage ist ein aktuelles Aufmaß des betroffenen Geschosses.
Erweiterung eines Gewerbebaus am Rasspe-Areal
Für die Weiterentwicklung der ehemaligen Schneidwarenfabrik zu einer Gewerbefläche entsteht der Plansatz unter Einbeziehung der erhaltenen, denkmalgeschützten Backsteingebäude an der Straße.
So entsteht Ihr Plansatz für Solingen
Vom Bestand bis zur einreichfertigen Zeichnung durchläuft der Plansatz mehrere aufeinander abgestimmte Schritte:
- Bestand klären
Vorhandene Bauakte aus Stadtarchiv oder Stadtdienst 63 oder ein aktuelles Aufmaß als Grundlage für Umbauten und Bestandsobjekte.
- Grundrisse erstellen
Bemaßt im Maßstab 1:100, mit allen Pflichtangaben der BauPrüfVO NRW.
- Schnitte und Ansichten abstimmen
Auf die Grundrisse bezogen, damit Maße und Bauteile durchgängig übereinstimmen.
- Denkmalrechtliche Angaben ergänzen
Bei Vorhaben in Gräfrath oder an einem Schleifkotten werden Fassadenmaterial und sichtbare Bauteile so detailliert dargestellt, wie es die Untere Denkmalbehörde für ihre Prüfung braucht.
- Plansatz über das Bauportal.NRW einreichen
Digital aufbereitet zusammen mit Lageplan und Baubeschreibung – möglich beim Stadtdienst 63 bereits seit Ende 2025.
Was den Preis für eine Bauzeichnung in Solingen beeinflusst
Ein pauschaler Preis lässt sich für einen Plansatz nicht seriös nennen. Diese Faktoren bestimmen den Aufwand:
- Neubau oder Bestand
Ein abgestimmter Plansatz aus einer laufenden Planung entsteht meist zügiger als die Anpassung an einen unklaren Bestand.
- Zustand der Bestandsunterlagen
Fehlt eine verwertbare Bauakte, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor die Zeichnungen entstehen können.
- Lage in Gräfrath oder an einem Baudenkmal
Zusätzliche Angaben zu Material, Farbe und Fassadendetails erhöhen den Abstimmungsaufwand gegenüber einer Bauzeichnung außerhalb geschützter Bereiche.
- Umfang des Vorhabens
Zahl der Geschosse und Komplexität der Bauteile bestimmen, wie viele Einzelzeichnungen der Plansatz umfasst.
- Gewünschte Bearbeitungsgeschwindigkeit
Wirkt sich auf die eigene Vorlaufzeit aus, nicht auf die Prüffristen des Stadtdienstes 63.
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