Planprofi24 in Mülheim an der Ruhr
Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis für Immobilien in Mülheim an der Ruhr — digital beauftragt, mit Blick auf die lokalen Zuständigkeiten und Besonderheiten.
Mülheim an der Ruhr ist eine kreisfreie Großstadt im westlichen Ruhrgebiet und grenzt unmittelbar an gleich drei bereits hier vorgestellte Nachbarstädte – Essen im Osten, Oberhausen im Norden und Duisburg im Westen. Eine eigene Industriegeschichte hat auch Mülheim: Im Stadtteil Styrum gründete August Thyssen 1871 mit Thyssen & Co. sein erstes Walzwerk, die Keimzelle des späteren Thyssen-Konzerns. Nach außen tritt die Stadt heute trotzdem unter einem anderen Label an als ihre Nachbarn: Unter dem Motto „Stadt am Fluss“ hat Mülheim mit dem seit 2003 laufenden Projekt Ruhrbania die Innenstadt über eine neue Ruhrpromenade und einen eigenen Stadthafen wieder direkt an die Ruhr angebunden, statt die eigene Geschichte vorrangig über Zechen und Stahlwerke zu erzählen. Sichtbarstes bauliches Erbe der Mülheimer Landesgartenschau von 1992 sind zwei denkmalgeschützte, außer Betrieb genommene Wassertürme, die im Zuge der Gartenschau zu Museen umgenutzt wurden – wodurch Bauantrag, Denkmalschutz und Nutzungsänderung in Mülheim besonders eng zusammenhängen.
Zuständige Bauaufsichtsbehörde in Mülheim an der Ruhr
Zuständig für Bauanträge, Bauvoranfragen und Nutzungsänderungen in Mülheim an der Ruhr ist das Amt für Bauaufsicht und Denkmalpflege (Amt 63) im Technischen Rathaus am Hans-Böckler-Platz 5. Weil Mülheim kreisfrei ist, deckt dieses eine städtische Amt als untere Bauaufsichtsbehörde das gesamte Stadtgebiet ab – ein zwischengeschalteter Landkreis, der für Randlagen gesondert zuständig wäre, existiert anders als bei kreisangehörigen Gemeinden nicht.
Intern ist das Amt nicht nach Stadtteilen oder Himmelsrichtungen aufgeteilt, sondern nach Aufgaben: Der Bereich 63-1 übernimmt die bautechnischen Prüfungen, 63-2 die Bauverwaltung und 63-3 den Denkmalschutz. Diese organisatorische Nähe von Bauaufsicht und Denkmalpflege unter einem gemeinsamen Amt macht sich gerade bei Bauvorhaben an geschützten Bestandsgebäuden bemerkbar, wie sie in Mülheim mit seinen umgenutzten Baudenkmälern keine Seltenheit sind.
Bauordnung und Besonderheiten in Mülheim an der Ruhr
Auch in Mülheim an der Ruhr gilt die Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (BauO NRW 2018) ohne eigene Mülheimer Sonderfassung. Stadtspezifisch wird es dort, wo ein Bauvorhaben auf Denkmalschutz trifft – und dafür liefert die Mülheimer Landesgartenschau von 1992 (MüGa) gleich zwei anschauliche Beispiele. Im Stadtteil Broich steht der 1904 für das Bahnbetriebswerk Mülheim-Speldorf errichtete Wasserturm, der seit 1991 unter Denkmalschutz steht; in seiner Kuppel wurde anlässlich der Gartenschau eine Camera Obscura eingebaut, die nach Angaben mehrerer touristischer und städtischer Quellen als größte begehbare Camera Obscura der Welt gilt, während die übrigen Ebenen des Turms seither das Museum zur Vorgeschichte des Films beherbergen.
Im Stadtteil Styrum ließ August Thyssen 1892/93 einen rund 50 Meter hohen Wasserturm zur Versorgung seines Röhren- und Walzwerks sowie der damaligen Gemeinde Styrum errichten. Der Turm wurde 1982 außer Betrieb genommen, 1989 unter Denkmalschutz gestellt und ebenfalls zur MüGa 1992 zu einem Museum umgebaut – heute das Aquarius-Wassermuseum. Wer in Mülheim ein denkmalgeschütztes Gebäude umnutzen will, findet damit gleich zwei stadteigene Präzedenzfälle für eine genehmigte Nutzungsänderung an einem eigentlich zweckgebundenen Baudenkmal.
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