Bemaßte Ansichten in Mülheim an der Ruhr — von der Altstadtfassade bis zum runden Wasserturm-Schaft

Eine bemaßte Ansicht zeigt eine Außenwand eines Gebäudes mit allen Maßen, Öffnungen und Materialgrenzen – anders als der Grundriss, der die Draufsicht liefert, und anders als die vollständige Bauzeichnung, die Lageplan, Grundriss, Schnitt und Ansicht zu einem kompletten Plansatz zusammenführt. In Mülheim an der Ruhr zeigt sich an keinem Gebäudetyp deutlicher, wie unterschiedlich eine Ansicht ausfallen kann, als an den beiden ehemaligen Wassertürmen in Broich und Styrum: Statt der geraden, giebel- oder traufständigen Fassaden gewöhnlicher Wohnhäuser zeigt eine Ansicht hier einen durchgehend gekrümmten, zylindrischen Schaft, der sich nach oben hin zu einem auskragenden Wasserbehälter erweitert – eine Geometrie, die mit den flachen Fassadenflächen eines Altstadthauses kaum etwas gemein hat.

Wann Sie in Mülheim bemaßte Ansichten brauchen

Bemaßte Ansichten werden in unterschiedlichen Zusammenhängen benötigt:

  • Als Bestandteil des vollständigen Plansatzes für einen Bauantrag bei Amt 63, in dem Ansichten aller Außenwände Pflichtbestandteil sind.
  • Bei Gebäuden im Geltungsbereich der Altstadt-Gestaltungssatzung, um eine geplante Fassadenänderung mit den dortigen Gestaltungsvorgaben abzugleichen.
  • Bei Vorhaben an denkmalgeschützten Gebäuden, damit 63-3 anhand der Ansicht die Vereinbarkeit mit dem Erhalt der historischen Fassade beurteilen kann.
Wenn die Fassade selbst rund ist

Die meisten Ansichten in Mülheim zeigen gerade Wandflächen mit rechteckigen Fensteröffnungen – auch bei denkmalgeschützten Altstadthäusern ändert sich daran grundsätzlich wenig, es kommen lediglich zusätzliche Gestaltungsvorgaben hinzu. Bei den beiden Wassertürmen liegt der Fall anders: Ihr durchgehend zylindrischer Schaft lässt sich nicht als flache Wandfläche mit einer einzigen Maßkette darstellen, sondern verlangt eine Zeichnung, die die Krümmung des Baukörpers selbst abbildet, ergänzt um die Übergänge zu den jeweils andersartig geformten Kopfbauten – beim Broicher Turm zum Klönne-Wasserbehälter, beim höheren Styrumer Turm zum dortigen industriellen Aufbau. Ein aktuelles Bauvorhaben an einem der beiden Türme steht nicht an; die Gebäude zeigen aber anschaulich, wie unterschiedlich eine Ansicht je nach Gebäudeform ausfallen kann.

Zwei sehr unterschiedliche Ansichts-Typen in Mülheim

Der Zeichenaufwand unterscheidet sich deutlich je nach Gebäudeform:

Gerade Fassade eines gewöhnlichen Wohngebäudes

Fenster, Türen und Materialgrenzen lassen sich anhand einer durchgehenden horizontalen und vertikalen Maßkette eindeutig verorten.

Gekrümmter oder ungewöhnlich geformter Baukörper

Bei einem zylindrischen Bauwerk wie einem Wasserturm braucht die Ansicht zusätzliche Bezugslinien, um die Krümmung des Schafts und den Übergang zu einem andersartig geformten Kopfbau nachvollziehbar darzustellen.

Was eine bemaßte Ansicht in Mülheim enthält

Unabhängig von der Gebäudeform gehört zu jeder Ansicht derselbe Kern:

  • Vollständige Außenwand mit Maßketten

    Horizontale und vertikale Maße für Wandlänge, Geschosshöhen und Öffnungen.

  • Fenster- und Türöffnungen

    Mit Breite, Höhe und Brüstungshöhe, soweit für den Verwendungszweck relevant.

  • Materialangaben

    Insbesondere bei denkmalgeschützten oder satzungsgebundenen Fassaden dokumentiert, um Bestand und Vorgaben abzugleichen.

Bemaßte Ansichten in Mülheim an der Ruhr – Beispiele aus der Praxis

Fassadensanierung an einem Altstadthaus

Die Ansicht dokumentiert bestehende Fensterformate und Materialien, damit die geplante Sanierung mit der Gestaltungssatzung abgeglichen werden kann.

Neubau eines Mehrfamilienhauses an der Ruhrbania-Promenade

Alle vier Außenwände werden als eigenständige, gerade Ansichten gezeichnet – ohne zusätzliche Gestaltungsvorgaben.

Anbau an ein Wohnhaus in Speldorf

Die Ansicht der betroffenen Wand zeigt sowohl den Bestand als auch den geplanten Anbau, damit sich der Übergang beider Bauteile beurteilen lässt.

Dokumentation eines gekrümmten Baukörpers am Beispiel der Wassertürme

Ohne aktuellen Anlass, aber als anschauliches Beispiel: Eine Ansicht des zylindrischen Turmschafts müsste die durchgehende Krümmung statt einer geraden Wandfläche abbilden.

So entstehen Ihre bemaßten Ansichten für Mülheim an der Ruhr

Von der Bestandsaufnahme bis zur fertigen Zeichnung:

  1. Verwendungszweck klären

    Bauantrag, Gestaltungssatzung-Abgleich oder Denkmalschutz-Prüfung bestimmen den nötigen Detailgrad.

  2. Bestand aufnehmen

    Aus vorhandenen Plänen oder per Aufmaß vor Ort, insbesondere bei ungewöhnlicher Fassadengeometrie.

  3. Ansicht zeichnen

    Mit vollständigen Maßketten für Wandflächen, Öffnungen und, soweit relevant, Materialgrenzen.

  4. Abgleich mit Satzung oder Denkmalschutz, falls erforderlich

    Bei Gebäuden in der Altstadt oder mit Denkmalschutz-Status wird die Ansicht zusätzlich gegen die jeweiligen Vorgaben geprüft.

  5. Übergabe der fertigen Zeichnung

    Als eigenständige Datei oder als Teil des vollständigen Plansatzes für Amt 63.

Was den Preis für bemaßte Ansichten in Mülheim beeinflusst

Diese Punkte spielen eine Rolle:

  • Zahl der zu zeichnenden Außenwände

    Jede zusätzliche Ansicht bedeutet eine weitere eigenständige Zeichnung.

  • Geometrie der Fassade

    Eine gerade Wandfläche lässt sich schneller erfassen als ein gekrümmter oder ungewöhnlich gegliederter Baukörper.

  • Gestaltungssatzung oder Denkmalschutz

    Zusätzliche Dokumentation von Materialien und historischen Details erhöht den Aufwand gegenüber einem gewöhnlichen Neubau.

  • Verfügbarkeit vorhandener Pläne

    Ein aktueller Bestandsplan verkürzt die Erstellung gegenüber einer vollständigen Neuaufnahme deutlich.

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