Aufteilungspläne in Mülheim an der Ruhr — bemaßt, nummeriert und notfalls ohne Bauakte rekonstruiert

Ein Aufteilungsplan folgt in Mülheim an der Ruhr denselben Anforderungen nach § 7 WEG wie überall in Deutschland. Was seine Erstellung hier im Einzelfall erschwert, ist nicht die Vorschrift, sondern die Quellenlage: In der Nacht zum 23. Juni 1943 traf Mülheim der schwerste alliierte Luftangriff des Zweiten Weltkriegs auf die Stadt, bei dem nach Angaben des städtischen Stadtarchivs knapp 64 Prozent der Gebäude in der Innenstadt zerstört wurden und mehr als 500 Menschen starben. Insgesamt zählte die Stadt während des gesamten Kriegs rund 160 alliierte Luftangriffe. Das städtische Stadtarchiv weist selbst darauf hin, dass Lücken in seinen Beständen zu einem erheblichen Teil auf Kriegseinwirkungen der 1940er-Jahre zurückgehen. Für einen Aufteilungsplan bedeutet das: Wo die Bauakte lückenhaft ist, tritt an ihre Stelle eine Vor-Ort-Vermessung des tatsächlichen Bestands.

Wann Sie in Mülheim einen Aufteilungsplan brauchen

Der Aufteilungsplan selbst ist keine genehmigungspflichtige Leistung, sondern die Grundlage für zwei andere Verfahren:

  • Für die Abgeschlossenheitsbescheinigung von Amt 63, ohne die keine Eintragung in das Wohnungsgrundbuch möglich ist.
  • Für die notarielle Teilungserklärung, die in Nordrhein-Westfalen ohne zusätzliche Umwandlungsgenehmigung auskommt.
  • Bei Neubauten entsteht der Plan meist direkt aus der Genehmigungsplanung und lässt sich ohne Archivrecherche erstellen.
Wenn die Bauakte kriegsbedingt lückenhaft ist

Für viele ältere Gebäude in der Mülheimer Innenstadt liegt der Grund für eine unvollständige Bauakte konkret in der Nacht zum 23. Juni 1943: Beim schwersten alliierten Luftangriff des Zweiten Weltkriegs auf die Stadt wurde ein Großteil der Innenstadtbebauung zerstört, was nach eigener Einschätzung des Stadtarchivs bis heute Lücken in dessen historischen Beständen erklärt. Für Gebäude außerhalb der am stärksten betroffenen Innenstadtlagen, etwa in Broich, Speldorf oder Styrum, ist die Aktenlage oft vollständiger. Ist die Bauakte für ein konkretes Gebäude dennoch nicht verwertbar, tritt an ihre Stelle eine Vor-Ort-Vermessung, die den heutigen Bestand unabhängig vom Archiv dokumentiert.

Woher Ihr Mülheimer Aufteilungsplan stammt

Je nach Zustand der vorhandenen Unterlagen kommt einer von zwei Wegen infrage:

Aus der Bauakte bei Amt 63

Ist die Akte vollständig und bildet sie den heutigen Zustand noch korrekt ab, lässt sich der Aufteilungsplan direkt daraus ableiten – ergänzt um die für die WEG-Aufteilung nötige durchgehende Nummerierung der Einheiten.

Per Vor-Ort-Vermessung

Ist keine verwertbare Akte auffindbar, etwa weil sie den Kriegsjahren zum Opfer gefallen ist, oder weicht der heutige Bestand erkennbar vom Aktenstand ab, wird das Gebäude direkt aufgenommen.

Welche Unterlagen für Ihren Mülheimer Aufteilungsplan hilfreich sind

Abhängig vom Weg zum Ziel:

  • Bauakte mit Eigentumsnachweis

    Für die Akteneinsicht bei Amt 63 wird üblicherweise ein aktueller Eigentumsnachweis benötigt.

  • Vorhandene Grundrisse oder Schnitte

    Bereits bemaßte Pläne aus einem früheren Aufmaß verkürzen die Erstellung erheblich, auch ohne die für den Aufteilungsplan nötige Nummerierung.

  • Angaben zur gewünschten Aufteilung

    Welche Räume zu welcher künftigen Einheit gehören sollen, muss vor der Nummerierung feststehen, insbesondere bei Kellerräumen und Stellplätzen.

Aufteilungspläne in Mülheim an der Ruhr – Beispiele aus der Praxis

Innenstadtgebäude aus der unmittelbaren Nachkriegszeit

Für ein in den 1950er-Jahren wiederaufgebautes Haus ist die ursprüngliche Vorkriegsakte nicht mehr auffindbar. Der Aufteilungsplan entsteht komplett neu per Vor-Ort-Vermessung des heutigen Zustands.

Reihenhaus in Broich mit vollständiger, aktueller Akte

Die Bauakte bei Amt 63 ist vollständig und bildet den heutigen Zustand korrekt ab. Der Aufteilungsplan lässt sich direkt daraus ableiten, ergänzt um die durchgehende Nummerierung der Einheiten.

Werkswohnhaus in Styrum mit späteren Umbauten

Die vorhandene Akte zeigt den Zustand bei Errichtung, nicht aber spätere Anbauten. Ein Aufmaß ergänzt die fehlenden Teile, bevor der Aufteilungsplan fertiggestellt wird.

Neubau an der Ruhrbania-Promenade

Die Genehmigungsplanung liegt digital vor und dient unmittelbar als Grundlage – eine Archivrecherche entfällt hier vollständig.

So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Mülheim an der Ruhr

Der fachliche Ablauf ist bundesweit derselbe. In Mülheim liegt das Gewicht auf dem ersten Schritt – der Prüfung, ob überhaupt eine verwertbare Quelle existiert:

  1. Bauakte bei Amt 63 prüfen

    Wir klären, ob eine vollständige, aktuelle Akte vorliegt oder ob kriegsbedingte oder spätere Lücken bestehen.

  2. Datengrundlage festlegen

    Reicht die Akte nicht aus, planen wir eine Vor-Ort-Vermessung als Ersatz oder Ergänzung.

  3. Einheiten festlegen und nummerieren

    Jede Einheit erhält eine durchgehende Nummer über alle Geschosse hinweg, einschließlich zugehöriger Keller- und Stellplatzflächen.

  4. Sonder- und Gemeinschaftseigentum abgrenzen

    Treppenhaus, Dach und tragende Bauteile werden eindeutig als Gemeinschaftseigentum gekennzeichnet.

  5. Plan für Amt 63 und Notar übergeben

    Der fertige Aufteilungsplan geht als Grundlage an die Abgeschlossenheitsbescheinigung und die notarielle Teilungserklärung.

Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Mülheim beeinflusst

Diese Punkte bestimmen den Umfang:

  • Vollständigkeit der Bauakte

    Eine vollständige, aktuelle Akte bei Amt 63 spart gegenüber einer vollständigen Neuvermessung erheblich Zeit.

  • Baualter und Lage des Gebäudes

    Bei Gebäuden in stark kriegszerstörten Innenstadtlagen ist mit einer lückenhafteren Aktenlage zu rechnen als bei Häusern in weniger betroffenen Stadtteilen.

  • Zahl der aufzuteilenden Einheiten

    Mehr Einheiten bedeuten mehr Nummerierungs- und Abgrenzungsaufwand im fertigen Plan.

  • Zugänglichkeit des Bestands

    Nicht zugängliche Kellerräume oder Nebenflächen können bei einer notwendigen Vor-Ort-Vermessung einen zweiten Termin erforderlich machen.

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