Aufmaß & Vermessung in Mülheim an der Ruhr — vom Werkswohnhaus bis zum Neubau am Fluss

Wer in Mülheim an der Ruhr ein belastbares Aufmaß braucht, hat es mit einem kompakten, aber vielschichtigen Baubestand zu tun: Gründerzeithäuser in der Innenstadt, einfache Werkswohnbebauung aus der Zeit der frühen Thyssen-Betriebe in Styrum, unterschiedlich alte Reihenhäuser in Broich und Speldorf sowie neu errichtete Eigentumswohnungen entlang der seit 2003 wachsenden Ruhrbania-Bebauung stehen alle im selben, vergleichsweise kompakten Stadtgebiet nebeneinander. Weil Mülheim kreisfrei ist, gibt es für Bestandspläne nur eine einzige städtische Anlaufstelle, das Amt für Bauaufsicht und Denkmalpflege – ein klarer Vorteil gegenüber Situationen, in denen Bauakten zwischen mehreren Behörden verteilt liegen. Ob diese Akte für ein konkretes Objekt tatsächlich noch verwertbar ist, entscheidet trotzdem erst der Abgleich mit dem realen Bestand vor Ort.

Wann ein Aufmaß in Mülheim erforderlich wird

Ein Bauaufmaß ist an keine Vorschrift geknüpft; niemand ist verpflichtet, eines beauftragen zu lassen. Nötig wird es dort, wo eine Fläche oder Geometrie nachgewiesen werden muss und vorhandene Unterlagen dafür nicht ausreichen:

  • Bestandspläne bei Amt 63 fehlen ganz oder zeigen einen Stand, den spätere Umbauten überholt haben – bei älteren Werkswohnhäusern in Styrum oder Gründerzeitgebäuden keine Seltenheit.
  • Ein Bauantrag, eine Nutzungsänderung oder ein Umbau steht an und braucht einen maßhaltigen Bestand als Ausgangspunkt der weiteren Planung.
  • Eine Bank oder ein Gutachter verlangt eine Flächenangabe mit nachvollziehbarem Rechenweg, etwa vor der Finanzierung einer Eigentumswohnung an der Ruhrbania-Promenade.
  • Wohnungseigentum wird begründet oder geändert und der Aufteilungsplan muss die Einheiten eindeutig und bemaßt voneinander abgrenzen.
Warum die Bauakte allein selten reicht

Auch wenn Mülheims Bauakten dank der kreisfreien Struktur an einer einzigen Stelle liegen, ersetzt das keine Prüfung des tatsächlichen Bestands. Ältere Werkswohnhäuser wurden über Generationen individuell verändert, Dachgeschosse teils erst Jahrzehnte nach der Errichtung ausgebaut, und für einzelne Gebäudeteile finden sich in der Bauakte mitunter nur ältere, längst überholte Planstände. Ein Aufmaß vor Ort hält deshalb fest, was tatsächlich vorhanden ist – unabhängig davon, was die Akte für den Zeitpunkt der letzten Genehmigung ausweist.

Die Aufmaßverfahren im Detail

Welches Verfahren sinnvoll ist, hängt von der Geometrie des Gebäudes und dem Zweck der späteren Unterlagen ab:

Handaufmaß mit Laserdistanzmessgerät

Der Regelweg für gewöhnliche Wohnungen und Reihenhäuser. Gemessen wird raumweise, mit Diagonalen zur Kontrolle der Rechtwinkligkeit, direkt in die Aufmaß-Software, um Übertragungsfehler zu vermeiden.

Zusammenführung mehrerer Gebäudeteile

Bei Häusern mit Anbauten oder unterschiedlichen Bauabschnitten, wie sie in gewachsenen Wohnvierteln vorkommen, bringt ein gemeinsamer Maßbezug alle Teile in ein einheitliches System, damit Geschosse und Anschlüsse in der Zeichnung zueinander passen.

3D-Laserscanning für unregelmäßige Bausubstanz

Für verformte, schiefwinklige oder stark gegliederte Gebäude liefert ein Laserscan eine vollständige Punktwolke, aus der sich Grundrisse, Schnitte und ein Bestandsmodell gleichermaßen ableiten lassen.

Auswertung vorhandener Pläne mit Stichprobenkontrolle

Die Wohnflächenverordnung lässt die Ermittlung aus einer Bauzeichnung zu, solange gebaut wurde wie gezeichnet. Vorhandene Pläne aus der Akte von Amt 63 werden deshalb stichprobenartig vor Ort geprüft, bevor sie als Grundlage dienen.

Diese Unterlagen entstehen aus dem Aufmaß

Das Aufmaß selbst ist nur der Messvorgang. Verwendbar wird es erst durch das, was daraus abgeleitet wird:

  • Bemaßte Grundrisse aller Geschosse

    Vom Keller bis zum Dachgeschoss, mit durchgehenden Maßketten statt einer bloßen Maßstabsangabe.

  • Schnitte und Ansichten

    Zeigen Geschosshöhen, Dachneigung und den Verlauf von Dachschrägen über dem Raum, wie sie in Mülheims älterem Baubestand häufig vorkommen.

  • Wohnflächenberechnung nach Wohnflächenverordnung

    Ausgewiesen wird jeder Raum einzeln, mit Maß und Anrechnungsfaktor, gemessen am fertigen Zustand.

  • Aufmaßskizze und Fotodokumentation

    Machen nachvollziehbar, wo gemessen wurde, und ersparen bei späteren Rückfragen einen zweiten Termin vor Ort.

Aufmaße in Mülheim an der Ruhr – Beispiele aus der Praxis

Werkswohnhaus in Styrum ohne aktuellen Plan

Die bei Amt 63 vorliegende Unterlage zeigt einen deutlich älteren Zustand als das heutige Gebäude. Das Aufmaß hält den tatsächlichen Bestand fest, einschließlich später hinzugekommener Anbauten.

Neubauwohnung an der Ruhrbania-Promenade für die Finanzierung

Die Bank verlangt eine nachvollziehbare Flächenberechnung. Da die Genehmigungsplanung digital vorliegt, lässt sich das Aufmaß hier häufig auf eine Kontrollmessung beschränken.

Dachgeschossausbau in einem Gründerzeithaus der Innenstadt

Die lichte Höhe unter der Dachschräge entscheidet über die Anrechnung als Wohnfläche. Gemessen wird am fertigen Boden bis zur fertigen Deckenbekleidung, die Ein- und Zwei-Meter-Linien werden im Grundriss eingezeichnet.

Reihenhauszeile in Broich vor einer Aufteilung in Wohnungseigentum

Alle Einheiten müssen zeichnerisch und maßlich eindeutig voneinander abgegrenzt werden, einschließlich Kellerräumen – das Aufmaß liefert dafür die durchgängige Zeichnungsgrundlage.

So läuft Ihr Aufmaß in Mülheim an der Ruhr ab

Der Ablauf folgt überall demselben Muster. Was ihn in Mülheim beschleunigt, ist die klare Zuständigkeit für Bestandsunterlagen:

  1. Zweck und Erfassungstiefe festlegen

    Ein Bankennachweis, eine Bauvorlage oder ein Aufteilungsplan verlangen unterschiedliche Detailtiefe – davon hängt das gewählte Messverfahren ab.

  2. Bestandsunterlagen bei Amt 63 anfragen

    Als einzige zuständige Stelle für das gesamte kreisfreie Stadtgebiet lässt sich hier meist schnell klären, ob eine verwertbare Bauakte existiert.

  3. Termin abstimmen

    Alle relevanten Räume, einschließlich Keller, Dachboden und Nebenräume, müssen am Termin zugänglich sein.

  4. Erfassung vor Ort

    Gemessen wird raumweise mit Diagonalkontrolle, dazu Höhen, Nischen und Öffnungen, begleitet von Fotos und einer Skizze.

  5. Auswertung und Übergabe

    Aus den Messdaten entstehen Zeichnungen und Flächenberechnung mit ausgewiesenem Rechenweg.

Was den Preis für ein Aufmaß in Mülheim beeinflusst

Diese Punkte bestimmen den Umfang eines Aufmaßes:

  • Zahl und Zuschnitt der Räume

    Verwinkelte Grundrisse mit Nischen und Erkern brauchen mehr Messzeit als klar geschnittene Zimmer.

  • Verfügbarkeit einer verwertbaren Bauakte

    Ein aktueller Plan von Amt 63 verkürzt die Erfassung gegenüber einer vollständigen Neuvermessung erheblich.

  • Gewähltes Erfassungsverfahren

    Handaufmaß, Zusammenführung mehrerer Gebäudeteile und Laserscanning unterscheiden sich in Geräteeinsatz und Auswertungsaufwand.

  • Umfang der abgeleiteten Unterlagen

    Nur bemaßte Grundrisse oder zusätzlich Schnitte, Ansichten und Kubatur – der Auswertungsteil wächst mit dem gewünschten Ergebnis.

Alle Leistungen in Mülheim an der Ruhr

Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis — Übersicht für Mülheim an der Ruhr ansehen →

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