Bemaßte Schnitte in Mülheim an der Ruhr — vom Dachgeschoss bis zur Turmkuppel

Ein Schnitt zeigt, was Grundriss und Ansicht offenlassen: den vertikalen Aufbau eines Gebäudes. Im Mülheimer Altbaubestand – von Gründerzeithäusern der Innenstadt bis zu Werkswohnhäusern in Styrum – beantwortet der Schnitt vor allem eine wiederkehrende Frage: Wie viel Raum bleibt unter der Dachschräge, und ab welcher Höhe zählt er als Wohnfläche oder sogar als eigenes Vollgeschoss? Ein völlig anderes Bild ergibt sich, blickt man auf die beiden ehemaligen Wassertürme in Broich und Styrum: Statt eines flachen Geschossstapels zeigt ein Schnitt durch einen dieser Türme eine schmale, senkrechte Abfolge von Ebenen innerhalb eines zylindrischen Schafts, die sich erst im oberen Bereich zu einem weiteren Wasserbehälter beziehungsweise, im Fall des Broicher Turms, zur kuppelförmigen Camera Obscura öffnet.

Wann Sie in Mülheim einen bemaßten Schnitt brauchen

Ein Schnitt ist Pflichtbestandteil in mehreren Zusammenhängen:

  • Als Bestandteil des vollständigen Plansatzes für den Bauantrag bei Amt 63, in dem mindestens ein Schnitt vorgeschrieben ist.
  • Für die Frage, ob ein ausgebautes Dachgeschoss als Vollgeschoss zählt – maßgeblich für die zulässige Geschosszahl nach Bebauungsplan.
  • Für die Wohnflächenberechnung, wenn Dachschrägen die anzurechnende Fläche eines Raumes begrenzen.
Wenn der Schnitt keinem gewöhnlichen Geschossstapel folgt

In einem gewöhnlichen Wohnhaus liegen die Geschosse gleichmäßig übereinander, mit vergleichbaren Raumhöhen von Ebene zu Ebene. Ein Schnitt durch einen der beiden Mülheimer Wassertürme zeigt ein anderes Bild: Der schmale, zylindrische Schaft nimmt den größten Teil der Höhe ein, während sich Nutzung und Geometrie erst im oberen Bereich verändern – beim Broicher Turm zur kuppelförmigen Camera Obscura, beim höheren Styrumer Turm zum dortigen wuchtigeren Kopfbau. Ein aktuelles Bauvorhaben an einem der beiden Türme steht nicht an, da beide seit der Landesgartenschau 1992 unverändert museal genutzt werden. Als Beispiel zeigen sie aber, wie stark sich die im Schnitt erfasste Geschossfolge von der eines gewöhnlichen Wohngebäudes unterscheiden kann, wenn ein Bauwerk ursprünglich für einen technischen Zweck errichtet wurde.

Zwei Fragestellungen für den Schnitt in Mülheim

Je nach Gebäudetyp beantwortet der Schnitt eine andere Frage:

Dachgeschossausbau in einem gewöhnlichen Wohnhaus

Kniestockhöhe und Dachneigung entscheiden, ob und in welchem Umfang ein ausgebautes Dachgeschoss als Vollgeschoss oder als anzurechnende Wohnfläche zählt.

Ungewöhnlicher vertikaler Aufbau wie bei einem Turmbauwerk

Hier geht es weniger um eine Mindesthöhe als darum, wie viele Ebenen sich in einen schmalen, hohen Baukörper einziehen lassen und wo sich die Geometrie zu einem weiteren Bauteil öffnet.

Was ein bemaßter Schnitt in Mülheim enthält

Unabhängig vom Gebäudetyp gehört zu jedem Schnitt derselbe Kern:

  • Geschosshöhen

    Vom Fußboden bis zur Decke jedes Geschosses, durchgehend bemaßt.

  • Dachneigung und Kniestockhöhe

    Bei geneigten Dächern entscheidend für die Anrechnung als Vollgeschoss oder Wohnfläche.

  • Ein- und Zwei-Meter-Linien

    Werden bei Dachschrägen eingezeichnet, um die anrechenbare Fläche nach Wohnflächenverordnung nachvollziehbar zu machen.

Bemaßte Schnitte in Mülheim an der Ruhr – Beispiele aus der Praxis

Dachgeschossausbau in einem Gründerzeithaus der Innenstadt

Der Schnitt zeigt, ob die Kniestockhöhe für ein zusätzliches Vollgeschoss ausreicht, und wo die Ein- und Zwei-Meter-Linien für die Wohnflächenberechnung verlaufen.

Neubau eines Mehrfamilienhauses an der Ruhrbania-Promenade

Mit gleichmäßigen Geschosshöhen ohne Dachschrägen bleibt der Schnitt hier vergleichsweise einfach aufgebaut.

Werkswohnhaus in Styrum mit nachträglich ausgebautem Spitzboden

Der Schnitt zeigt, dass die Raumhöhe im Spitzboden nur auf einem Teil der Fläche zwei Meter erreicht – entscheidend für die anzurechnende Wohnfläche.

Vertikaler Aufbau eines Turmbauwerks am Beispiel der Wassertürme

Ohne aktuellen Anlass, aber illustrativ: Ein Schnitt durch einen der Türme würde einen schmalen Schaft zeigen, der sich erst im oberen Bereich zu einem andersartig geformten Kopfbau öffnet.

So entstehen Ihre bemaßten Schnitte für Mülheim an der Ruhr

Von der Bestandsaufnahme bis zur fertigen Zeichnung:

  1. Relevante Schnittebene festlegen

    Bei einem Dachgeschossausbau meist durch den First, bei komplexeren Gebäuden gegebenenfalls mehrere Schnitte.

  2. Höhen erfassen

    Geschosshöhen, Kniestock und Dachneigung werden aus vorhandenen Plänen übernommen oder vor Ort gemessen.

  3. Schnitt zeichnen

    Mit durchgehenden Maßketten für alle relevanten Höhen und, bei Dachschrägen, den Ein- und Zwei-Meter-Linien.

  4. Abgleich mit Vollgeschoss-Frage, falls relevant

    Bei einem geplanten Dachgeschossausbau wird geprüft, ob die zulässige Geschosszahl nach Bebauungsplan eingehalten bleibt.

  5. Übergabe der fertigen Zeichnung

    Als eigenständige Datei oder als Teil des vollständigen Plansatzes für Amt 63.

Was den Preis für bemaßte Schnitte in Mülheim beeinflusst

Diese Punkte spielen eine Rolle:

  • Zahl der benötigten Schnittebenen

    Ein einfaches Gebäude kommt oft mit einem Schnitt aus, ein komplexerer Baukörper verlangt mehrere.

  • Vorhandensein von Dachschrägen

    Erhöht den Aufwand gegenüber einem Flachdach oder einem Geschoss ohne Schrägen.

  • Verfügbarkeit vorhandener Pläne

    Ein aktueller Bestandsplan verkürzt die Erstellung gegenüber einer vollständigen Neuaufnahme.

  • Ungewöhnliche Gebäudegeometrie

    Ein stark abweichender vertikaler Aufbau, wie er bei Turmbauwerken vorkommt, verlangt zusätzliche Sorgfalt beim Zeichnen.

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