Planprofi24 in Herne

Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis für Immobilien in Herne — digital beauftragt, mit Blick auf die lokalen Zuständigkeiten und Besonderheiten.

Herne ist eine vergleichsweise junge Stadt: In ihren heutigen Grenzen entstand sie erst zum 1. Januar 1975, als sich das bisherige Herne mit der von 1926 bis dahin eigenständigen, ebenfalls kreisfreien Stadt Wanne-Eickel zusammenschloss. Nach Angaben der Stadtgeschichte übernahm die neue Stadt Wappen und Stadtfarben Gold-Schwarz-Gold in leicht abgewandelter Form von der kleineren Partnerstadt Wanne-Eickel. Bis heute lebt diese Doppelstadt-Geschichte in der Stadtstruktur fort: Herne-Mitte und Wanne-Mitte bilden zwei eigenständige historische Zentren mit jeweils eigenem Einzelhandel und eigener Gastronomie, für die der Rat der Stadt 2016 und 2018 zwei getrennte Gestaltungssatzungen beschlossen hat, statt sich – wie die meisten Städte vergleichbarer Größe – auf eine einzige Innenstadt zu konzentrieren. Mit rund 155.800 Einwohnerinnen und Einwohnern zum 31. Dezember 2024 zählt Herne zu den 22 kreisfreien Städten Nordrhein-Westfalens. Für Bauantrag, Aufmaß und Wohnflächenberechnung heißt das in der Praxis: Baualter, Bebauungsplansituation und Gestaltungsvorgaben eines Objekts können sich zwischen Herne-Mitte und Wanne oder Eickel spürbar unterscheiden.

Zuständige Bauaufsichtsbehörde in Herne

Für Bauanträge, Bauvoranfragen und Nutzungsänderungen in Herne ist der Fachbereich 54 – Bauordnung, genauer dessen Abteilung Baugenehmigung und Bauaufsicht, im Technischen Rathaus an der Langekampstraße 36 zuständig. Weil Herne kreisfrei ist, deckt dieser eine Fachbereich als untere Bauaufsichtsbehörde das gesamte Stadtgebiet ab – einschließlich der 1975 hinzugekommenen, vorher eigenständigen Stadtteile Wanne und Eickel; ein nach früherer Stadtgrenze getrenntes Bauamt gibt es trotz der Doppelstadt-Geschichte nicht.

Vor der eigentlichen Antragstellung bietet der Fachbereich eine persönliche Bauberatung an, die nach telefonischer Terminvereinbarung dienstags im Technischen Rathaus stattfindet. Sie richtet sich unter anderem an Bauherrinnen und Bauherren, die vorab klären möchten, ob ihr Vorhaben verfahrensfrei ist oder ein vereinfachtes beziehungsweise reguläres Genehmigungsverfahren durchlaufen muss – bei den unterschiedlich alten Bestandsgebäuden in Herne-Mitte, Wanne und Eickel keine triviale Einordnung.

Bauordnung und Besonderheiten in Herne

Bislang gilt die Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (BauO NRW 2018) als Rechtsgrundlage für Bauvorhaben in Herne. Ab dem 1. September 2026 tritt an ihre Stelle der sogenannte BauCode NRW, mit dem der Landtag am 15. Juli 2026 die dritte Novelle der Landesbauordnung seit 2018 beschlossen hat. Kernanliegen der Reform sind ein leichterer Umbau, Anbau und eine leichtere Umnutzung bestehender Gebäude sowie eine weiter digitalisierte Antragstellung – für Herne mit seinen zwei historisch gewachsenen Zentren und dem entsprechend großen Altbaubestand keine Nebensache.

Wie unterschiedlich Nutzungsänderung und Denkmalschutz in Herne zusammenkommen können, zeigen zwei Gebäude aus völlig unterschiedlichen Epochen. Die Flottmann-Werke, die 1904 mit dem von Heinrich Flottmann patentierten, erstmals von einer einzigen Person bedienbaren Bohrhammer eine bahnbrechende Erfindung hervorbrachten, ließen sich 1908 an der heute nach dieser Erfindung benannten Straße des Bohrhammers neue Produktionshallen errichten – entworfen in jugendstilnaher Reformarchitektur von den Dortmunder Architekten Georg Schmidtmann und Julius Klemp. Nach der Werksschließung 1983 wurden die meisten Gebäude abgerissen; erhalten blieben nur Ausstellungs- und Versandhalle, Schmiede und Schlosserei. 1986 wurden sie unter Denkmalschutz gestellt und im selben Jahr als Flottmann-Hallen zum städtischen Kulturzentrum umgenutzt. Mehr als 600 Jahre älter und ebenfalls denkmalgeschützt ist das zweite Beispiel: Das erstmals 1243 urkundlich erwähnte Wasserschloss Strünkede im Stadtteil Baukau wurde von 1591 bis 1664 zur barocken Schlossanlage ausgebaut, ging 1944 in den Besitz der Stadt Herne über und beherbergt seit 1948 das Emschertal-Museum.

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