Bauzeichnung in Herne — nach der BauPrüfVO NRW erstellt und maßstabsgerecht
Wer für Herne eine Bauzeichnung braucht, benötigt selten ein einzelnes Blatt. Gefragt ist ein vollständiger, in sich stimmiger Plansatz aus Grundriss, Schnitt und Ansicht, den der Fachbereich 54 als Ganzes gegeneinander prüft. Die formalen Anforderungen an Inhalt und Maßstab legt in Nordrhein-Westfalen § 4 der Verordnung über bautechnische Prüfungen (BauPrüfVO NRW) fest – landesweit einheitlich, unabhängig davon, ob das Gebäude in Herne-Mitte, Wanne, Eickel oder einem anderen Stadtteil liegt. Erst mit dem BauCode NRW zum 1. September 2026 wird die digitale Einreichung dieser Zeichnungen zum verbindlichen Regelweg; an den inhaltlichen Anforderungen der BauPrüfVO NRW selbst ändert das nichts.
Was die BauPrüfVO NRW für Ihre Bauzeichnung verlangt
§ 4 BauPrüfVO NRW legt fest, welche Angaben eine Bauzeichnung enthalten muss, damit sie als vollständige Bauvorlage beim Fachbereich 54 gilt:
- Maßstab: mindestens 1:100 für Grundrisse, Schnitte und Ansichten.
- Kennzeichnung: Maßstab und sämtliche Maße müssen auf jeder Zeichnung angegeben sein, einschließlich der Maße von Fenster- und Türöffnungen.
- Brandschutzangaben: Brandverhalten der Baustoffe und Feuerwiderstandsdauer der Bauteile, soweit brandschutzrechtliche Anforderungen an das Vorhaben bestehen.
- Bauvorlageberechtigung: aus der Zeichnung muss hervorgehen, wer sie im Sinne der Bauvorlageberechtigung verantwortet.
- Einheitliche Darstellung: Grundriss, Schnitt und Ansicht eines Vorhabens müssen in Bemaßung und Bauteildarstellung widerspruchsfrei zueinander passen, damit der Fachbereich 54 sie als zusammenhängenden Plansatz prüfen kann.
Die BauPrüfVO NRW gilt landesweit identisch und macht keinen Unterschied zwischen einem Vorhaben in Herne-Mitte und einem in Eickel. Für Herne kommt in den beiden Gestaltungssatzungsgebieten Herne-Mitte und Wanne-Mitte jedoch eine zusätzliche inhaltliche Anforderung hinzu: Die Zeichnung muss so weit gehen, dass sich Fassadenmaterial, Farbgebung und sichtbare Bauteile gegen die dort seit 2016 beziehungsweise 2018 geltenden Gestaltungsvorgaben prüfen lassen – über die bauordnungsrechtlichen Mindestangaben der BauPrüfVO NRW hinaus.
Ein koordinierter Plansatz statt einzelner Zeichnungen
Ob Neubau oder Bestand entscheidet, wie der Plansatz entsteht:
Neubau: vollständiger Plansatz von Grund auf
Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen gemeinsam aus einer Planung und sind von vornherein aufeinander abgestimmt – etwa für die einzelnen Baufelder des geplanten EschparkQuartiers, wo die drei beteiligten Investoren jeweils eigene, aber auf denselben Rahmenplan abgestimmte Plansätze einreichen.
Bestand und Umbau: Abgleich mit vorhandenen Unterlagen
Bei Änderungen an bestehenden Gebäuden müssen die neuen Zeichnungen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheiden – das setzt eine verlässliche Bestandsgrundlage voraus, wie sie ein aktuelles Aufmaß liefert. Bei Gebäuden aus der Zeit vor der Städtefusion 1975 reicht die beim Fachbereich 54 geführte laufende Bauakte dafür nicht immer aus; ergänzend kann das Stadtarchiv Herne mit älteren Beständen weiterhelfen.
Was zu einem vollständigen Plansatz in Herne gehört
Für die Einreichung braucht es mehr als eine einzelne Zeichnung:
- Grundrisse aller Geschosse
Bemaßt im Maßstab mindestens 1:100, mit den Maßen der Fenster- und Türöffnungen.
- Schnitte und Ansichten
Auf die Grundrisse abgestimmt, im selben Maßstab, mit einheitlicher Darstellung der Bauteile.
- Lageplan
Amtlicher Katasterausschnitt mit Darstellung des Vorhabens auf dem Flurstück.
- Nachweis zur Gestaltungssatzung, falls einschlägig
In Herne-Mitte oder Wanne-Mitte zusätzlich mit Angaben zu Fassadenmaterial und Farbgebung, soweit für die dortige Prüfung erforderlich.
- Baubeschreibung
Textliche Erläuterung von Nutzung, Konstruktion und Ausführung, die den Plansatz ergänzt und dem Fachbereich 54 die fachliche Einordnung erleichtert.
Bauzeichnungen in Herne – Beispiele aus der Praxis
Neubau von Reihenhäusern im geplanten EschparkQuartier
Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen als abgestimmter Satz direkt aus der Planung, durchgängig im geforderten Maßstab.
Dachgeschossausbau in einem Altbau in Herne-Mitte
Die neuen Zeichnungen müssen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheiden; Grundlage ist ein aktuelles Aufmaß des betroffenen Geschosses.
Fassadenänderung an einem Ladenlokal in Wanne-Mitte
Die Ansicht muss über die BauPrüfVO-Mindestangaben hinaus Material und Farbgebung so darstellen, dass sich die Vereinbarkeit mit der seit 2018 geltenden Gestaltungssatzung prüfen lässt.
Umbau eines Wohnhauses in Eickel ohne durchgängige Bauakte
Weil die laufende Akte erst nach der Städtefusion 1975 einsetzt, wird der Bestand zunächst per Aufmaß erfasst, bevor die neuen Zeichnungen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheiden können.
Anbau an ein Wohnhaus in Sodingen
Außerhalb der beiden Gestaltungssatzungsgebiete beschränkt sich die Prüfung auf die allgemeinen Anforderungen der BauPrüfVO NRW – der Plansatz braucht keine zusätzlichen Material- oder Farbangaben zur Fassade.
So entsteht Ihr Plansatz für Herne
Vom Bestand bis zur einreichfertigen Zeichnung durchläuft der Plansatz mehrere aufeinander abgestimmte Schritte.
- Bestand klären
Vorhandene Bauakte oder Aufmaß als Grundlage für Umbauten und Bestandsobjekte.
- Grundrisse erstellen
Bemaßt im Maßstab mindestens 1:100, mit allen Pflichtangaben der BauPrüfVO NRW.
- Schnitte und Ansichten abstimmen
Auf die Grundrisse bezogen, damit Maße und Bauteile durchgängig übereinstimmen.
- Gestaltungssatzung berücksichtigen, falls einschlägig
In Herne-Mitte oder Wanne-Mitte werden Material- und Farbangaben ergänzt, soweit für die dortige Prüfung nötig.
- Plansatz für den Fachbereich 54 zusammenstellen
Digital aufbereitet für die Einreichung zusammen mit Lageplan und Baubeschreibung.
Was den Preis für eine Bauzeichnung in Herne beeinflusst
Ein pauschaler Preis lässt sich für einen Plansatz nicht seriös nennen. Diese Faktoren bestimmen den Aufwand:
- Neubau oder Bestand
Ein abgestimmter Plansatz aus einer laufenden Planung entsteht meist zügiger als die Anpassung an einen unklaren Bestand.
- Zustand der Bestandsunterlagen
Fehlt eine verwertbare Bauakte, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor die Zeichnungen entstehen können.
- Lage in einem Gestaltungssatzungsgebiet
In Herne-Mitte oder Wanne-Mitte kommen zusätzliche Material- und Farbangaben zur Ansicht hinzu.
- Umfang des Vorhabens
Zahl der Geschosse und Komplexität der Bauteile bestimmen, wie viele Einzelzeichnungen der Plansatz umfasst.
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