Planprofi24 in Hamm

Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis für Immobilien in Hamm — digital beauftragt, mit Blick auf die lokalen Zuständigkeiten und Besonderheiten.

Hamm wurde 1226 von Graf Adolf I. von der Mark am Zusammenfluss von Lippe und Ahse gegründet, nachdem das benachbarte Nienbrügge zerstört worden war – der Stadtname geht auf die mittelalterliche Bezeichnung „Ham“ für diesen Flusswinkel zurück. Ihre bauliche Prägung erhielt die kreisfreie Stadt jedoch vor allem im 20. Jahrhundert: 1927 entstand hier, nach umfangreichem Ausbau, der größte und modernste Verschiebebahnhof Europas mit 9,3 Kilometern Gleisanlagen-Länge und einem täglichen Durchsatz von 10.000 Güterwagen. Genau diese Bedeutung als Eisenbahnknoten machte Hamm zu einem bevorzugten Ziel alliierter Luftangriffe: In 25 Großangriffen zwischen 1943 und 1945 wurde die Stadt wiederholt schwer getroffen, allein beim folgenschwersten Angriff am 22. April 1944 wurden rund 240 Gebäude vollständig zerstört und weit über 200 Menschen getötet. Im Sommer 1944 zählte Hamm deshalb neben Bochum, Dortmund, Gelsenkirchen, Hagen und Münster zu den offiziell benannten westfälischen Wiederaufbaustädten – wer heute in Hamm baut, saniert oder eine Immobilie vermisst, trifft entsprechend häufig auf Bestand aus genau dieser Nachkriegszeit.

Zuständige Bauaufsichtsbehörde in Hamm

Für Bauanträge, Nutzungsänderungen und Bauvoranfragen im Hammer Stadtgebiet ist das Amt für Bauordnung und Immissionsschutz der Stadt Hamm zuständig – als untere Bauaufsichtsbehörde ist es zugleich auch untere Immissionsschutzbehörde. Erste Anlaufstelle ist das Bautechnische Bürgeramt im Technischen Rathaus an der Gustav-Heinemann-Straße, das mit einer eigenen Bauberatung bereits vor der eigentlichen Antragstellung zu Fragen des Baurechts und des Genehmigungsverfahrens berät. Eingereicht werden Bauanträge landeseinheitlich digital über das Bauportal.NRW.

Als kreisfreie Stadt ist Hamm für ihr eigenes Stadtgebiet zuständig und übernimmt damit selbst die Aufgaben, die andernorts ein Landkreis wahrnimmt. Rundherum grenzen gleich vier Kreise an: Warendorf im Norden, Soest im Osten, Unna im Süden und Coesfeld im Westen. Für Grundstücke in diesen Nachbarkreisen ist jeweils die dortige Kreisverwaltung als untere Bauaufsichtsbehörde zuständig – wer nahe einer dieser Grenzen baut, klärt die Zugehörigkeit des Grundstücks am besten vorab.

Bauordnung und Besonderheiten in Hamm

Grundlage für Bauvorhaben in Hamm ist die Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (BauO NRW). Eine bauordnungsrechtliche Besonderheit liegt im Stadtteil Werries: Auf dem rund 22 Hektar großen Gelände der ehemaligen Zeche Maximilian – ab 1902 abgeteuft, wirtschaftlich aber schon in den 1910er-Jahren wieder aufgegeben und danach jahrzehntelang brachliegend – fand 1984 die erste Landesgartenschau Nordrhein-Westfalens statt. Aus ihr ging der bis heute bestehende Maximilianpark hervor, der als erstes renaturiertes Zechengelände Deutschlands gilt.

Wahrzeichen des Parks ist der Glaselefant: die 1902 errichtete Kohlenwäsche der Zeche, die der Künstler Horst Rellecke 1983/84 in eine begehbare Stahl-Glas-Skulptur verwandelte – rund 35 Meter hoch und 18 Meter breit, je nach Quelle zwischen 53 und 63 Metern lang. Für Bauvorhaben auf früheren Zechenflächen gilt in Nordrhein-Westfalen neben der BauO NRW in aller Regel ein eigener Bebauungsplan; anders als bei vielen anderen ehemaligen Zechenflächen im Ruhrgebiet, die heute zu Wohn- oder Gewerbequartieren umgenutzt werden, entschied sich Hamm bei diesem Areal schon 1984 für eine öffentliche Grün- und Freizeitfläche.

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