Aufteilungspläne in Hamm — bemaßt und nummeriert, auch ohne erhaltene Vorkriegsakte

Ein Aufteilungsplan ist überall in Deutschland dieselbe Bauzeichnung mit denselben Anforderungen nach § 7 WEG. Was ihn für viele Hammer Grundstücke aufwendiger macht als anderswo, ist die Quellenlage: In wiederholten schweren Luftangriffen zwischen 1943 und 1945 wurde die Stadt immer wieder getroffen, allein beim Großangriff vom 22. April 1944 wurden rund 240 Gebäude vollständig zerstört. Für viele der heute stehenden Gebäude gibt es deshalb schlicht keinen Vorkriegsbau, dessen Bauakte man einsehen könnte – das Haus selbst entstand erst im Zuge des Wiederaufbaus. Wer sich auf eine vermeintlich alte Bauakte verlässt, findet in solchen Fällen bestenfalls die Unterlagen zu einem längst verschwundenen Vorgängergebäude.

Wann Sie in Hamm einen Aufteilungsplan brauchen

Der Aufteilungsplan selbst ist keine genehmigungspflichtige Leistung, sondern die Grundlage für zwei andere Verfahren:

  • Für die Abgeschlossenheitsbescheinigung des Amts für Bauordnung und Immissionsschutz, ohne die keine Eintragung ins Wohnungsgrundbuch möglich ist.
  • Für die notarielle Teilungserklärung, die in Nordrhein-Westfalen ohne zusätzliche Umwandlungsgenehmigung auskommt.
  • Bei Neubauten entsteht der Plan meist direkt aus der Genehmigungsplanung und lässt sich ohne Archivrecherche erstellen.
  • Auch bei einer nachträglichen Änderung der Aufteilung, etwa wenn zwei Einheiten zusammengelegt werden, muss der Aufteilungsplan neu erstellt und erneut bescheinigt werden.
Wenn das Vorkriegsgebäude gar nicht mehr existiert

Anders als in Städten mit größtenteils erhaltenem Vorkriegsbestand ist für viele Hammer Adressen die Frage nicht, ob eine alte Bauakte lückenhaft ist, sondern ob das Gebäude, auf das sie sich bezieht, überhaupt noch steht. Die Stadt wurde zwischen 1943 und 1945 in wiederholten schweren Luftangriffen getroffen; allein beim Großangriff vom 22. April 1944 wurden rund 240 Gebäude vollständig zerstört. Für das heutige, im Zuge des Wiederaufbaus errichtete Gebäude führt das Amt für Bauordnung und Immissionsschutz in aller Regel eine eigene, jüngere Bauakte – sie beschreibt aber ausschließlich den Nachkriegsbau, nicht den ursprünglichen Zustand vor 1944. Für den Aufteilungsplan zählt ohnehin nur der heutige Bestand, sodass diese Zäsur in der Praxis selten ein echtes Problem darstellt, solange die Nachkriegsakte selbst vollständig und aktuell ist.

Woher Ihr Hammer Aufteilungsplan stammt

Je nach Zustand der vorhandenen Unterlagen kommt einer von zwei Wegen infrage:

Aus der Bauakte des Amts für Bauordnung und Immissionsschutz

Ist die Akte des Wiederaufbaugebäudes vollständig und bildet sie den heutigen Zustand noch korrekt ab, lässt sich der Aufteilungsplan direkt daraus ableiten – ergänzt um die Einheiten-Nummerierung.

Per Vor-Ort-Vermessung

Ist keine verwertbare Akte auffindbar oder weicht der Bestand erkennbar vom Plan ab, wird das Gebäude direkt aufgenommen. Das ist der zuverlässigste Weg, wenn seit der Errichtung mehrfach angebaut oder umgebaut wurde.

Welche Unterlagen für Ihren Hammer Aufteilungsplan hilfreich sind

Abhängig vom Weg zum Ziel:

  • Bauakte mit Personalausweis und Vollmacht

    Für die Akteneinsicht beim Amt für Bauordnung und Immissionsschutz werden üblicherweise ein Personalausweis und eine Vollmacht verlangt.

  • Vorhandene Grundrisse oder Schnitte

    Bereits bemaßte Pläne aus einem früheren Aufmaß verkürzen die Erstellung erheblich, auch wenn sie noch nicht die für den Aufteilungsplan nötige Nummerierung tragen.

  • Angaben zur gewünschten Aufteilung

    Welche Räume zu welcher künftigen Einheit gehören sollen, muss vor der Nummerierung feststehen – insbesondere bei Kellerräumen und Stellplätzen.

Aufteilungspläne in Hamm – Beispiele aus der Praxis

Wiederaufbau-Mehrfamilienhaus mit vollständiger Nachkriegsakte

Für ein nach 1944 errichtetes Gebäude liegt beim Amt eine eigene, vollständige Bauakte vor. Der Aufteilungsplan lässt sich direkt daraus ableiten, ergänzt um die durchgehende Nummerierung der Einheiten.

Grundstück ohne erhaltenes Vorkriegsgebäude

Auf dem Grundstück stand vor 1944 ein anderes Gebäude, das bei einem der Luftangriffe zerstört wurde. Für den heutigen Aufteilungsplan ist ausschließlich die Akte des späteren Wiederaufbaus relevant, nicht die des verschwundenen Vorgängerbaus.

Mehrfach erweitertes Nachkriegshaus ohne Nachtragsakte

Wurde ein Wiederaufbauhaus über die Jahrzehnte mehrfach angebaut, ohne dass die Bauakte entsprechend fortgeschrieben wurde, entsteht der Aufteilungsplan per Vor-Ort-Vermessung des heutigen Bestands.

Zusammenlegung zweier Einheiten in einem Mehrfamilienhaus

Wurden zwei benachbarte Wohnungen zu einer größeren Einheit verbunden, muss der Aufteilungsplan für das gesamte Gebäude neu gezeichnet werden – die Nummerierung der übrigen, unveränderten Einheiten bleibt dabei unangetastet.

So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Hamm

Der fachliche Ablauf ist bundesweit derselbe. In Hamm liegt das Gewicht auf dem ersten Schritt – der Prüfung, ob die vorhandene Bauakte überhaupt zum heutigen Gebäude passt:

  1. Bauakte prüfen

    Wir klären, ob beim Amt für Bauordnung und Immissionsschutz eine vollständige, aktuelle Akte zum heutigen Gebäude vorliegt.

  2. Datengrundlage festlegen

    Reicht die Akte nicht aus, planen wir eine Vor-Ort-Vermessung als Ersatz oder Ergänzung.

  3. Einheiten festlegen und nummerieren

    Jede Einheit erhält eine durchgehende Nummer über alle Geschosse hinweg, einschließlich zugehöriger Keller- und Stellplatzflächen.

  4. Sonder- und Gemeinschaftseigentum abgrenzen

    Treppenhaus, Dach und tragende Bauteile werden eindeutig als Gemeinschaftseigentum gekennzeichnet.

  5. Plan für Amt und Notar übergeben

    Der fertige Aufteilungsplan geht als Grundlage an die Abgeschlossenheitsbescheinigung und die notarielle Teilungserklärung.

Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Hamm beeinflusst

In Hamm entscheidet vor allem die Quellenlage über den Aufwand, nicht nur die Gebäudegröße:

  • Vollständigkeit der Bauakte

    Eine lückenlose, aktuelle Nachkriegsakte ist der günstigste Fall. Fehlt sie oder weicht sie vom heutigen Zustand ab, wird eine Vor-Ort-Vermessung nötig.

  • Umbaugeschichte des Gebäudes

    Ein seit dem Wiederaufbau unverändertes Gebäude ist rascher erfasst als eines mit mehreren späteren Anbauten.

  • Anzahl und Zuschnitt der Einheiten

    Mehr Einheiten bedeuten mehr Nummerierungs- und Abgrenzungsaufwand.

  • Getrennt liegende Nebenräume

    Keller- oder Stellplatzflächen, die vom Hauptgebäude räumlich getrennt liegen, müssen zusätzlich eindeutig der richtigen Einheit zugeordnet werden.

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