Bemaßte Ansichten in Hamm — Fassaden zwischen Wiederaufbau-Funktionalismus und seltenem Altbau

Beim Spaziergang durch Hamm fällt ein Muster auf: Straße für Straße wiederholen sich verputzte Fassaden mit gleichmäßig getakteten Fenstern, kaum unterbrochen von Erkern, Gesimsen oder anderem Bauschmuck. Das ist kein Zufall, sondern Folge der Stadtgeschichte – nach den Zerstörungen der Kriegsjahre wurde ab Ende der 1940er-Jahre vor allem eines gebraucht: rasch bezugsfertiger Wohnraum. Nur an wenigen Stellen unterbricht ein Gebäude, das den Krieg überstanden hat, diese Reihe mit abweichenden Proportionen. Für eine bemaßte Ansicht heißt das: In den meisten Fällen lässt sich die Fassade zügig und eindeutig aufnehmen, während die seltenen Ausnahmen besondere Sorgfalt verlangen.

Was eine Ansicht für Hamm zeigen muss

Auch für Ansichten gilt die BauPrüfVO NRW, mit einem Blick, der besonders auf die äußere Erscheinung des Gebäudes gerichtet ist:

  • Für jede dargestellte Fassadenseite sind Höhen und Öffnungen durchgehend zu bemaßen; als Maßstab dient in der Regel 1:100.
  • Welches Material verbaut wird und wie die Fassade farblich gestaltet ist, gehört in die Zeichnung, sobald das für die Beurteilung des Vorhabens eine Rolle spielt – bei einer Ansicht betrifft das vor allem Fensterteilung, Putzstruktur und Farbton.
  • Verändert sich eine bestehende Fassade, müssen der bleibende Bestand und die geplante Änderung klar voneinander abgesetzt dargestellt werden.
  • Die Ansicht muss mit Grundriss und Schnitt desselben Plansatzes übereinstimmen, insbesondere bei Öffnungspositionen und Geschosshöhen.
Zwei Fassadenwelten in einer Stadt

Die überwiegende Mehrheit der Hammer Wohngebäude entstand nach 1944 unter dem Druck, rasch neuen Wohnraum zu schaffen: verputzte Flächen, regelmäßige Fensterachsen, kaum vorspringende Bauteile. Trifft eine Ansicht dagegen auf ein den Krieg überstandenes älteres Gebäude, zeigen sich oft andere Proportionen, ein abweichendes Sockelgeschoss oder Materialien, die von der jüngeren Umgebung deutlich abweichen. Beide Fälle verlangen dieselbe Sorgfalt bei der Bestandsaufnahme, führen aber zu sehr unterschiedlich aussehenden Zeichnungen.

Neubau oder Bestandsfassade – zwei unterschiedliche Ausgangslagen

Ob eine Ansicht komplett neu entsteht oder eine bestehende Fassade dokumentiert, wirkt sich auf die Herangehensweise aus:

Neubau: alle Seiten aus der Planung

Bei einem Neubau entstehen die Ansichten aller Fassadenseiten gemeinsam mit Grundriss und Schnitt aus einer Planung.

Bestand: Aufmaß der betroffenen Fassade

Bei einem Anbau, Fenstertausch oder einer Dachgaube braucht es zunächst ein aktuelles Aufmaß der betroffenen Fassadenseite, damit sich zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheiden lassen.

Was zu einer vollständigen Ansicht in Hamm gehört

Eine einzelne Fassadenzeichnung reicht selten – gefragt ist ein auf Grundriss und Schnitt abgestimmter Satz:

  • Ansichten aller betroffenen Fassadenseiten

    Bemaßt im Maßstab 1:100, mit Höhen, Öffnungen und – wo relevant – Material- und Farbangaben.

  • Abgestimmter Grundriss und Schnitt

    Damit Maße, Geschosshöhen und Öffnungspositionen zwischen den Zeichnungen des Plansatzes übereinstimmen.

  • Fotodokumentation der Bestandsfassade

    Bei älteren oder abweichenden Fassaden hilft eine kurze Fotodokumentation, die spätere Zeichnung gegen den tatsächlichen Zustand zu prüfen.

  • Angaben zu Material und Farbton

    Sobald Putzstruktur, Fassadenfarbe oder Fensterrahmenmaterial für die Beurteilung des Vorhabens relevant sind, werden sie zusätzlich zur reinen Geometrie erfasst.

Bemaßte Ansichten in Hamm – Beispiele aus der Praxis

Fassadendämmung an einem Wiederaufbauhaus

Die Ansicht zeigt Höhen und Fensteröffnungen der schlichten Putzfassade vor und nach der geplanten Dämmmaßnahme.

Fenstertausch an einem vereinzelt erhaltenen Altbau

Neue Fensteröffnungen müssen in der Ansicht mit Rohbaumaßen und im Vergleich zum Bestand eindeutig dargestellt werden, auch wenn sich die äußeren Maße nicht ändern.

Dachgaube im Zuge eines Dachgeschossausbaus

Die von der Straße sichtbare Gaube braucht eine eigene Ansicht mit Höhen- und Breitenangaben, abgestimmt auf den zugehörigen Schnitt.

Industrielles Bauwerk als historischer Sonderfall

Der Glaselefant zeigt eine Stahl-Glas-Konstruktion, wie sie kein gewöhnliches Wohn- oder Geschäftsgebäude aufweist – ein anschauliches Beispiel dafür, wie unterschiedlich Fassaden je nach Gebäudetyp ausfallen können.

So entsteht Ihre Ansicht für Hamm

Von der Bestandsaufnahme bis zur einreichfertigen Zeichnung:

  1. Betroffene Fassadenseiten klären

    Welche Seiten sind vom Vorhaben überhaupt sichtbar betroffen.

  2. Aufmaß oder Bauakte als Grundlage

    Bestehende Bauakte oder ein aktuelles Aufmaß der betroffenen Fassade als Ausgangspunkt.

  3. Ansicht bemaßt erstellen

    Im Maßstab 1:100, mit allen Pflichtangaben der BauPrüfVO NRW.

  4. Mit Grundriss und Schnitt abgleichen

    Damit Öffnungen, Höhen und Bauteile zwischen den Zeichnungen des Plansatzes widerspruchsfrei sind.

  5. Für das Amt zusammenstellen

    Digital aufbereitet für den Projektraum des Amts für Bauordnung und Immissionsschutz.

Was den Preis für eine Ansicht in Hamm beeinflusst

Diese Faktoren bestimmen den Aufwand für eine bemaßte Ansicht:

  • Zahl der betroffenen Fassadenseiten

    Eine einzelne Straßenansicht ist schneller erstellt als mehrere Seiten bei einem freistehenden Gebäude.

  • Neubau oder Bestandsfassade

    Eine Ansicht aus einer laufenden Neubauplanung entsteht meist zügiger als die Dokumentation einer abweichenden Bestandsfassade.

  • Detailtiefe bei Material und Farbe

    Bei gestalterisch auffälligen oder abweichenden Fassaden braucht es oft zusätzliche Angaben zu Material und Farbgebung.

  • Zustand vorhandener Bauakten

    Fehlt eine verwertbare Bestandszeichnung, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor die Ansicht entstehen kann.

Alle Leistungen in Hamm

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