Bauzeichnung in Hamm — ein koordinierter Plansatz für den digitalen Projektraum
Wer beim Amt für Bauordnung und Immissionsschutz einreicht, lädt selten eine einzelne Zeichnung hoch, sondern einen kompletten, in sich stimmigen Satz aus Grundriss, Schnitt und Ansicht. Seit dem 1. Juli 2026 geschieht das ausschließlich über den digitalen Projektraum auf der Plattform ITeBAU – die Anforderungen an Inhalt und Maßstab dieser Zeichnungen ändert das allerdings nicht: Sie ergeben sich weiterhin aus der Verordnung über bautechnische Prüfungen (BauPrüfVO NRW), derselben Verordnung, die in Nordrhein-Westfalen auch regelt, wann zusätzlich ein Prüfingenieur eingeschaltet werden muss.
Was die BauPrüfVO NRW für Ihre Bauzeichnung verlangt
Die Verordnung legt fest, welche Angaben eine Bauzeichnung enthalten muss, damit sie als vollständige Bauvorlage gilt:
- Maßstab: grundsätzlich 1:100 für Bauzeichnungen; größer, wenn er zur Darstellung der erforderlichen Eintragungen notwendig ist.
- Für die Umgebungsbebauung ist alternativ ein kleinerer Maßstab oder eine Farbfotografie beziehungsweise Fotomontage zulässig.
- Erkennbar sein müssen die wesentlichen Bauprodukte und Bauarten sowie – bei Änderungen an bestehenden Gebäuden – eine eindeutige Unterscheidung zwischen zu beseitigenden und geplanten Bauteilen.
- Grundriss, Schnitt und Ansicht müssen als Satz zueinander widerspruchsfrei sein: Maße, Öffnungen und Bauteile dürfen sich zwischen den einzelnen Zeichnungen nicht unterscheiden.
Weil dieselbe Verordnung sowohl den Inhalt der Bauzeichnung als auch den Einsatz von Prüfingenieuren regelt, lohnt sich für ein Hammer Vorhaben eine frühe Klärung von Gebäudeklasse und Sonderbau-Status: Diese Einordnung entscheidet nicht nur, welchen Detaillierungsgrad der Plansatz braucht, sondern auch, ob die zugehörigen bautechnischen Nachweise zusätzlich bauaufsichtlich geprüft werden. Wer diese Weichenstellung erst bei der Einreichung im digitalen Projektraum entdeckt, verliert dort unnötig Zeit.
Ein koordinierter Plansatz statt einzelner Zeichnungen
Ob Neubau oder Bestand entscheidet, wie der Plansatz entsteht:
Neubau: vollständiger Plansatz von Grund auf
Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen gemeinsam aus einer Planung und sind von vornherein aufeinander abgestimmt.
Bestand und Umbau: Abgleich mit dem tatsächlichen Zustand
Bei Änderungen an bestehenden Gebäuden muss die Zeichnung zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheiden. Bei älteren Wiederaufbauhäusern ist ein aktuelles Aufmaß hierfür meist verlässlicher als eine vorhandene Altzeichnung.
Was zu einem vollständigen Plansatz in Hamm gehört
Für den digitalen Projektraum braucht es mehr als eine einzelne Zeichnung:
- Grundrisse aller Geschosse
Bemaßt im Maßstab 1:100, mit allen nach der BauPrüfVO NRW erforderlichen Angaben.
- Schnitte und Ansichten
Auf die Grundrisse abgestimmt, im selben Maßstab, mit einheitlicher Darstellung der Bauteile.
- Lageplan
Amtlicher Katasterausschnitt mit Darstellung des Vorhabens auf dem Flurstück.
- Baubeschreibung
Textliche Ergänzung zu den Zeichnungen, die Nutzung, Konstruktion und Ausführung des Vorhabens erläutert, sofern der Plansatz allein die Angaben nicht vollständig abdeckt.
Bauzeichnungen in Hamm – Beispiele aus der Praxis
Neubau eines Mehrfamilienhauses
Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen als abgestimmter Satz direkt aus der Planung, durchgängig im geforderten Maßstab von 1:100.
Dachgeschossausbau im Wiederaufbauhaus
Die neuen Zeichnungen müssen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheiden; Grundlage ist meist ein aktuelles Aufmaß des betroffenen Geschosses.
Nachträglicher Wintergarten-Anbau
Auch ein kleines Vorhaben braucht einen vollständigen, in sich stimmigen Plansatz für den digitalen Projektraum – keine isolierte Einzelzeichnung.
Umbau eines gemischt genutzten Wiederaufbauhauses
Soll das Erdgeschoss eines Wiederaufbauhauses von Laden- zu Wohnzwecken umgebaut werden, zeigt der Plansatz sowohl den bisherigen als auch den geplanten Grundriss, damit die Bauaufsicht die Nutzungsänderung nachvollziehen kann.
So entsteht Ihr Plansatz für Hamm
Vom Bestand bis zur einreichfertigen Zeichnung durchläuft der Plansatz mehrere aufeinander abgestimmte Schritte.
- Bestand klären
Vorhandene Bauakte oder Aufmaß als Grundlage für Umbauten und Bestandsobjekte.
- Gebäudeklasse und Prüfpflicht einordnen
Diese Einordnung bestimmt Detailtiefe des Plansatzes und Anwendbarkeit des Kriterienkatalogs für bautechnische Nachweise.
- Grundrisse, Schnitte und Ansichten erstellen
Bemaßt im Maßstab 1:100 und aufeinander abgestimmt, mit allen Pflichtangaben der BauPrüfVO NRW.
- Zu beseitigende und geplante Bauteile kennzeichnen
Bei Änderungen an bestehenden Gebäuden zwingend vorgeschrieben.
- Plansatz in den digitalen Projektraum einstellen
Über den Antragsassistenten des Amts für Bauordnung und Immissionsschutz, zusammen mit Lageplan und Baubeschreibung.
Was den Preis für eine Bauzeichnung in Hamm beeinflusst
Ein pauschaler Preis lässt sich für einen Plansatz nicht seriös nennen. Diese Faktoren bestimmen den Aufwand:
- Neubau oder Bestand
Ein abgestimmter Plansatz aus einer laufenden Planung entsteht meist zügiger als die Anpassung an einen unklaren Bestand.
- Zustand der Bestandsunterlagen
Fehlt eine verwertbare Bauakte, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor die Zeichnungen entstehen können.
- Umfang des Vorhabens
Zahl der Geschosse und Komplexität der Bauteile bestimmen, wie viele Einzelzeichnungen der Plansatz umfasst.
- Gewünschte Bearbeitungsgeschwindigkeit
Wirkt sich auf die eigene Vorlaufzeit aus, nicht auf die Prüffristen des Amts.
- Zahl der einzureichenden Zeichnungen
Ein einzelnes Gebäude mit übersichtlicher Geometrie braucht weniger Einzelblätter als ein Vorhaben mit mehreren Gebäudeteilen oder Geschossen.
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