Planprofi24 in Hagen
Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis für Immobilien in Hagen — digital beauftragt, mit Blick auf die lokalen Zuständigkeiten und Besonderheiten.
Hagen liegt am nördlichen Rand des Sauerlands, wo mit Ruhr, Lenne, Volme und Ennepe gleich vier Flüsse auf rund 52 Kilometern Länge durch das Stadtgebiet fließen – deshalb bezeichnet sich die Stadt selbst als „Tor zum Sauerland“ und „Stadt der vier Flüsse“. Mit einer Waldfläche von rund 42 Prozent gilt Hagen zugleich als die am stärksten bewaldete Großstadt Nordrhein-Westfalens und als grünste Großstadt des Ruhrgebiets, deutlich über dem Landesdurchschnitt von etwa 26 Prozent. Bauhistorisch bekannt ist Hagen vor allem als Ursprungsort des sogenannten Hagener Impulses: Mäzen und Museumsgründer Karl Ernst Osthaus eröffnete 1902 in seiner Heimatstadt das Museum Folkwang, das als das weltweit erste Museum für zeitgenössische Kunst gilt, und beauftragte 1906 bis 1908 den belgischen Architekten Henry van de Velde mit dem Bau seiner eigenen Villa, dem Hohenhof – einem der wenigen erhaltenen Gesamtkunstwerke des Jugendstils in Europa. Für Bauanträge, Wohnflächenberechnungen und Nutzungsänderungen in Hagen bedeutet das einen ungewöhnlichen Kontrast zwischen dicht bewaldeten Hanglagen, klassischem Ruhrgebiets-Altbaubestand und einzeln denkmalgeschützten Jugendstilvillen aus der Zeit um 1910.
Zuständige Bauaufsichtsbehörde in Hagen
Für Bauvorhaben im gesamten Hagener Stadtgebiet ist der Fachbereich Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung der Stadt Hagen zuständig, intern als Fachbereich 61 geführt, mit Sitz im Rathaus I an der Rathausstraße 11. Da Hagen zu den 22 kreisfreien Städten Nordrhein-Westfalens zählt, nimmt die Stadt die Aufgaben der unteren Bauaufsichtsbehörde für ihr gesamtes Gebiet eigenständig wahr – anders als in den kreisangehörigen Gemeinden der Umgebung ist dafür kein Kreis zwischengeschaltet.
Eingereichte Bauanträge, Bauvoranfragen und sonstige bauordnungsrechtlichen Anliegen laufen zunächst über die zentrale Vorprüfstelle des Fachbereichs, die ausschließlich die Vollständigkeit der Unterlagen prüft. Die fachliche Bearbeitung selbst übernehmen anschließend mehrere technische Bezirke der Bauaufsicht, denen die einzelnen Hagener Stadtteile zugeordnet sind – anders als im benachbarten Bochum, das seine Bauanträge zentral durch eine einzige Behörde ohne interne Bezirksaufteilung bearbeitet. Termine bei der Bauaufsicht sind in Hagen ausschließlich nach vorheriger Vereinbarung möglich.
Bauordnung und Besonderheiten in Hagen
Grundlage ist die Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (BauO NRW 2018). Ihre bauordnungsrechtliche Besonderheit liegt in Hagen vor allem im Stadtteil Eppenhausen: Dort ließ Karl Ernst Osthaus ab 1909 die Gartenstadt Hohenhagen als Künstlerkolonie anlegen, für die ursprünglich 16 Villen geplant waren, von denen jedoch nicht alle tatsächlich realisiert wurden. Neben dem 1906 bis 1908 errichteten Hohenhof entstanden zwischen 1910 und 1914 nach einem eigenen Systementwurf des niederländischen Architekten Johannes Ludovicus Mathieu Lauweriks neun Häuser am sogenannten Stirnband, während Peter Behrens drei weitere Häuser an der Haßleyer Straße plante und baute.
Der Hohenhof ebenso wie mehrere Gebäude am Stirnband und an der Haßleyer Straße stehen einzeln in der Denkmalliste der Stadt Hagen. Bauliche Veränderungen an diesen Gebäuden selbst wie auch in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft sind deshalb zusätzlich zur Bauordnung mit der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Hagen abzustimmen. Der Hohenhof dient heute selbst als Museum des Hagener Impulses und ist seit 2015 Teil des internationalen Netzwerks „Iconic Houses“ für bedeutende Architektenhäuser des 20. Jahrhunderts.
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