Aufteilungspläne in Hagen — bemaßt und nummeriert, auch wenn die Vorkriegsakte fehlt

Ein Aufteilungsplan stellt in Hagen dieselbe fachliche Aufgabe wie überall: eine bemaßte, durchgehend nummerierte Zeichnung, die jede Einheit eines Gebäudes eindeutig von den anderen abgrenzt. Ob dafür eine verwertbare Vorkriegsakte existiert, ist in Hagen keine sichere Annahme. Die Stadt zählte zu den Zielen alliierter Luftangriffe – insgesamt sind 60 Angriffe auf Hagen registriert, darunter vier besonders schwere am 1. Oktober 1943, am 2. Dezember 1944, am 28. Februar 1945 und am 15./16. März 1945, bei dem die Innenstadt nach vorliegenden Quellen nahezu vollständig zerstört wurde. Ob und in welchem Umfang das die Bauaktenbestände einzelner Gebäude konkret betraf, lässt sich pauschal nicht sagen – wohl aber, dass gerade für Grundstücke im historischen Kernstadtgebiet eine vollständige, lückenlose Vorkriegsakte keine Selbstverständlichkeit ist.

Wann Sie in Hagen einen Aufteilungsplan brauchen

Auch in Hagen ist der Aufteilungsplan keine für sich genommen genehmigungspflichtige Leistung, sondern die technische Grundlage für zwei andere Verfahren:

  • Für die Abgeschlossenheitsbescheinigung des zuständigen technischen Bezirks, ohne die keine Eintragung ins Wohnungsgrundbuch möglich ist.
  • Für die notarielle Teilungserklärung, die in Hagen ohne zusätzliche Umwandlungsgenehmigung auskommt, da Nordrhein-Westfalen von § 250 BauGB keinen Gebrauch gemacht hat.
  • Bei einem Neubau lässt sich der Plan meist direkt aus der Genehmigungsplanung ableiten und braucht keine Archivrecherche.
Wenn die Bauakte die Kriegsjahre nicht überstanden hat

Hagen war als Standort der Hagener Accumulatoren-Fabrik – die während des Kriegs unter anderem Batterien für U-Boote fertigte – sowie als Eisenbahnknotenpunkt bereits früh ein Ziel alliierter Luftangriffe. Von den insgesamt 60 registrierten Angriffen gelten vier als besonders folgenreich: der erste schwere Angriff am 1./2. Oktober 1943 mit 229 viermotorigen Bombern und mehr als 260 Todesopfern, ein weiterer am 2. Dezember 1944 mit über 500 eingesetzten Flugzeugen, ein Angriff am 28. Februar 1945 sowie der schwerste am 15./16. März 1945, bei dem die Innenstadt nach vorliegenden Quellen nahezu vollständig zerstört wurde. Was das im Einzelfall für die Bauakte eines bestimmten Gebäudes bedeutet, lässt sich daraus nicht automatisch ableiten – belegt ist damit weder ein bestimmter Aktenverlust noch das Gegenteil. Naheliegend ist aber, dass gerade für Grundstücke im damaligen Kernstadtgebiet die Wahrscheinlichkeit einer lückenlosen Vorkriegsakte geringer ist als für Gebäude in weniger betroffenen Lagen. Das Stadtarchiv Hagen im Historischen Centrum Hagen verwahrt neben Bauakten auch umfangreiches Bildmaterial zum Wiederaufbau, etwa aus dem Bestand des Fotostudios Kühle – wertvoll für die Stadtgeschichte, für den Aufteilungsplan eines bestehenden Gebäudes aber meist nur ein ergänzender Baustein neben der eigentlichen Bauakte.

Woher Ihr Hagener Aufteilungsplan stammt

Je nach Zustand der vorhandenen Unterlagen kommt einer von drei Wegen infrage:

Aus der Bauakte des zuständigen technischen Bezirks

Ist die Akte vollständig und bildet sie den heutigen Zustand noch korrekt ab, lässt sich der Aufteilungsplan direkt daraus ableiten – ergänzt um die für § 7 WEG nötige Nummerierung der Einheiten.

Aus dem Stadtarchiv Hagen

Für ältere Gebäude kann das im Historischen Centrum Hagen geführte Stadtarchiv ergänzendes Material liefern, etwa zur ursprünglichen Bauzeit – ein Ersatz für eine fehlende aktuelle Bauakte ist das aber nur bedingt.

Per Vor-Ort-Vermessung

Ist keine verwertbare Akte auffindbar oder weicht der Bestand erkennbar vom Plan ab, wird das Gebäude direkt aufgenommen – der zuverlässigste Weg, wenn die Aktenlage aus welchem Grund auch immer lückenhaft ist.

Welche Unterlagen für Ihren Hagener Aufteilungsplan hilfreich sind

Abhängig vom Weg zum Ziel:

  • Bauakte mit Eigentumsnachweis

    Für die Akteneinsicht beim zuständigen technischen Bezirk wird üblicherweise ein aktueller Eigentumsnachweis verlangt, bei Beauftragung durch Dritte zusätzlich eine Vollmacht.

  • Vorhandene Grundrisse oder Skizzen

    Bereits bemaßte Pläne aus einem früheren Aufmaß verkürzen die Erstellung erheblich, auch wenn sie noch nicht die für den Aufteilungsplan nötige Nummerierung tragen.

  • Angaben zur gewünschten Aufteilung

    Welche Räume zu welcher künftigen Einheit gehören sollen, muss vor der Nummerierung feststehen – insbesondere bei Keller- und Nebenräumen, die räumlich getrennt liegen.

Aufteilungspläne in Hagen – Beispiele aus der Praxis

Innenstadtnahes Mehrfamilienhaus ohne verwertbare Vorkriegsakte

Für das Grundstück im historischen Kernstadtgebiet liegt keine lückenlose Vorkriegsakte vor. Der Aufteilungsplan entsteht komplett neu per Vor-Ort-Vermessung des heutigen Bestands.

Wiederaufbauhaus mit durchgehender Nachkriegsakte

Die beim zuständigen technischen Bezirk geführte Akte beginnt erst mit dem Wiederaufbau nach 1945 und passt seither zum tatsächlichen Bestand. Der Aufteilungsplan lässt sich daraus ableiten, ergänzt um die Einheiten-Nummerierung.

Neubau auf einem innerstädtischen Grundstück

Der Aufteilungsplan lässt sich unmittelbar aus der beim Fachbereich 61 eingereichten Genehmigungsplanung ableiten, ohne Archivrecherche.

So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Hagen

Der fachliche Ablauf ist bundesweit derselbe. In Hagen liegt das Gewicht auf dem ersten Schritt – der Prüfung, ob überhaupt eine verwertbare Quelle existiert:

  1. Bauakte prüfen

    Wir klären, ob beim zuständigen technischen Bezirk eine Akte zum heutigen Gebäude vorliegt und ob sie mit dem tatsächlichen Bestand plausibel übereinstimmt.

  2. Ergänzendes Material einbeziehen

    Bei älteren Gebäuden kann ein Blick ins Stadtarchiv Hagen zusätzliche Anhaltspunkte liefern, ersetzt eine fehlende aktuelle Bauakte aber nicht vollständig.

  3. Fehlende Grundlage vor Ort aufnehmen

    Passt keine Akte oder ist keine auffindbar, wird das Gebäude direkt vermessen – als vollwertiger Ersatz, nicht nur als Ergänzung der Unterlagen.

  4. Einheiten festlegen und nummerieren

    Jede Einheit erhält eine durchgehende Nummer über alle Geschosse hinweg, einschließlich zugehöriger Keller- und Nebenflächen.

  5. Plan für Bauaufsicht und Notar übergeben

    Der fertige Aufteilungsplan geht als Grundlage an die Abgeschlossenheitsbescheinigung und die notarielle Teilungserklärung.

Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Hagen beeinflusst

In Hagen entscheidet vor allem, ob eine gefundene Quelle zum heutigen Bestand passt – nicht allein die Gebäudegröße:

  • Übereinstimmung von Akte und Bestand

    Passt eine vorhandene Akte tatsächlich zum heutigen Gebäude, ist das der günstigste Fall. Zeigt sie einen überholten oder gar keinen verwertbaren Zustand, wird eine Vor-Ort-Vermessung nötig.

  • Lage im historischen Kernstadtgebiet

    Für Grundstücke in stärker kriegszerstörten Lagen ist häufiger mit einer lückenhaften oder fehlenden Vorkriegsakte zu rechnen als in Randlagen.

  • Anzahl und Zuschnitt der Einheiten

    Mehr Einheiten und unregelmäßig geschnittene Grundrisse bedeuten mehr Nummerierungs- und Abgrenzungsaufwand.

  • Getrennt liegende Nebenräume

    Keller- oder Stellplatzflächen, die vom Hauptgebäude räumlich getrennt liegen, müssen zusätzlich eindeutig der richtigen Einheit zugeordnet werden.

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