Grundrisse in Hagen — vom geometrischen Systementwurf der Gartenstadt Hohenhagen bis zum Wiederaufbau-Grundriss

Ein einzelner, bemaßter Grundriss dient in Hagen vor allem einem Zweck: einer Bank, einem Notar oder der eigenen Planung schnell und verlässlich zu zeigen, wie eine Wohnung oder ein Haus tatsächlich geschnitten ist – anders als der vollständige Plansatz für den Bauantrag und anders als ein farbig möblierter Grundriss fürs Exposé. Wie aufwendig das im Einzelfall ist, hängt in Hagen stark vom Gebäudetyp ab: In der Gartenstadt Hohenhagen folgen mehrere Häuser einem strengen geometrischen Systementwurf des Architekten Johannes Ludovicus Mathieu Lauweriks, der Raummaße und Proportionen nach einem festen Rastermaß ordnet – ein Zuschnitt, der sich kaum aus dem Bauchgefühl heraus nachzeichnen lässt. Im weit verbreiteten Wiederaufbaubestand der Nachkriegsjahrzehnte dagegen wiederholen sich einfache, meist rechteckige Grundrisse über viele vergleichbare Gebäude hinweg.

Wann Sie in Hagen einen neuen Grundriss brauchen

Ein Grundriss ist in Hagen keine genehmigungspflichtige Leistung für sich, aber in mehreren wiederkehrenden Situationen unverzichtbar:

  • Verkauf und Finanzierung: Bank und Notar verlangen einen aktuellen, bemaßten Plan – eine alte Bauakten-Kopie reicht selten aus, wenn seither umgebaut wurde.
  • Fehlende oder unvollständige Bauakte: Gerade bei älteren Gebäuden im Stadtgebiet können Unterlagen lückenhaft oder für einzelne Geschosse gar nicht mehr auffindbar sein.
  • Teilungserklärung und Aufteilungsplan: Wer eine Immobilie in Wohnungs- und Teileigentum aufteilen will, braucht einen maßstäblichen Plan als Grundlage der Abgeschlossenheitsbescheinigung.
  • Nachträglicher Dachgeschossausbau: Liegt dafür keine zugehörige Bauakte vor oder reicht sie zeitlich nicht bis heute, existiert oft kein aktueller Plan.
Der Systementwurf der Gartenstadt Hohenhagen als Erfassungsaufgabe

Zwischen 1910 und 1914 entstanden neun Häuser am sogenannten Stirnband der Gartenstadt Hohenhagen nach einem eigenen Systementwurf des niederländischen Architekten Johannes Ludovicus Mathieu Lauweriks – einem geometrischen Ordnungsprinzip, das Raumproportionen und Maße konsequent aus einem gemeinsamen Rastermaß ableitet, statt sie frei zu gestalten. Wer für ein solches Haus einen Grundriss erstellen will, sollte diese Systematik kennen, bevor gemessen wird: Ein Aufmaß, das kleine Abweichungen vom Raster als Messfehler behandelt statt als tatsächlich gebaute Eigenheit, verzerrt am Ende die gesamte Zeichnung. Bei den drei von Peter Behrens geplanten Häusern an der Haßleyer Straße gilt das in ähnlicher Form, wenn auch nach einem eigenen architektonischen Konzept.

Woher Ihr Hagener Grundriss stammt

Je nach Datenlage kommt einer von drei Wegen infrage:

Aus der Bauakte des Fachbereichs 61

Existiert eine verwertbare Bauakte und stimmt sie mit dem heutigen Bestand überein, lässt sich der Grundriss daraus ableiten und bei Bedarf neu bemaßen – anzufragen ist dabei der für den jeweiligen Stadtteil zuständige technische Bezirk.

Per Aufmaß vor Ort

Fehlt die Bauakte oder weicht sie vom tatsächlichen Zustand ab, wird die Wohnung oder das Haus vor Ort vermessen – bei Häusern der Gartenstadt Hohenhagen unter besonderer Beachtung des jeweiligen architektonischen Systems.

Aus vorhandenen digitalen Plänen

Bei jüngeren Neubauten liegen die Bauunterlagen häufig bereits digital vor und lassen sich direkt für die Grundrisserstellung weiterverwenden.

Welche Unterlagen für Ihren Hagener Grundriss hilfreich sind

Je nachdem, welcher Weg zum Ziel führt, sind unterschiedliche Unterlagen relevant:

  • Bauakte mit Eigentumsnachweis

    Für die Akteneinsicht beim zuständigen technischen Bezirk der Bauaufsicht wird üblicherweise ein aktueller Eigentumsnachweis verlangt, bei Beauftragung durch Dritte zusätzlich eine Vollmacht.

  • Vorhandene alte Pläne oder Skizzen

    Selbst unvollständige oder veraltete Pläne sind als Ausgangspunkt hilfreich, um die grundsätzliche Raumaufteilung nachzuvollziehen, bevor vor Ort nachgemessen wird.

  • Teilungserklärung und Aufteilungsplan

    Bei Eigentumswohnungen zeigt der bestehende Aufteilungsplan, welche Räume zum Sondereigentum gehören – wichtig, wenn ein neuer Grundriss mit der ursprünglichen Aufteilung abgeglichen werden muss.

  • Hinweis auf Denkmalschutz

    Für Gebäude der Gartenstadt Hohenhagen hilft die Angabe, ob und in welcher Form Denkmalschutz besteht, um den Erfassungsaufwand richtig einzuschätzen.

Grundrisse in Hagen – Beispiele aus der Praxis

Jugendstilvilla am Stirnband ohne aktuellen Plan

Für ein Haus nach dem Systementwurf von Lauweriks liefert die Bauakte oft nur einen historischen Grundriss aus der Errichtungszeit. Ein Aufmaß vor Ort erfasst den heutigen Zuschnitt, ohne das zugrundeliegende Rastermaß aus den Augen zu verlieren.

Etagenwohnung in einem Wiederaufbaugebäude

Der meist einfache, rechteckige Grundrisstyp solcher Gebäude lässt sich in der Regel zügig erfassen, insbesondere wenn eine verwertbare Bauakte vorliegt.

Nachträglicher Dachgeschossausbau ohne zugehörige Akte

Wurde ein Dachgeschoss vor Jahrzehnten ausgebaut, ohne dass die Bauakte entsprechend fortgeschrieben wurde, existiert dafür oft kein aktueller Plan – für Verkauf oder Finanzierung wird der Grundriss dann anhand des heutigen Bestands neu erstellt.

Teilungserklärung für ein Mehrfamilienhaus

Weicht der bestehende Aufteilungsplan vom heutigen Bestand ab, braucht die Abgeschlossenheitsbescheinigung beim Fachbereich 61 einen konsistenten, aktuellen Plan.

So läuft Ihr Grundriss in Hagen ab

Fachlich ist der Ablauf bundesweit derselbe. In Hagen liegt das Gewicht früh darauf, den passenden technischen Bezirk zu finden und den Gebäudetyp richtig einzuschätzen:

  1. Zweck und Anlass klären

    Ob der Grundriss für Verkauf, Finanzierung, eine Teilungserklärung oder eine Wohnflächenberechnung gebraucht wird, bestimmt die Anforderungen an Maßstab und Detailtiefe.

  2. Vorhandene Unterlagen prüfen

    Bauakte oder alte Pläne werden auf Vollständigkeit und Übereinstimmung mit dem heutigen Bestand geprüft.

  3. Fehlende Grundlagen beschaffen oder aufmessen

    Reichen vorhandene Unterlagen nicht aus, wird die Bauakte beim zuständigen technischen Bezirk angefragt oder direkt vor Ort aufgemessen.

  4. Grundriss zeichnen und bemaßen

    Aus den erfassten Maßen entsteht der bemaßte Grundriss, bei Häusern mit erkennbarem Systementwurf unter Beachtung des zugrundeliegenden Rastermaßes.

  5. Ergebnis übergeben

    Sie erhalten den fertigen Grundriss als Plandatei, auf Wunsch mit Architektenstempel – bereit für Bank, Notar, Fachbereich 61 oder Exposé.

Was den Aufwand eines Grundrisses in Hagen beeinflusst

Der Erfassungsaufwand unterscheidet sich zwischen Hagener Gebäudetypen deutlich:

  • Zustand der vorhandenen Unterlagen

    Eine aktuelle, verwertbare Bauakte ist der günstigste Fall. Fehlt sie oder weicht sie vom Bestand ab, kommen Aktenrecherche beim zuständigen technischen Bezirk oder ein Vor-Ort-Termin hinzu.

  • Gebäudetyp: Systementwurf oder Wiederaufbau

    Ein Haus nach dem geometrischen Systementwurf der Gartenstadt Hohenhagen verlangt mehr Sorgfalt bei der Erfassung als ein standardisierter Wiederaufbau-Grundriss.

  • Zahl der Ebenen und Räume

    Eine einzelne Etagenwohnung ist rasch erfasst. Ein Haus mit mehreren Geschossen und Nebenräumen verlangt für jede Einheit einen eigenen Erfassungsdurchgang.

  • Anlass und Detailtiefe

    Ein reiner Nachweis für die Bauakte unterscheidet sich im Aufwand von einem vermarktungsfertigen, möblierten und bemaßten Grundriss für ein Exposé.

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