Planprofi24 in Kassel
Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis für Immobilien in Kassel — digital beauftragt, mit Blick auf die lokalen Zuständigkeiten und Besonderheiten.
Kassel wurde beim Luftangriff vom 22. Oktober 1943 zu rund 80 Prozent zerstört, die historische Altstadt nahezu vollständig – der Wiederaufbau erfolgte danach bewusst nicht historisierend, sondern im Geist der Moderne. Heute prägen zwei ganz andere Pole das Stadtbild: die documenta, die seit 1955 alle fünf Jahre als bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst weltweit stattfindet und der Stadt seit 1999 den offiziellen Namenszusatz documenta-Stadt einträgt, sowie der Bergpark Wilhelmshöhe, seit 2013 UNESCO-Welterbe. Für Bauanträge, Nutzungsänderungen und Wohnflächenberechnungen bedeutet das einen ungewöhnlich großen Kontrast zwischen Nachkriegsbestand und einem der bedeutendsten Baudenkmäler Europas.
Zuständige Bauaufsichtsbehörde in Kassel
Für Bauvorhaben im Kasseler Stadtgebiet ist die Bauaufsicht zuständig, organisatorisch die Abteilung 632 im Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz (Amt 63) im Dezernat VI für Stadtentwicklung, Bauen, Klimaschutz, Umwelt und Verkehr. Sie nimmt als untere Bauaufsichtsbehörde nach der Hessischen Bauordnung (HBO) Bauvoranfragen und Bauanträge entgegen und ist zugleich für die Überwachung der Stellplatzpflicht zuständig.
Weil Kassel kreisfrei ist, gilt diese Zuständigkeit ausschließlich für das eigentliche Stadtgebiet – für die umliegenden Gemeinden ist stattdessen der Landkreis Kassel als eigene untere Bauaufsichtsbehörde zuständig. Wer nahe der Stadtgrenze baut, sollte deshalb vorab prüfen, ob das Grundstück noch zu einem der 23 Kasseler Ortsbezirke gehört oder bereits im Landkreis liegt.
Bauordnung und Besonderheiten in Kassel
Grundlage ist die Hessische Bauordnung (HBO). Kassels bauordnungsrechtliche Besonderheit liegt am westlichen Stadtrand: Der Bergpark Wilhelmshöhe – mit über 300 Jahren Geschichte Europas größter Bergpark und seit dem 23. Juni 2013 als erster Bergpark weltweit UNESCO-Welterbe – ist über die rund 4,6 Kilometer lange, schnurgerade Wilhelmshöher Allee als Pufferzone mit der Innenstadt verbunden. Die Allee bildet die zentrale Sichtachse zwischen Bergpark und Stadtzentrum; seit einem 2012 beschlossenen städtebaulichen Rahmenplan wird sie gezielt aufgewertet, um dieses Wechselspiel als zusammenhängendes Ganzes erlebbar zu halten.
Bauvorhaben entlang dieser Pufferzone – von der Fassadengestaltung bis zur Gebäudehöhe – werden von der Bauaufsicht besonders sorgfältig im Zusammenspiel mit der Denkmalschutzbehörde geprüft, damit die Sichtachse zum Welterbe nicht beeinträchtigt wird. Das betrifft nicht nur Neubauten, sondern auch Nutzungsänderungen und Umbauten an bestehenden Gebäuden entlang der Allee.
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