Bauzeichnung in Kassel — der Plansatz für einen Bestand, dessen Altpläne selten das ganze Bild zeigen
Wie im gesamten Land Hessen regelt nicht eine eigenständige Bauvorlagenverordnung, sondern der Bauvorlagenerlass die Anforderungen an Bauzeichnungen für Kassel – ein Erlass des zuständigen Ministeriums, zuletzt zum 19. August 2025 überarbeitet und im Zuge des Baupaket I an die reformierte Hessische Bauordnung angepasst. Wer für Kassel eine Bauzeichnung braucht, benötigt aber ohnehin selten ein einzelnes Blatt: Gefragt ist ein vollständiger, in sich stimmiger Plansatz aus Grundriss, Schnitt und Ansicht, den Abteilung 632 als Ganzes gegeneinander prüft. Anders als bei einem einzelnen Grundriss für Verkauf oder Exposé – dort reicht oft die Erfassung einer einzelnen Wohnung – muss dieser Plansatz bei einem Umbau am Bestand zusätzlich zeigen, was verändert und was belassen wird. Genau das wird in Kassel häufiger zur eigenen Aufgabe als anderswo: Weil der weit überwiegende Teil der Innenstadt erst nach 1943 neu entstand und Bauakten aus dieser Zeit spätere Umbauten selten lückenlos zeigen, entsteht die Grundlage für den Bestandsteil des Plansatzes oft erst durch ein eigenes Aufmaß, nicht durch das Nachzeichnen einer vorhandenen alten Zeichnung.
- Welche Angaben Ihre Kasseler Bauzeichnung enthalten muss
- Ein koordinierter Plansatz statt einzelner Zeichnungen
- Was zu einem vollständigen Plansatz in Kassel gehört
- Bauzeichnungen in Kassel – Beispiele aus der Praxis
- So entsteht Ihr Plansatz für Kassel
- Was den Preis für eine Bauzeichnung in Kassel beeinflusst
Welche Angaben Ihre Kasseler Bauzeichnung enthalten muss
Damit eine Zeichnung als vollständige Bauvorlage gilt, verlangt der Bauvorlagenerlass bestimmte Mindestangaben:
- Ein durchgängiger Maßstab je Zeichnungsart – im Regelfall 1:100 –, wobei ein anderer Maßstab zulässig ist, sobald er der besseren Darstellung dient.
- Eine erkennbare Bauvorlageberechtigung: Wer die Zeichnung verantwortet, muss aus ihr selbst hervorgehen, üblicherweise ein dafür berechtigter Architekt oder Ingenieur.
- Bei jedem Umbau eine klare optische Trennung zwischen dem, was verschwindet, und dem, was neu entsteht.
Bei einem Neubau stellt sich die Unterscheidung zwischen Bestand und Neuplanung gar nicht erst – es gibt keinen Bestand, den man zeigen müsste. Sobald es dagegen um einen Umbau geht, verlangt der Erlass genau diese Unterscheidung zwingend, und die setzt eine Zeichnung vom tatsächlichen Ist-Zustand voraus. Für Kassel heißt das konkret: Weil der weit überwiegende Teil der Innenstadt erst nach 1943 neu errichtet wurde, existiert für diese Gebäude zwar meist ein ursprünglicher Bauplan bei Amt 63, doch was seither an ihnen verändert wurde, findet sich darin selten vollständig wieder. Wer für ein solches Gebäude umbaut, sollte den Ist-Zustand deshalb nicht aus der alten Zeichnung übernehmen, sondern eigens aufmessen – nur so lässt sich anschließend verlässlich zeigen, was tatsächlich bleibt und was weicht.
Ein koordinierter Plansatz statt einzelner Zeichnungen
Wie der Plansatz entsteht, hängt davon ab, ob überhaupt ein Bestand existiert:
Neubau ohne Bestandsfrage
Grundriss, Schnitt und Ansicht werden gemeinsam aus derselben Planung entwickelt und passen dadurch von Beginn an zueinander – eine eigene Recherche zum Ist-Zustand entfällt vollständig.
Umbau am Wiederaufbaugebäude
Hier muss die Zeichnung zeigen, was bleibt und was weicht. Weil die vorhandene Bauakte spätere Veränderungen an Kasseler Nachkriegsgebäuden oft nicht zeigt, entsteht diese Grundlage meist erst durch ein eigenes Aufmaß statt durch das Übernehmen einer alten Zeichnung.
Was zu einem vollständigen Plansatz in Kassel gehört
Eine einzelne Zeichnung reicht für die Einreichung nicht:
- Bemaßte Grundrisse jedes Geschosses
Üblicherweise im Maßstab 1:100, versehen mit den vom Bauvorlagenerlass verlangten Angaben.
- Passende Schnitte und Ansichten
Im selben Maßstab wie die Grundrisse und mit denselben Bauteilen dargestellt, damit sich die Zeichnungen nicht widersprechen.
- Lageplan, ergänzt um den Denkmalstatus
Zeigt das Vorhaben auf dem Flurstück; liegt das Gebäude im Vorderen Westen oder in Bad Wilhelmshöhe unter Denkmalschutz, kommt der Hinweis auf die Beteiligung von Abteilung 633 hinzu.
Bauzeichnungen in Kassel – Beispiele aus der Praxis
Neubau eines Mehrfamilienhauses
Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen als abgestimmter Satz direkt aus der Planung, durchgängig im Maßstab 1:100 und von Anfang an für die digitale Einreichung über das Bauportal Hessen aufbereitet.
Dachgeschossausbau an einem Wiederaufbau-Mehrfamilienhaus
Die Bauakte des Gebäudes von 1961 zeigt nur den ursprünglichen Zustand, keine der seither vorgenommenen kleineren Umbauten. Grundlage für den Bestandsteil des Plansatzes wird deshalb ein aktuelles Aufmaß statt der alten Zeichnung.
Fassadenänderung an einem denkmalgeschützten Gebäude im Vorderen Westen
Weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht, muss der Plansatz die betroffenen Fassadenelemente so detailliert darstellen, dass Abteilung 633 den Eingriff denkmalrechtlich beurteilen kann.
So entsteht Ihr Plansatz für Kassel
Bis zur einreichfertigen Zeichnung sind mehrere Schritte nötig, deren Reihenfolge sich bei einem Umbau nicht verkürzen lässt:
- Ist-Zustand klären
Amt 63 nach einer verwertbaren Bauakte fragen; zeigt sie spätere Umbauten nicht, wird stattdessen aufgemessen.
- Grundrisse zeichnen
Bemaßt, im passenden Maßstab und mit sämtlichen Pflichtangaben des Erlasses versehen.
- Schnitte und Ansichten dazu abstimmen
Sie müssen dieselben Bauteile und Maße zeigen wie die Grundrisse, sonst entstehen Rückfragen.
- Bestand und Neuplanung eindeutig trennen
Nur mit einer verlässlichen Ist-Zustands-Grundlage überhaupt sauber möglich.
- An Abteilung 632 übergeben
Digital über das Bauportal Hessen, ergänzt um Lageplan und Baubeschreibung.
Was den Preis für eine Bauzeichnung in Kassel beeinflusst
Wie aufwendig ein Plansatz wird, hängt von mehreren Stellschrauben ab:
- Ob überhaupt ein Bestand zu berücksichtigen ist
Ein Neubau-Plansatz entsteht direkt aus der laufenden Planung; ein Umbau braucht zusätzlich eine geklärte Ausgangslage.
- Verlässlichkeit der Bauakte
Zeigt sie spätere Umbauten nicht, wird vor dem eigentlichen Zeichnen erst aufgemessen – bei Wiederaufbaugebäuden ein häufiger Fall.
- Denkmalschutz des Gebäudes
Im Vorderen Westen verlangt die Beteiligung von Abteilung 633 zusätzliche Detailtreue an der Fassade.
- Gewünschtes Bearbeitungstempo
Betrifft allein unsere eigene Vorlaufzeit, nicht die gesetzlichen Fristen von Abteilung 632.
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