Planprofi24 in Jena

Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis für Immobilien in Jena — digital beauftragt, mit Blick auf die lokalen Zuständigkeiten und Besonderheiten.

Jena verdankt seinen Ruf als eine der bekanntesten deutschen Universitäts- und Wissenschaftsstädte zwei Gründungslinien, die bis heute nur wenige Gehminuten voneinander entfernt liegen. Am 2. Februar 1558 verlieh Kaiser Ferdinand I. der bereits 1548 gegründeten Hohen Schule die Rechte einer Universität; als Friedrich-Schiller-Universität, benannt nach dem hier ab 1789 als Geschichtsprofessor lehrenden Dichter, zählt sie mit aktuell mehr als 16.000 Studierenden zu den traditionsreichsten Hochschulen Deutschlands. 1846 eröffnete der Mechaniker Carl Zeiss eine Werkstätte für Feinmechanik und Optik; gemeinsam mit dem Physiker Ernst Abbe, der nach dem Tod von Carl Zeiss 1888 die bis heute als Eigentümerin fungierende Carl-Zeiss-Stiftung gründete, und dem Glaschemiker Otto Schott, der 1884 mit dem Glastechnischen Laboratorium Schott & Genossen den Grundstein des heutigen Spezialglasherstellers Schott AG legte, machte Zeiss Jena zu einem der Ursprungsorte der modernen optischen Industrie. Mit der nach Abbe benannten Ernst-Abbe-Hochschule kommen heute rund 4.200 weitere Studierende hinzu – zusammen knapp ein Fünftel der Einwohnerschaft einer Stadt, die eng zwischen den bewaldeten Muschelkalk- und Buntsandsteinhängen des mittleren Saaletals liegt.

Genau dieses beengte Talkessel-Relief macht Jena auch demografisch zu einem interessanten Fall: 1988 erreichte die Einwohnerzahl mit rund 108.000 ihren Höchststand vor der Wiedervereinigung, ehe sie in den unruhigen 1990er Jahren mehrfach knapp unter die 100.000-Marke rutschte – 1997 etwa auf rund 99.300. Im Unterschied zu vielen anderen ostdeutschen Städten erholte sich Jena vergleichsweise schnell und zählt nach amtlicher Statistik zum 31. Dezember 2023 rund 110.800 Einwohnerinnen und Einwohner – heute damit sogar über jenem historischen Höchststand von 1988. Wer in dieser dichten Mischung aus Gründerzeit-Wohnvierteln rund um die Universität, jahrzehntealter Industriebausubstanz aus der Zeiss- und Schott-Ära und aktuellen Großprojekten baut, saniert oder eine Immobilie vermisst, braucht dafür ein Aufmaß, das die jeweilige Bauepoche zuverlässig abbildet.

Zuständige Bauaufsichtsbehörde in Jena

Für Bauanträge, Bauvoranfragen und Genehmigungsfreistellungen im gesamten Stadtgebiet ist der Fachdienst Bauordnung und Denkmalschutz der Stadtverwaltung Jena zuständig, Am Anger 26, 07743 Jena (Telefon 03641 49-5051). Da Jena als eine von fünf kreisfreien Städten Thüringens keinem Landkreis angehört, nimmt die Stadt die Aufgaben der unteren Bauaufsichtsbehörde vollständig in eigener Verantwortung wahr. Ungewöhnlich ist dabei der Zuschnitt des Fachdienstes selbst: Er bündelt die untere Bauaufsichtsbehörde und die nach dem Thüringer Denkmalschutzgesetz (ThürDSchG) zuständige untere Denkmalschutzbehörde in einer einzigen Organisationseinheit – bei denkmalrechtlich relevanten Vorhaben hat man es in Jena also durchgehend mit demselben Fachdienst zu tun.

Seit Oktober 2024 ist Thüringen zudem der bundesweiten Nachnutzungsallianz für die sogenannte OZG-EfA-Leistung Bauantrag beigetreten, die unter Federführung Mecklenburg-Vorpommerns entstanden ist: Formulardaten aus dem Thüringer Antragsmanagementsystem für Verwaltungsleistungen (ThAVEL) laufen seither in einem digitalen Fallmanagementraum zusammen, über den Bauherrschaft, Bauvorlageberechtigte, beteiligte Behörden und Prüfingenieure das Verfahren gemeinsam bearbeiten. Seit Anfang 2025 wird die technische Anbindung an den bundesweiten Datenstandard XBau schrittweise nachgerüstet, sodass auch Bauanträge in Jena mittelfristig durchgängig digital bearbeitet werden sollen.

Bauordnung und Besonderheiten in Jena

Rechtsgrundlage ist die Thüringer Bauordnung (ThürBO) in der Neufassung, die der Landtag am 13. Juni 2024 beschlossen hat und die seit dem 19. Juli 2024 gilt; ihr Kernanliegen war die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes, wofür nahezu alle Schriftformerfordernisse im Bauverfahren entfielen. Für Vorhaben an geschützter Bausubstanz tritt ergänzend das Thüringer Denkmalschutzgesetz (ThürDSchG) hinzu – in Jena verkörpert vor allem durch das Zeiss-Planetarium: Die am 18. Juli 1926 eröffnete Kuppel gilt als das weltweit älteste, bis heute in Betrieb befindliche Projektionsplanetarium. Ihre nur rund sechs Zentimeter dünne, etwa 25 Meter weit gespannte Betonschale, die der Zeiss-Ingenieur Walther Bauersfeld gemeinsam mit dem Bauingenieur Franz Dischinger im sogenannten Zeiss-Dywidag-Verfahren entwickelte, gilt als Meilenstein des modernen Schalenbaus, steht unter Denkmalschutz und wurde von der Ingenieurkammer Thüringen als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst ausgezeichnet.

Wie eng Baugeschichte und Industriegeschichte in Jena verflochten sind, zeigen zwei Kapitel des 20. Jahrhunderts. Bereits am 17. März 1945 und mit voller Wucht am 19. März 1945 – dem vielfach als schwärzester Tag der Stadtgeschichte bezeichneten Datum – galten alliierte Bombenangriffe gezielt den Zeiss- und Schott-Werken als wichtigstem deutschen Standort der Militäroptik: Allein am 19. März erhielt das Zeiss-Werk zehn Volltreffer und verlor rund ein Viertel seiner Gebäudesubstanz, in der Stadt starben an diesem Tag 236 Menschen. Noch bevor Thüringen an die sowjetische Besatzungszone überging, brachten die Amerikaner im Juni 1945 rund 77 leitende Zeiss-Mitarbeiter nach Heidenheim, wo 1946 als Tochtergesellschaft der Carl-Zeiss-Stiftung die Opton Optische Werke Oberkochen GmbH entstand – die Keimzelle des heutigen westdeutschen Zeiss-Konzerns –, während der Wiederaufbau in Jena ab Sommer 1947 begann und der Betrieb in der DDR schließlich als VEB Carl Zeiss Jena fortgeführt wurde.

Sichtbare städtebauliche Spuren hinterließ drei Jahrzehnte später die DDR-Stadtplanung: 1969 wich das historische Wohn- und Geschäftsviertel rund um den Eichplatz einem von Hermann Henselmann entworfenen Rundturm, den das Kombinat ab dem 30. April 1970 zunächst als eigenes Forschungsgebäude errichten ließ. Weil sich der Neubau dafür als ungeeignet erwies, übergab ihn das Kombinat zum 1. Januar 1972 an die Friedrich-Schiller-Universität – daher der bis heute gebräuchliche Name Universitätshochhaus für das seit einer Aufstockung 2004 mit 159,6 Metern höchste Bürogebäude Ostdeutschlands, den heutigen JenTower. Der am Fuß des Turms entstandene Eichplatz blieb danach über Jahrzehnte größtenteils unbebaut; erst am 22. November 2023 billigte der Stadtrat den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das an die STRABAG Real Estate verkaufte Baufeld A, der auf rund 30.000 Quadratmetern drei Hochhäuser mit 20, 14 und zehn Geschossen für Wohnen, Büros und Handel vorsieht – die ursprünglich für 2026 angepeilte Fertigstellung hat sich nach Medienberichten aus dem Frühjahr 2026 allerdings spürbar verzögert.

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