Grundriss als .dwg-Datei in Jena — editierbar für CAD, Statik und weitere Planung
Eine beim Fachdienst Bauordnung und Denkmalschutz eingereichte Bauvorlage ist bewusst starr: Sie soll den genehmigten Zustand unveränderlich festhalten, auch wenn die Einreichung inzwischen über das Landesportal ThAVEL digital erfolgen kann. Genau diese Starrheit wird zum Problem, sobald mit dem Grundriss tatsächlich weitergearbeitet werden soll – ein Statiker, ein Architekturbüro oder ein Handwerksbetrieb kann eine feste PDF-Zeichnung nicht einfach fortschreiben. Besonders spürbar wird das bei Gebäuden, für die das städtische Bauaktenarchiv keine digitalisierte Vorlage bereithält, denn dort digitalisiert die Stadt nach eigener Auskunft nur einzelfallbezogen, nicht im Voraus für den gesamten Bestand.
Wie sich die .dwg-Datei zum Genehmigungsverfahren verhält
Für sich genommen ist eine .dwg-Datei nicht genehmigungspflichtig, sie hängt aber eng mit dem eigentlichen Bauantragsverfahren zusammen:
- Jede beim Fachdienst Bauordnung und Denkmalschutz eingereichte Bauvorlage muss der ThürBauVorlVO entsprechen und als feste, nicht mehr veränderbare Fassung vorliegen – ein offenes CAD-Format erfüllt diese Anforderung nicht.
- Wird ein genehmigtes Vorhaben nachträglich geändert, muss die geänderte Fassung erneut als feste Bauvorlage eingereicht werden; eine vorhandene, editierbare Datei beschleunigt diesen Schritt, weil sich die Änderung direkt in der bestehenden Zeichnung vornehmen lässt.
- Bei Gebäuden mit Denkmalbezug bleibt für die eigentliche denkmalschutzrechtliche Prüfung nach § 13 ThürDSchG ebenfalls die feste PDF-Fassung maßgeblich – die .dwg-Datei dient hier ausschließlich der eigenen Vorbereitung und Planung.
<p>Genehmigungsverfahren und Planungsalltag stellen widersprüchliche Anforderungen an ein und dieselbe Zeichnung: Der Fachdienst Bauordnung und Denkmalschutz braucht eine Fassung, die sich nach der Genehmigung nicht mehr verändert, damit jederzeit nachvollziehbar bleibt, was tatsächlich genehmigt wurde. Ein Architekturbüro, ein Statiker oder ein Handwerksbetrieb braucht dagegen eine Zeichnung, die sich flüssig weiterbearbeiten lässt, ohne bei jeder kleinen Anpassung neu beginnen zu müssen. Beide Anforderungen lassen sich nicht in einem einzigen Dokument vereinen. Deshalb bleibt es auch nach der Einreichung über das Landesportal ThAVEL bei zwei getrennten Fassungen: der festen Bauvorlage für den Fachdienst und der editierbaren .dwg-Datei für alle, die mit dem Grundriss tatsächlich weiterarbeiten.</p>
Drei Situationen, in denen die Datei den Unterschied macht
In der Praxis zeigt sich der Nutzen einer editierbaren Datei vor allem hier:
Mehrere Fachplanungen greifen auf denselben Bestand zu
Statik, Haustechnik und Innenausbau arbeiten mit derselben Grundlage weiter, statt jeweils eigene, möglicherweise leicht abweichende Aufnahmen zu erstellen – wichtig bei größeren Umbauten mit mehreren beteiligten Gewerken.
Ein Gebäudetyp wiederholt sich mehrfach
Wird derselbe Wohnungstyp in mehreren Aufgängen eines Plattenbaus saniert, dient eine einmal erstellte .dwg-Datei als wiederverwendbare Vorlage für jede weitere Einheit.
Ein genehmigtes Vorhaben wird später geändert
Steht eine spätere Nachtragsplanung an, lässt sich die vorhandene .dwg-Datei direkt fortschreiben, statt den genehmigten Zustand aus einer festen PDF-Bauvorlage erneut zu digitalisieren.
Was Sie zusammen mit dem Grundriss erhalten
Die editierbare Datei tritt nicht an die Stelle der Bauvorlage, sondern ergänzt sie:
- Die .dwg-Datei selbst
Mit denselben Maßen wie die zugehörige Bauvorlage, aufgeteilt in Ebenen für Wände, Bemaßung, Beschriftung und gegebenenfalls Möblierung.
- Eine feste PDF-Fassung
Für die Einreichung beim Fachdienst Bauordnung und Denkmalschutz bleibt die unveränderliche Fassung nach der ThürBauVorlVO maßgeblich, unabhängig davon, ob zusätzlich eine .dwg-Datei bestellt wird.
- Angaben zum gewünschten Zielprogramm
Auf Wunsch wird die Datei auf das beim Empfänger genutzte CAD-Programm und dessen Formatversion abgestimmt.
.dwg-Datei in Jena – Beispiele aus der Praxis
Umbau eines Bestandsgebäudes mit mehreren Gewerken
Ähnlich wie beim historischen Umbau des heutigen JenTower vom Hochschul- zum Bürogebäude arbeiten bei einem größeren Sanierungsvorhaben Statik-, Elektro- und Sanitärplanung parallel an derselben Grundlage weiter.
Gründerzeithaus ohne digitale Bauakte
Weil im Bauaktenarchiv nur eine Papierakte vorliegt, entsteht die .dwg-Datei einmalig aus einem eigenen Aufmaß – jede weitere Planungsstufe baut anschließend direkt darauf auf, ohne erneut zu digitalisieren.
Sanierung mehrerer Aufgänge in Neulobeda
Eine einmal erstellte, sauber strukturierte Datei dient als Vorlage für jeden weiteren, baugleichen Aufgang und spart dadurch mehrfache Neudigitalisierung.
Ausschreibung an mehrere Handwerksbetriebe
Wenn verschiedene Betriebe auf Grundlage derselben Maße kalkulieren sollen, verhindert eine gemeinsame .dwg-Datei widersprüchliche Angebote aus unterschiedlich interpretierten Bestandsplänen.
Nachtragsplanung an einem bereits genehmigten Vorhaben
Muss ein bereits genehmigtes Bauvorhaben nachträglich angepasst werden, lässt sich die Änderung direkt in der vorhandenen .dwg-Datei vornehmen, statt die genehmigte PDF-Bauvorlage komplett neu zu digitalisieren.
So erhalten Sie Ihre .dwg-Datei für Jena
Von der Bestandsaufnahme zur fertigen CAD-Datei:
- Bestand klären
Vorhandene Bauakte oder aktuelles Aufmaß bilden die Grundlage für den Grundriss.
- Datei strukturieren
Wände, Maße, Beschriftung und weitere Elemente werden auf getrennte Ebenen verteilt, damit sich einzelne Bestandteile gezielt bearbeiten lassen.
- Format abstimmen
Auf Wunsch wird die Datei an das beim Empfänger genutzte CAD-Programm angepasst.
- Beide Fassungen liefern
Sie erhalten die editierbare .dwg-Datei zusammen mit der festen PDF-Fassung für die Einreichung.
Was den Preis für eine .dwg-Datei in Jena beeinflusst
Der Mehraufwand gegenüber einer reinen PDF-Bauvorlage hängt von diesen Punkten ab:
- Ob eine digitale Vorlage bereits existiert
Liegt der Grundriss schon als Planungsdatei vor, entfällt die vollständige Neuerfassung, die bei einer reinen Papierakte nötig wird.
- Zuschnitt des Gebäudes
Individuell geschnittene Altbaugrundrisse verlangen mehr Zeit bei der Digitalisierung als ein einfacher, rechtwinkliger Grundriss.
- Zahl der Geschosse
Jede weitere Ebene erhöht den Aufwand für die editierbare Fassung entsprechend.
- Abstimmungsaufwand mit mehreren Nutzern
Sollen mehrere Fachplanungen dieselbe Datei verwenden, kann eine besonders sorgfältig aufgebaute Layer-Struktur zusätzlichen Aufwand bedeuten.
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