Planprofi24 in Ratingen

Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis für Immobilien in Ratingen — digital beauftragt, mit Blick auf die lokalen Zuständigkeiten und Besonderheiten.

Ratingen taucht in den Quellen erstmals vor 849 auf, als das Werdener Chartular die Siedlung als „Hratuga“ verzeichnet – lange bevor Graf Adolf V. von Berg dem Ort am 11. Dezember 1276 die Stadtrechte verlieh. Im Mittelalter lebte Ratingen von einem florierenden Schmiedehandwerk, das die Wasserkraft von Anger und Schwarzbach nutzte, zwei Bächen, die bis heute das Stadtgebiet durchqueren. Aus dieser frühen Gewerbetradition wuchs 1783/84 ein Wendepunkt der deutschen Industriegeschichte: Der Wuppertaler Kaufmann Johann Gottfried Brügelmann ließ am Anger die Textilfabrik Cromford errichten – nach dem Vorbild der englischen Water-Frame-Technologie die erste vollmechanisierte Baumwollspinnerei auf dem europäischen Kontinent. Cromford ist heute LVR-Industriemuseum und weltweit das einzige Museum, das die Verarbeitung von Rohbaumwolle zu Garn an original rekonstruierten Maschinen des 18. Jahrhunderts zeigt.

Um den mittelalterlichen Marktplatz mit der Kirche St. Peter und Paul hat sich ein historischer Ortskern erhalten, den Reste der ab dem 15. Jahrhundert ausgebauten Stadtbefestigung noch sichtbar machen – darunter der Dicke Turm, der Runde Turm, der Trinsenturm und der Windmühlenturm von 1471. Fünf Denkmalbereichssatzungen schützen heute unterschiedliche Schichten der Stadt: den Ortskern selbst, die gründerzeitlichen Erweiterungen an Östlicher Poststraße, Südlicher Bahnstraße und Graf-Adolf-Straße sowie den alten Ortskern von Homberg. Homberg kam allerdings erst 1975 zu Ratingen, zusammen mit Breitscheid, Eggerscheidt, Hösel und Lintorf – fünf bis dahin selbständigen Gemeinden. Lintorf hat bis heute einen eigenen Marktplatz und gut erhaltene Fachwerkhäuser, Hösel und Tiefenbroich ihre eigenen dörflichen Kerne. Wer in einem dieser Ortsteile baut, arbeitet deshalb häufig mit Bauakten, die vor der Eingemeindung entstanden und uneinheitlich überliefert sind.

Wirtschaftlich prägt heute vor allem der Westen der Stadt das Bild: Im Gewerbegebiet Ratingen-West, unmittelbar an den Düsseldorfer Flughafen angrenzend, haben sich die Europazentrale von Esprit und ein großes IKEA-Einrichtungshaus angesiedelt, begünstigt durch eine Autobahnanbindung ohne eine einzige Ampel bis zum Airport. Mit rund 93.500 Einwohnern ist Ratingen die einwohnerstärkste Stadt im Kreis Mettmann und gehört, neben Velbert, zu den beiden großen kreisangehörigen Städten des Kreises. Sechs Haltestellen der Düsseldorfer Stadtbahn liegen im Ratinger Stadtgebiet; für Pendler beginnt die Landeshauptstadt damit praktisch am eigenen Bahnsteig, was den Siedlungsdruck aus dem Speckgürtel zusätzlich befeuert. Eine eigene Herausforderung bleibt der Anger: Für den Bach ist im Bereich zwischen Tiefenbroich und Ratingen-West ein Überschwemmungsgebiet förmlich festgesetzt, das bei Vorhaben in Gewässernähe zusätzlich zum Baurecht zu beachten ist.

Zuständige Bauaufsichtsbehörde in Ratingen

Ratingen zählt mit rund 93.500 Einwohnern zu den beiden großen kreisangehörigen Städten im Kreis Mettmann und nimmt die Aufgaben der unteren Bauaufsichtsbehörde deshalb selbst wahr. Bauanträge, Bauvoranfragen und Nutzungsänderungen für Grundstücke im Stadtgebiet gehen an das städtische Amt 61 – Amt für Stadtplanung, Vermessung und Bauordnung –, nicht an die Kreisverwaltung Mettmann in der Kreisstadt Mettmann. Innerhalb des Amts ist die Abteilung 61.30 für die Bauordnung zuständig; Sitz ist die Minoritenstraße 2-6 in der Ratinger Innenstadt, Termine sind vorab zu vereinbaren.

Eine Besonderheit gegenüber vielen anderen NRW-Kommunen liegt in der Organisationsstruktur selbst: Während Bauaufsicht und amtliche Vermessung andernorts häufig auf zwei verschiedene Träger verteilt sind – die Bauaufsicht bei der Stadt, die Vermessung beim Kreis –, führt Ratingen beides unter einem Dach. Neben der Abteilung 61.30 gehört mit der Abteilung 61.20 auch die Vermessung zu Amt 61. Für Eigentümer heißt das in der Praxis: Fragen zum Bauantrag und Fragen zu Grundstücksgrenzen oder Katasterauszügen landen in derselben Verwaltungseinheit, auch wenn unterschiedliche Sachbearbeitungen zuständig sind.

Für die fünf 1975 eingemeindeten Ortsteile Breitscheid, Eggerscheidt, Hösel, Homberg und Lintorf gilt dieselbe Zuständigkeit wie für die Kernstadt – anders, als es die eigenständige Verwaltungsgeschichte dieser Orte vor der Eingemeindung vermuten ließe. Wer für ein älteres Gebäude in einem dieser Ortsteile eine genehmigte Planung sucht, muss allerdings damit rechnen, dass die Akte noch aus der Zeit der eigenständigen Gemeinde stammt und in unterschiedlicher Vollständigkeit in den städtischen Bestand übergegangen ist.

Bauordnung und Besonderheiten in Ratingen

Rechtsgrundlage ist die Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen, die zum 1. September 2026 als BauCode NRW grundlegend reformiert in Kraft getreten ist. Der genehmigungsfreie Bereich wurde erweitert, im vereinfachten Verfahren gilt bei Fristablauf eine Genehmigungsfiktion, und die elektronische Einreichung ist zum gesetzlichen Regelfall geworden – in der Praxis über das landesweite Bauportal.NRW. Weil die Reform erst wenige Tage zurückliegt, lohnt bei laufenden Ratinger Vorhaben eine Rückfrage bei Amt 61, welche Übergangsregelung im Einzelfall greift.

Die zweite Ebene betrifft den Denkmalschutz, und er reicht in Ratingen über einzelne Baudenkmäler weit hinaus. Fünf Denkmalbereichssatzungen schützen städtebauliche Ensembles: den historischen Ortskern rund um Marktplatz und die Kirche St. Peter und Paul mit den erhaltenen Wehrtürmen der mittelalterlichen Stadtbefestigung, die gründerzeitlichen Straßenzüge an Östlicher Poststraße, Südlicher Bahnstraße und Graf-Adolf-Straße sowie den alten Ortskern von Homberg. Innerhalb dieser Bereiche sind Veränderungen am äußeren Erscheinungsbild erlaubnispflichtig, unabhängig davon, ob das einzelne Gebäude selbst in der Denkmalliste steht. Bei einem Fachwerkhaus am Ratinger Markt betrifft das praktisch jede Fassaden-, Fenster- oder Dacharbeit.

Die dritte Ebene ist das Wasserrecht. Für den Anger, der von Homberg kommend durch den Poensgenpark und zwischen Tiefenbroich und Ratingen-West Richtung Düsseldorf fließt, hat die Bezirksregierung Düsseldorf ein Überschwemmungsgebiet förmlich festgesetzt. Innerhalb dieser Grenze sind Neubau und Erweiterung baulicher Anlagen grundsätzlich eingeschränkt; wer in Gewässernähe baut oder ein Untergeschoss plant, muss die Lage zur festgesetzten Grenze vor der Planung klären. Betroffen sind vor allem Grundstücke im Übergang zwischen den westlichen Stadtteilen, weniger die höher gelegene Altstadt selbst.

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