Aufteilungspläne in Ratingen — jede Fläche bekommt eine Nummer

Aufteilungspläne sind die Zeichnungen, mit denen ein Gebäude rechtlich zerlegt wird. Sie zeigen alle Geschosse, alle Räume und alle Nebenflächen, und sie ordnen jede einzelne dieser Flächen einer Nummer zu. Diese Nummer ist später die Adresse im Grundbuch.

Damit unterscheiden sie sich grundlegend von einer gewöhnlichen Bauzeichnung. Ein Aufteilungsplan muss vollständig sein — jede Fläche gehört entweder zu einer Einheit oder zum Gemeinschaftseigentum.

In Ratingen führt das regelmäßig zu Fragen, die anderswo seltener auftauchen. In den Bürgerhäusern des Denkmalbereichs Ortskern gibt es Nebentreppen, ehemalige Werkstatträume und Wirtschaftsflächen, die historisch zum ganzen Haus gehörten und nun einer Einheit zugewiesen werden müssen. Auf den Hofstellen in Hösel und Lintorf liegen mehrere Gebäude auf einem Grundstück, dazwischen Hofflächen und Zufahrten.

Wann Aufteilungspläne in Ratingen gebraucht werden

Immer dann, wenn aus einem Objekt mehrere Rechtseinheiten werden:

  • Ein Haus wird erstmals in Eigentumswohnungen aufgeteilt.
  • Gewerblich genutzte Räume sollen Teileigentum werden.
  • Eine bestehende Teilung soll geändert werden.
  • Kellerabteile oder Stellplätze werden neu zugeteilt.
  • Neubau oder Umbau lässt die Einheiten erst entstehen.
  • Vorhandene Pläne bilden nicht mehr den wirklichen Zustand ab.
Was einen Aufteilungsplan im Fachwerkhaus schwieriger macht

Eigentümer mit vorhandenen Bestandsplänen halten den Aufteilungsplan oft für reine Formsache. Tatsächlich unterscheidet er sich nicht in der Optik, sondern im Anspruch: Er muss drei Dinge leisten, die ein gewöhnlicher Grundriss nicht leisten muss. Erstens eine konsequente Nummerierung — jeder Raum, der zu einer Einheit gehört, trägt über alle Geschosse hinweg dieselbe Nummer. Zweitens Lückenlosigkeit — für keine Fläche darf offenbleiben, ob sie Sondereigentum oder Gemeinschaftseigentum ist. Drittens Deckungsgleichheit mit der Wirklichkeit — was gezeichnet ist, muss vor Ort so existieren oder eigens hergestellt werden. In Ratingen zeigt sich das besonders deutlich. Ein Bürgerhaus im Denkmalbereich Ortskern hat oft Nebentreppen, frühere Werkstatt- oder Ladenflächen im Erdgeschoss und Wirtschaftsräume, die mehrere Geschosse verbinden — wem sie zugeschlagen werden, muss der Plan zeigen, nicht raten lassen. Auf einer Hofstelle in Hösel oder Lintorf stehen Wohnhaus, umgebaute Scheune und Remise auf gemeinsamem Grund, dazwischen Zufahrt und Hoffläche; abgeschlossene Räume können Sondereigentum werden, die Außenflächen dagegen nur über zeichnerisch klar abgegrenzte Sondernutzungsrechte. Und in den Mehrfamilienhäusern der eingemeindeten Ortsteile weichen die vorhandenen Kellerpläne häufig vom tatsächlichen Zustand ab, weil Abteile über Jahrzehnte zusammengelegt oder verschoben wurden, ohne dass eine der fünf früheren Gemeindeverwaltungen das je dokumentiert hätte. Genau dort scheitern viele Entwürfe — vergessen werden Heizungsräume, Zählernischen, Trockenräume, die Fläche unter der Außentreppe. Wir nehmen deshalb sämtliche Ebenen in einem einzigen Termin auf und zeichnen so, dass Amt 61 den Plansatz ohne Rückfragen zur Zuordnung durchwinken kann.

Welche Zeichnungen zum Satz gehören

Ein vollständiger Satz besteht in der Regel aus vier Bestandteilen:

Grundrisse aller Geschosse

Vom Keller bis zum Dachraum, jeweils mit Nummerierung und farblicher Kennzeichnung der Eigentumsarten versehen.

Schnitte

Machen sichtbar, wie Einheiten über mehrere Geschosse zusammenhängen — bei Maisonetten unverzichtbar.

Ansichten

Ordnen das Gebäude von außen ein und zeigen, wo welcher Zugang liegt.

Darstellung der Freiflächen

Stellplätze sowie Hof- und Gartenanteile werden abgegrenzt, sobald Sondernutzungsrechte daran hängen.

Was in die Pläne eingetragen wird

Neben der Geometrie sind es vor allem Zuordnungen:

  • Nummerierung der Einheiten

    Läuft fortlaufend über alle Geschosse und ist der Schlüssel zwischen Plan, Teilungserklärung und Grundbuch.

  • Kennzeichnung der Eigentumsarten

    Farbe oder Schraffur unterscheiden Sondereigentum von Gemeinschafts- und Sondernutzungsflächen.

  • Nebenräume mit Zuordnung

    Keller, Speicher und Garagen tragen jeweils die Nummer der zugehörigen Einheit.

  • Technikräume und Verkehrsflächen

    Heizungsraum, Hausanschluss, Treppenhaus und Flure zählen zum Gemeinschaftseigentum.

  • Flächenangaben je Einheit

    Bilden die Grundlage, aus der später die Miteigentumsanteile berechnet werden.

Vier Aufteilungen aus Ratingen

Bürgerhaus in der Denkmalbereichssatzung Ortskern

Der frühere Laden im Erdgeschoss wird eine eigene Einheit, das Nebentreppenhaus bleibt gemeinschaftlich.

Hofstelle in Lintorf mit drei Baukörpern

Wohnhaus, Scheune und Remise stehen für sich; Hoffläche und Zufahrt werden separat abgegrenzt.

Gründerzeithaus an der Südlichen Bahnstraße

Eine geschossverbindende Nebentreppe muss entweder gemeinschaftliche Erschließung oder Teil einer Einheit sein — beides zugleich geht nicht.

Mehrfamilienhaus in Homberg mit umgebautem Keller

Weil die alten Kellerpläne nicht mehr stimmen, lassen sich die Abteile erst nach neuer Aufnahme sauber zuordnen.

So entstehen Ihre Aufteilungspläne

  1. Aufteilung festlegen

    Wir legen gemeinsam fest, welcher Raum zu welcher Einheit zählt und was gemeinschaftlich bleibt.

  2. Alle Ebenen aufmessen

    In einem Termin erfassen wir Wohnungen, Keller, Dachraum und Nebengebäude.

  3. Pläne zeichnen und kennzeichnen

    Nummern, Farben und Flächenangaben werden in die Zeichnungen übertragen.

  4. Einreichen und begleiten

    Nach der Einreichung bei Amt 61 klären wir Rückfragen, bis die Bescheinigung vorliegt.

Was den Aufwand von Aufteilungsplänen in Ratingen beeinflusst

Vier Größen bestimmen den Umfang der Arbeit:

  • Anzahl der Einheiten

    Jede Einheit bringt eine eigene Zuordnung, eigene Flächenermittlung und zusätzliche Kennzeichnungen mit sich.

  • Zahl der Geschosse und Gebäude

    Ein einzelnes Haus bleibt überschaubar, mehrere Baukörper verlangen die lagerichtige Verknüpfung untereinander.

  • Umfang der Nebenflächen

    Zahlreiche Kellerabteile, Stellplätze und Hofanteile bedeuten entsprechend viele Einzelabgrenzungen.

  • Lage in einem Denkmalbereich

    Bauliche Schritte zur Herstellung der Abgeschlossenheit brauchen dort zusätzlich die Zustimmung der Denkmalbehörde.

Alle Leistungen in Ratingen

Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis — Übersicht für Ratingen ansehen →

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