Planprofi24 in Pforzheim

Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis für Immobilien in Pforzheim — digital beauftragt, mit Blick auf die lokalen Zuständigkeiten und Besonderheiten.

Pforzheim verlor am 23. Februar 1945 in einem nur rund 22 Minuten dauernden Luftangriff von 379 Bombern der Royal Air Force den überwiegenden Teil seiner Innenstadt – die britische Bombing Survey Unit schätzte nach Kriegsende rund 83 Prozent der bebauten Stadtfläche als zerstört ein, vermutlich der höchste Anteil, den ein einzelner Luftangriff im gesamten Krieg erreichte. Nach einer Schätzung des Statistischen Amts von 1948 kamen etwa 17.600 Menschen ums Leben, eine bis heute nicht exakt gesicherte Zahl, die aber rund einem Drittel der knapp 80.000 Einwohner entsprach, die Pforzheim vor dem Krieg zählte – im Verhältnis zur Einwohnerzahl der höchste Bevölkerungsverlust, den eine deutsche Stadt im alliierten Luftkrieg erlitt. Der ab 1948 einsetzende Wiederaufbau nutzte die Zerstörung als radikalen Neuanfang: Statt das enge, historisch gewachsene Straßennetz wiederherzustellen, entstand eine konsequent autogerechte Innenstadt, für die 23 Straßen und drei Plätze aus dem Stadtbild verschwanden.

Ausgerechnet dieser Wiederaufbau gilt inzwischen selbst als schützenswert: Rund 30 Gebäude aus den 1950er- und 1960er-Jahren stehen heute unter Denkmalschutz, darunter der 1958 eröffnete Hauptbahnhof und das von Manfred Lehmbruck entworfene Reuchlinhaus, seit den frühen 1960er-Jahren Sitz des Schmuckmuseums. Dessen Sammlung erinnert an die zweite Konstante der Stadtgeschichte: Seit Markgraf Karl Friedrich von Baden-Durlach dem Uhrmacher Jean-François Autran am 6. April 1767 das Privileg für eine Manufaktur im Pforzheimer Waisenhaus erteilte, gilt Pforzheim als Goldstadt – nach Branchenangaben werden noch heute rund 70 Prozent des Umsatzes der deutschen Schmuck- und Silberwarenindustrie hier erwirtschaftet. Der Strukturwandel seit der Quarzkrise der 1970er-Jahre hat die Beschäftigtenzahl der Branche seither drastisch schrumpfen lassen, während die Stadt mit rund 129.600 Einwohnern bereits das dritte Jahr in Folge Bevölkerung verliert. Beides zusammen macht ehemalige Fabrik- und Werkstattgebäude der Schmuck- und Uhrenindustrie zu regelmäßigen Kandidaten für eine Nutzungsänderung mit aktuellem Aufmaß, statt sich auf jahrzehntealte Bestandspläne zu verlassen.

Zuständige Bauaufsichtsbehörde in Pforzheim

Für Bauanträge im Stadtgebiet ist das Baurechtsamt der Stadt Pforzheim zuständig, mit Sitz in der Deimlingstraße 8. Als kreisfreie Stadt – einer von neun Stadtkreisen Baden-Württembergs und, neben Baden-Baden, Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim, einer von fünf Stadtkreisen im Regierungsbezirk Karlsruhe – nimmt Pforzheim die Aufgaben der unteren Baurechtsbehörde selbst wahr, statt sie an ein Landratsamt abzugeben. Eine Besonderheit betrifft das Umland: Der Pforzheim umgebende Enzkreis zählt die Stadt selbst nicht zu seinem Gebiet, hat sein Landratsamt aber dennoch mitten in Pforzheim angesiedelt. Für die kreisangehörigen Enzkreis-Gemeinden ist dort das Amt für Baurecht, Naturschutz und Bevölkerungsschutz zuständig, Östliche Karl-Friedrich-Straße 58 – eine vom städtischen Baurechtsamt unabhängige Behörde, nur wenige hundert Meter entfernt.

Wie im gesamten Land ist die Bauantragstellung seit dem 1. Januar 2025 verpflichtend digital; eingereicht wird ausschließlich über das virtuelle Bauamt Baden-Württemberg (ViBa-BW), eine Einreichung auf Papier ist beim Baurechtsamt Pforzheim nicht mehr vorgesehen.

Bauordnung und Besonderheiten in Pforzheim

Grundlage ist auch in Pforzheim die Landesbauordnung für Baden-Württemberg (LBO). Am 28. Juni 2025 trat das Gesetz für schnelleres Bauen in Kraft, seit dem 15. April 2026 liegt die LBO entsprechend als aktualisierte Gesamtfassung im Gesetzblatt für Baden-Württemberg vor.

Anders als in Städten mit erhaltener historischer Altstadt betrifft der Denkmalschutz in Pforzheim nur selten Vorkriegsbauten – dafür hat die fast vollständige Zerstörung 1945 zu wenig übrig gelassen. Geschützt sind stattdessen rund 30 Bauten des Wiederaufbaus selbst, etwa die von Egon Eiermann in den 1950er-Jahren errichtete Matthäuskirche im Stadtteil Brötzingen-Arlinger mit ihren charakteristischen Betonwabensteinen aus Trümmerschutt. Wer ein Gebäude aus dieser Zeit umbauen oder umnutzen will, sollte vorab beim Baurechtsamt klären, ob dafür eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung erforderlich ist.

Unsere Leistungen in Pforzheim

Haben Sie noch Fragen?

Jetzt starten in Pforzheim

Deutschlandweit einheitlich, digital beauftragt — mit Blick auf die Besonderheiten vor Ort in Pforzheim.