Bauzeichnung in Pforzheim — Plansatz nach LBOVVO, vom rechtwinkligen Wiederaufbaugrundriss bis zur Hanglage

Wer für Pforzheim einen kompletten Plansatz braucht, profitiert zunächst von einer Eigenheit des Stadtbilds: Weil die Innenstadt nach der Zerstörung 1945 ab 1948 bewusst neu und überwiegend rechtwinklig angelegt wurde, folgen Grundstücke, Straßenfronten und Parzellengrenzen dort selten den schiefwinkligen Zufällen einer gewachsenen Altstadt – Grundriss, Schnitt und Ansicht lassen sich meist ohne größere geometrische Verrenkungen zeichnen. Zwei Ausnahmen bestätigen diese Regel: An den Talflanken von Enz, Nagold und Würm verlangt der Lageplan eine belastbare Höhendarstellung, weil dort nichts eben verläuft, und innerhalb der geschützten Ensembles Rodviertel und Wartberg-Siedlung muss der Plansatz zusätzlich einer denkmalschutzrechtlichen Prüfung standhalten. Formal richtet sich jede Bauzeichnung nach der Verfahrensverordnung zur Landesbauordnung, kurz LBOVVO.

Was die LBOVVO für Ihre Bauzeichnung verlangt

Drei Punkte entscheiden darüber, ob eine Bauzeichnung in Baden-Württemberg als vollständige Bauvorlage durchgeht:

  • Maßstabstreue: Grundrisse, Schnitte und Ansichten üblicherweise 1:100, der Lageplan nach § 4 LBOVVO 1:500 – nach oben oder unten anpassbar, wenn die Beurteilung es verlangt.
  • Vollständige Bemaßung samt numerischer Angabe und Maßstabsleiste auf jedem Blatt.
  • Eine erkennbare, namentlich benannte bauvorlageberechtigte Person, die den Plansatz als Entwurfsverfasser vertritt.
Ein planbarer Grundriss, zwei planungsaufwendige Ausnahmen

Der radikale Neuanfang von 1948 hat der Pforzheimer Innenstadt einen Vorteil verschafft, den kaum eine historisch gewachsene deutsche Stadt kennt: klar geschnittene, überwiegend rechtwinklige Parzellen statt verwinkelter Gassen und schiefer Grundstücksgrenzen. Für den Zeichner bedeutet das weniger Sonderfälle bei Lageplan und Ansichten. Zwei Bereiche fallen aus diesem Muster heraus. Erstens die Wohnlagen an den Talflanken von Enz, Nagold und Würm, wo die Geländehöhe von Parzelle zu Parzelle schwankt und der Lageplan diesen Verlauf abbilden muss, damit sich Abstandsflächen nachvollziehbar berechnen lassen. Zweitens die beiden Erhaltungssatzungsgebiete Rodviertel und Wartberg-Siedlung, in denen historische Bausubstanz aus der Zeit vor 1945 überdauert hat: Dort verlangt § 8 DSchG eine denkmalschutzrechtliche Prüfung, für die der Plansatz entsprechend detailliert angelegt sein muss.

Wie der Plansatz entsteht: Neubau, Bestand oder Fabrikumnutzung

Der Ausgangspunkt unterscheidet sich deutlich, je nach Vorhaben:

Neubau: alles entsteht aus einer Hand

Grundriss, Schnitt und Ansicht werden gemeinsam aus derselben Planung abgeleitet, Maße und Bauteile passen von Beginn an zueinander – an einem Hanggrundstück inklusive der Geländeschnitte, die den Höhenverlauf zeigen.

Umbau am Bestand: erst der Abgleich, dann die Zeichnung

Wer an einem Wiederaufbaugebäude etwas ändert, muss zu beseitigende und neu geplante Bauteile klar unterscheidbar zeichnen – meist gestützt auf ein aktuelles Aufmaß, weil eine lückenlose Bauakte häufig fehlt.

Fabrikumnutzung: Bestandsplan aus der Hallenstruktur ableiten

Bei der Umwandlung einer ehemaligen Schmuck- oder Uhrenfabrik in Wohnraum entsteht der Bestandsplan zunächst aus einem Aufmaß der oft offenen, kaum unterteilten Halle, bevor die geplanten Wohnungsgrundrisse überhaupt eingezeichnet werden können.

Was zu einem vollständigen Plansatz in Pforzheim gehört

Ein einzelnes Blatt reicht für die digitale Einreichung nicht:

  • Grundrisse aller Geschosse

    Bemaßt, üblicherweise im Maßstab 1:100, mit sämtlichen von der LBOVVO verlangten Angaben je Geschoss.

  • Schnitte und Ansichten

    Im selben Maßstab wie die Grundrisse und mit ihnen abgestimmt; an einem Hanggrundstück zusätzlich mit einem Geländeschnitt.

  • Lageplan im Maßstab 1:500

    Zeichnerisch nach § 4 LBOVVO, an einer Talflanke mit exakter Höhendarstellung und, innerhalb einer Erhaltungssatzung, mit Blick auf das geschützte Erscheinungsbild.

Bauzeichnungen in Pforzheim – Beispiele aus der Praxis

Neubau in einem der nach 1948 neu geordneten Quartiere

Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen als abgestimmter Satz direkt aus der Planung, auf einem klar geschnittenen, rechtwinkligen Grundstück ohne die Besonderheiten von Hanglage oder Denkmalschutz.

Neubau an einer der Talflanken

Der Plansatz bildet den Geländeverlauf über mehrere Höhenmeter hinweg ab, damit sich Abstandsflächen und Erschließung überhaupt beurteilen lassen.

Fassadenänderung im geschützten Rodviertel

Die Zeichnungen müssen so ausführlich sein, dass das Baurechtsamt in einem Vorgang sowohl die bauordnungsrechtliche als auch die denkmalschutzrechtliche Frage klärt.

Umnutzung einer ehemaligen Fabrikhalle

Der Bestandsplan entsteht aus dem Aufmaß der offenen Hallenkonstruktion; die geplanten Wohnungsgrundrisse werden erst eingezeichnet, sobald die tragenden Bauteile eindeutig geklärt sind.

So entsteht Ihr Plansatz für Pforzheim

Bis der Plansatz einreichfertig ist, durchläuft er mehrere ineinandergreifende Arbeitsschritte:

  1. Bestand und Grundstückslage klären

    Bauakte oder eigenes Aufmaß liefern die Grundlage; an einer Talflanke kommt die genaue Vermessung des Geländes hinzu.

  2. Grundrisse zeichnen

    Bemaßt im Maßstab 1:100, mit sämtlichen von der LBOVVO geforderten Pflichtangaben.

  3. Schnitte und Ansichten abstimmen

    Bezogen auf die Grundrisse, an Hanggrundstücken ergänzt um einen eigenen Geländeschnitt.

  4. Lageplan zeichnen

    Im Maßstab 1:500 nach § 4 LBOVVO, mit exakter Wiedergabe von Grundstücksform und Geländehöhe.

  5. Plansatz zusammenstellen und einreichen

    Digital über ViBa-BW, ergänzt um Baubeschreibung und die je nach Vorhaben zusätzlich nötigen Nachweise.

Was den Preis für eine Bauzeichnung in Pforzheim beeinflusst

Ein pauschaler Preis für einen Plansatz lässt sich seriös nicht nennen – diese Punkte bestimmen den tatsächlichen Aufwand:

  • Neubau, Bestand oder Fabrikumnutzung

    Aus einer laufenden Planung heraus entsteht ein abgestimmter Plansatz meist schneller als aus der nachträglichen Anpassung an einen unklaren Bestand oder eine offene Hallenstruktur.

  • Lage an einer Talflanke

    Ein Grundstück am Hang verlangt bei Lageplan und Geländeschnitt spürbar mehr Sorgfalt als eine ebene Parzelle im neu geordneten Stadtraster.

  • Lage in Rodviertel oder Wartberg

    Innerhalb dieser beiden Erhaltungssatzungsgebiete kommt die zusätzliche denkmalschutzrechtliche Prüfbarkeit des Plansatzes hinzu.

  • Größe und Komplexität des Vorhabens

    Mit der Zahl der Geschosse und der Vielfalt der Bauteile wächst auch die Zahl der Einzelzeichnungen im fertigen Plansatz.

Alle Leistungen in Pforzheim

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