Raumstempel
Der Raumstempel ist der Textblock innerhalb eines Raums im Grundriss — Raumbezeichnung, Fläche und je nach Plan zusätzlich Raumnummer oder Bodenbelag.
Die dort eingetragene Fläche ist im Regelfall die Grundfläche des Raums zwischen den fertigen Wandoberflächen. Sie ist damit etwas anderes als die nach der Wohnflächenverordnung anrechenbare Wohnfläche: die abgestufte Anrechnung unter Dachschrägen, die nur anteilig zählenden Balkone und Terrassen sowie die Behandlung von Nischen und Vorsprüngen bildet der Raumstempel nicht ab.
Genau daraus entsteht der häufigste Streit zwischen Exposé und Nachrechnung: Wer die Zahlen aller Raumstempel addiert, erhält eine Summe, die über dem Ergebnis einer Wohnflächenberechnung liegen kann. Für Verkäufer und Makler ist das ein Haftungsrisiko, für Käufer der naheliegende Ansatzpunkt, eine Flächenangabe zu prüfen.
Ein Beispiel: Ein Dachzimmer mit 18 Quadratmetern im Raumstempel bringt deutlich weniger Wohnfläche, weil die Flächen unter der Schräge nur anteilig oder gar nicht zählen. Hinzu kommt ein Aktualitätsproblem — bei nachträglich veränderten Grundrissen bleiben Stempelwerte oft auf dem alten Stand stehen.
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