Handaufmaß
Handaufmaß bezeichnet das manuelle Vermessen eines Gebäudes vor Ort mit Zollstock, Bandmaß und Laserdistanzmessgerät, bei dem jedes Maß einzeln erfasst und in eine Skizze eingetragen wird.
Im Unterschied zum 3D-Laserscanning entsteht dabei kein flächendeckendes Abbild, sondern eine bewusst gewählte Auswahl an Maßen: Raumlängen, Wandstärken, Fenster- und Türöffnungen, Höhen. Was vor Ort nicht gemessen wurde, fehlt später — eine Rückfrage bedeutet eine zweite Anfahrt. Ein Scan erfasst dagegen alles und lässt auch Monate später noch Fragen beantworten.
Für viele Aufgaben an Wohngebäuden reicht ein sauberes Handaufmaß aus: Grundrisse für Exposé oder Umbauplanung, Wohnflächenberechnung, Unterlagen für den Bauantrag. Es ist deutlich günstiger, verlangt aber Erfahrung, weil Kontrollmaße wie Diagonalen und durchgehende Zugmaße über die gesamte Gebäudelänge nötig sind, um Einzelfehler überhaupt aufzudecken.
An seine Grenzen stößt es bei verformten Altbauten und Fachwerk: Wo Wände weder gerade noch rechtwinklig verlaufen, führt die stillschweigende Annahme rechter Winkel zu Flächen, die nicht stimmen. Dort ist ein verformungsgerechtes Aufmaß oder ein Scan die passendere Wahl.
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