Gebäudenutzfläche (AN)
Die Gebäudenutzfläche AN ist die energetische Bezugsfläche im Energieausweis für Wohngebäude. Sie wird bei üblichen Geschosshöhen mit einem festen Faktor aus dem beheizten Gebäudevolumen abgeleitet und umfasst alle beheizten Bereiche — deshalb ist sie regelmäßig größer als die Wohnfläche.
Der Unterschied zur Wohnfläche ist kein Rechenfehler, sondern Systemsache: Die Wohnflächenverordnung fragt, welche Fläche zum Wohnen nutzbar ist, und kürzt Dachschrägen, Balkone und Zubehörräume. Die Gebäudenutzfläche fragt dagegen, welches Volumen beheizt wird — ein beheiztes Treppenhaus oder ein beheizter Kellerraum gehören dazu, obwohl sie keine Wohnfläche sind.
Praktisch wird das beim Lesen des Energieausweises: Sein Kennwert in Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr bezieht sich auf die Gebäudenutzfläche, nicht auf die Quadratmeterzahl im Exposé. Wer ihn mit der Wohnfläche multipliziert, um den Jahresverbrauch zu schätzen, rechnet mit der falschen Bezugsgröße und kommt zu niedrig heraus.
Zwei Häuser mit identischer Wohnfläche können je nach Geschosshöhe und beheiztem Volumen unterschiedliche Gebäudenutzflächen ausweisen. Der Energiekennwert des Hauses mit der größeren Bezugsfläche wirkt dadurch günstiger, ohne dass es sparsamer wäre — ein Vergleich ist nur zwischen Ausweisen derselben Art sinnvoll.
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