Estrich
Der Estrich ist die lastverteilende Schicht auf der Rohdecke, die zusammen mit Dämmung und Bodenbelag den Fußbodenaufbau bildet und die begehbare Oberkante eines Raums festlegt.
Er ist weder die Rohdecke noch der sichtbare Belag, sondern die Schicht dazwischen. Üblich ist der schwimmende Estrich: Er liegt auf einer Trittschall- und Wärmedämmung und ist über Randstreifen von den Wänden entkoppelt. Seine Oberkante ist die Bezugshöhe, auf die sich Planangaben und Höhenkoten beziehen — in Zeichnungen als OKFF, Oberkante Fertigfußboden, vermerkt.
Daraus folgt die Abweichung, die beim Aufmaß im Bestand regelmäßig für Rückfragen sorgt: Alte Bauzeichnungen bemaßen den Rohbau, gemessen und gerechnet wird nach der Wohnflächenverordnung aber an den fertigen Oberflächen. Der Fußbodenaufbau hebt den Boden gegenüber der Rohdecke an und senkt die lichte Höhe entsprechend. Unter Dachschrägen verschieben sich damit die Linien, ab denen Flächen halb oder voll angerechnet werden.
Ein Beispiel dafür ist die Badsanierung im Dachgeschoss: Wird der Aufbau erhöht, kann ein Streifen, der zuvor über zwei Metern lag, unter diese Grenze rutschen. Die anrechenbare Wohnfläche sinkt, ohne dass sich am Grundriss etwas geändert hätte.
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