DIN 18202 (Toleranzen im Hochbau)
DIN 18202 legt zulässige Grenzabweichungen für Maße, Winkel, Ebenheit und Lotabweichungen von Bauwerken fest — also, wie weit das gebaute Ist-Maß vom geplanten Soll-Maß abweichen darf, ohne dass ein Mangel vorliegt.
Anders als DIN 277 oder die Wohnflächenverordnung sagt sie nichts darüber, wie Flächen zu ermitteln sind; sie beschreibt allein die handwerklich hinzunehmende Ungenauigkeit des Bauens. Die zulässigen Abweichungen sind nach der Länge des Nennmaßes gestaffelt — je größer der Abstand zwischen zwei Punkten, desto größer die erlaubte Toleranz. Für Bauteile mit erhöhten Anforderungen, etwa Flächen für Bodenbeläge, gelten engere Grenzwerte.
Praktisch beantwortet die Norm die häufigste Rückfrage nach einem Aufmaß: warum die gemessenen Maße nicht zu den Zahlen im alten Bauplan passen. Ein Plan zeigt Soll-Maße, ein Aufmaß das Ist. Für Wohnflächenberechnung, Grundrisse und Kostenermittlungen zählt ausschließlich das gemessene Ist-Maß.
Ein Beispiel: Ein Raum, für den der Plan ein glattes Maß angibt, misst sich an gegenüberliegenden Wänden unterschiedlich. Solange die Abweichung im Toleranzrahmen bleibt, ist das kein Baumangel — auf die anrechenbare Wohnfläche und auf eine millimetergenau geplante Einbauküche wirkt sie sich trotzdem aus.
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