Aufteilungspläne in Wuppertal — zwischen fünf Vorgängerarchiven und den Bombennächten von 1943
Ein Aufteilungsplan stellt in Wuppertal dieselbe fachliche Aufgabe wie überall: eine bemaßte, durchgehend nummerierte Zeichnung, die jede Einheit eines Gebäudes eindeutig von den anderen abgrenzt. Die Quellenlage ist hier aber doppelt ungewöhnlich. Zum einen existiert die Stadt Wuppertal selbst erst seit 1929 – entsprechend beginnt auch die Geschichte des städtischen Stadtarchivs erst mit der Vereinigung; für die Zeit davor führten die fünf Vorgängerstädte Elberfeld, Barmen, Cronenberg, Ronsdorf und Vohwinkel jeweils eigene Archive, und ausgerechnet in den Beständen der Bauämter sind darin Lücken dokumentiert. Zum anderen trafen die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs die beiden dichtest bebauten Talstädte an zwei genau datierbaren Nächten: Barmen in der Nacht vom 29. auf den 30. Mai 1943, Elberfeld knapp einen Monat später in der Nacht vom 24. auf den 25. Juni 1943, mit rund 5.000 zerstörten oder beschädigten Häusern allein in Elberfeld. Wer für eine ältere Wuppertaler Immobilie einen Aufteilungsplan braucht, stößt damit selten nur auf die Frage, ob eine einzelne Akte vollständig ist, sondern zunächst darauf, zu welcher der einstigen Städte das Gebäude überhaupt gehörte – und ob es die Bombennächte von 1943 unverändert überstanden hat.
- Wann Sie in Wuppertal einen Aufteilungsplan brauchen
- Woher Ihr Wuppertaler Aufteilungsplan stammt
- Welche Unterlagen für Ihren Wuppertaler Aufteilungsplan hilfreich sind
- Aufteilungspläne in Wuppertal – Beispiele aus der Praxis
- So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Wuppertal
- Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Wuppertal beeinflusst
Wann Sie in Wuppertal einen Aufteilungsplan brauchen
Der Aufteilungsplan selbst ist keine genehmigungspflichtige Leistung, sondern die Grundlage für zwei andere Verfahren:
- Für die Abgeschlossenheitsbescheinigung des zuständigen Bautechnischen Teams im Ressort Bauen und Wohnen, ohne die keine Eintragung ins Wohnungsgrundbuch möglich ist.
- Für die notarielle Teilungserklärung – in Wuppertal ohne die zusätzliche Umwandlungsgenehmigung, die einige andere Bundesländer bei größeren Bestandsgebäuden kennen.
- Bei einem Neubau oder einem von Grund auf geplanten Umbau, etwa einer Fabriketage, lässt sich der Plan meist direkt aus der Planung ableiten und braucht keine Archivrecherche.
Das Stadtarchiv Wuppertal reicht in seiner eigenen Geschichte nicht weiter zurück als die Stadt selbst: Erst mit der Städtevereinigung von 1929 entstand ein gemeinsames Archiv; für die Zeit davor bestanden die Archive der Städte Elberfeld, Barmen, Cronenberg, Ronsdorf und Vohwinkel eigenständig nebeneinander. Das heutige Stadtarchiv verwahrt zwar die übernommenen Bestände aus allen fünf Vorgängerstädten, weist aber selbst auf Lücken hin – ausgerechnet in den Unterlagen der Personal-, Einwohnermelde- und Bauämter. Wer für ein Gebäude aus der Zeit vor 1929 einen Aufteilungsplan sucht, muss deshalb zunächst klären, zu welcher der fünf Städte das Grundstück damals gehörte, bevor sich überhaupt ein passender historischer Bestand eingrenzen lässt. Hinzu kommt eine zweite, präzise datierbare Zäsur: In der Nacht vom 29. auf den 30. Mai 1943 traf ein britischer Luftangriff Barmen und zerstörte dort zwischen 3.900 und 4.000 Häuser; knapp einen Monat später, in der Nacht vom 24. auf den 25. Juni 1943, folgte mit rund 630 eingesetzten Flugzeugen der Angriff auf Elberfeld, bei dem auf zwölf Quadratkilometern Stadtfläche Feuer wüteten und rund 5.000 Häuser zerstört oder beschädigt wurden. Stadtweit gingen dadurch knapp 38 Prozent der bebauten Fläche verloren – betroffen war ausgerechnet die dichte Mehrfamilienhausbebauung, für die ein Aufteilungsplan am häufigsten gebraucht wird. Selbst wo eine Vorkriegsakte im Stadtarchiv erhalten blieb, zeigt sie deshalb häufig einen Zustand, den es am selben Gebäude heute nicht mehr gibt.
Woher Ihr Wuppertaler Aufteilungsplan stammt
Je nach Baujahr und Kriegsgeschichte des Gebäudes kommt einer von drei Wegen infrage:
Aus dem Altaktenarchiv der Bauaufsicht
Für Gebäude mit einem Bauvorgang ab 1945 führt die untere Bauaufsichtsbehörde ein eigenes Altaktenarchiv. Ist die Akte vollständig und bildet sie den heutigen Zustand noch korrekt ab, lässt sich der Aufteilungsplan direkt daraus ableiten, ergänzt um die durchgehende Nummerierung der Einheiten.
Aus dem Stadtarchiv der zuständigen Vorgängerstadt
Für ein Gebäude aus der Zeit vor 1929 hilft mitunter der übernommene Bestand der jeweiligen Vorgängerstadt im Stadtarchiv weiter – vorausgesetzt, das Gebäude stand nicht in einem der 1943 besonders schwer getroffenen Bereiche Barmens oder Elberfelds und die betreffende Bauamtsakte fiel nicht unter die dort dokumentierten Lücken. Selbst ein erhaltener Plan muss dann noch mit dem heutigen Bestand abgeglichen werden.
Per Vor-Ort-Vermessung
Ist keine verwertbare Akte auffindbar oder weicht der Bestand erkennbar vom historischen Plan ab, wird das Gebäude direkt aufgenommen – in Wuppertal angesichts der doppelten Quellenlücke aus Vorkriegsarchiven und Kriegszerstörung häufig der zuverlässigste Weg.
Welche Unterlagen für Ihren Wuppertaler Aufteilungsplan hilfreich sind
Abhängig vom Weg zum Ziel sind unterschiedliche Unterlagen von Nutzen:
- Nachweis zum Baujahr und zur Vorgängerstadt
Wer den Antrag beim Altaktenarchiv der Bauaufsicht oder beim Stadtarchiv stellt, kommt schneller zum Ziel, wenn Baujahr und ursprüngliche Zugehörigkeit des Grundstücks bereits feststehen – idealerweise ergänzt um einen aktuellen Eigentumsnachweis.
- Was an alten Skizzen oder Fotos vorhanden ist
Selbst eine unvollständige Zeichnung oder ein historisches Foto hilft, den Vor-Kriegs-Zuschnitt eines Gebäudes nachzuvollziehen, bevor vor Ort neu vermessen wird.
- Festlegung, welche Räume zu welcher Einheit sollen
Ohne diese Vorabklärung lässt sich die Nummerierung nicht sinnvoll beginnen – besonders bei Keller- oder Nebenräumen, die räumlich vom Hauptgebäude abgesetzt sind.
Aufteilungspläne in Wuppertal – Beispiele aus der Praxis
Gründerzeithaus im ehemaligen Elberfeld ohne erhaltene Vorkriegsakte
Das Gebäude lag in einem der in der Nacht vom 24. auf den 25. Juni 1943 besonders schwer getroffenen Viertel. Weder im Stadtarchiv noch beim Altaktenarchiv der Bauaufsicht findet sich eine verwertbare Zeichnung – der Aufteilungsplan entsteht komplett neu per Vor-Ort-Vermessung.
Barmer Mehrfamilienhaus mit vollständiger Nachkriegsakte
Der eigentliche Bauvorgang – ein Wiederaufbau nach Kriegsschäden – wurde erst nach 1945 registriert und liegt deshalb vollständig im Altaktenarchiv der Bauaufsicht vor. Der Aufteilungsplan lässt sich direkt daraus ableiten, ergänzt um die durchgehende Nummerierung.
Fabriketagen-Umbau mit direkt verwertbarer Planung
Für die Umwandlung einer ehemaligen Fabriketage in mehrere Einheiten entsteht der Aufteilungsplan unmittelbar aus der aktuellen Umbauplanung – unabhängig von Archivlage oder Kriegsgeschichte des Gebäudes.
So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Wuppertal
Der fachliche Ablauf ist bundesweit derselbe. In Wuppertal liegt das Gewicht früh darauf, Vorgängerstadt und Kriegsgeschichte des Gebäudes einzuordnen:
- Vorgängerstadt und Baujahr klären
Wir ermitteln, zu welcher der fünf Vorgängerstädte das Grundstück vor 1929 gehörte und ob das Gebäude in einem der 1943 schwer getroffenen Bereiche liegt.
- Archivquelle prüfen
Je nach Baujahr klären wir, ob beim Altaktenarchiv der Bauaufsicht oder im übernommenen Bestand der zuständigen Vorgängerstadt im Stadtarchiv eine verwertbare Akte vorliegt.
- Datengrundlage festlegen
Reicht die Akte nicht aus oder ist keine auffindbar, planen wir eine Vor-Ort-Vermessung als Ersatz oder Ergänzung.
- Nummerierung über alle Geschosse hinweg vergeben
Jede Einheit bekommt eine fortlaufende Kennzahl, die auch zugehörige Keller- oder Nebenflächen mit einschließt – so weit auseinander diese im Gebäude auch liegen mögen.
- Übergabe an Bauaufsicht und Notariat
Mit dem fertigen Plan steht sowohl die Abgeschlossenheitsbescheinigung als auch die spätere notarielle Teilungserklärung auf sicherem Grund.
Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Wuppertal beeinflusst
In Wuppertal entscheidet vor allem die doppelte Quellenlage über den Aufwand, nicht nur die Gebäudegröße:
- Baujahr und betroffene Vorgängerstadt
Ein Bauvorgang ab 1945 lässt sich meist beim Altaktenarchiv der Bauaufsicht klären. Für ein Gebäude aus der Zeit vor 1929 kommt zusätzlich die Frage hinzu, in welcher Vorgängerstadt es lag und ob dort Lücken dokumentiert sind.
- Kriegsschäden am konkreten Gebäude
Lag das Gebäude in einem der 1943 besonders schwer getroffenen Bereiche Barmens oder Elberfelds, ist eine erhaltene Vorkriegsakte deutlich unwahrscheinlicher – dann wird eine Vor-Ort-Vermessung nötig.
- Zuschnitt und Zahl der Einheiten
Ein verwinkelter Gründerzeit-Grundriss mit vielen kleinen Einheiten verlangt spürbar mehr Sorgfalt bei Abgrenzung und Nummerierung als ein schlicht geschnittener Nachkriegsbau.
- Räumlich abgesetzte Nebenflächen
Liegt ein Keller- oder Stellplatzbereich getrennt vom eigentlichen Gebäude, braucht dessen Zuordnung zur richtigen Einheit einen zusätzlichen Prüfschritt.
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