Bemaßte Schnittzeichnungen in Würzburg — Geschosshöhen zwischen Weinbergslage und wiederaufgebautem Altstadthaus

Grundriss und Ansicht zeigen ein Gebäude von oben und von außen – erst der Schnitt macht sichtbar, was dazwischenliegt: Geschosshöhen, Dachneigung, Kniestock und Deckenaufbauten. In Würzburg trägt diese Zeichnung zusätzliches Gewicht, weil der Wiederaufbau nach 1945 die Geschosshöhen vieler Altstadthäuser gegenüber dem historischen Vorkriegszustand veränderte – oft schlichter und niedriger, um den Wiederaufbau rasch und kostengünstig voranzutreiben. Wer heute ein Dachgeschoss ausbauen oder eine zusätzliche Ebene einziehen will, braucht deshalb einen Schnitt, der den tatsächlichen, nach dem Krieg entstandenen Bestand zeigt, statt sich auf Erwartungen an ein vermeintlich barockes Raumgefüge zu verlassen.

Was ein Schnitt für Würzburg formal leisten muss

Für Schnittzeichnungen gelten dieselben Grundanforderungen der Bauvorlagenverordnung wie für den übrigen Plansatz:

  • Maßstab von mindestens 1:100, mit durchgehender Bemaßung aller Geschosshöhen, der Dachneigung sowie relevanter Aufbauten.
  • Kennzeichnung der Bauteile nach Anlage 1 der Bauvorlagenverordnung, damit Deckenkonstruktion und Dachaufbau ohne Rückfrage erkennbar sind.
  • Bei einer Änderung am Bestand sind neue und wegfallende Bauteile im Schnitt klar voneinander zu trennen.
Wiederaufbau-Geschosse statt historischer Raumhöhen

Wer in Würzburg von einer klassischen fränkischen Bürgerhaus-Raumhöhe ausgeht, wird im Schnitt häufig überrascht: Weite Teile der Altstadt brannten beim Luftangriff vom 16. März 1945 aus, und der anschließende Wiederaufbau – bei der Residenz zog er sich bis 1987 hin – orientierte sich vielerorts an den knapperen Standards der Nachkriegszeit statt am historischen Vorbild. Für die Wohnflächenberechnung markiert der Schnitt trotzdem dieselben festen Grenzen: volle Anrechnung ab zwei Metern lichter Höhe, halbe zwischen einem und zwei Metern, keine darunter. Für die baurechtliche Seite liest die Fachabteilung Bauaufsicht aus derselben Zeichnung die Höhe des höchstgelegenen Aufenthaltsraums ab, ein nach Art. 2 Abs. 4 BayBO maßgebliches Kriterium für die Gebäudeklasse. Wo ein Dachgeschossausbau geplant ist, entscheidet deshalb nicht die Vorstellung von einem historischen Altstadthaus, sondern der tatsächlich im Schnitt bemaßte Bestand über die Genehmigungsfähigkeit.

Drei Ausgangslagen für Ihren Würzburger Schnitt

Je nachdem, was der Schnitt zeigen und wofür er dienen soll, unterscheidet sich die Vorgehensweise:

Neubau: Höhen aus einer durchgeplanten Konstruktion

Geschosshöhen und Dachaufbau entstehen gemeinsam mit Grundriss und Ansicht aus derselben Planung und sind von vornherein aufeinander abgestimmt.

Dachgeschossausbau im wiederaufgebauten Altstadthaus

Vor dem Ausbau braucht es ein aktuelles Aufmaß der vorhandenen Geschosshöhen, weil vorhandene Altpläne den heutigen Nachkriegszustand oft nicht mehr korrekt abbilden.

Schnitt allein für eine Berechnung

Geht es nur um den Nachweis einer Raumhöhe für die Wohnflächenberechnung oder die Gebäudeklasse, reicht häufig eine reduzierte Darstellung mit Fokus auf die relevante Zone.

Was ein vollständiger Würzburger Schnitt enthält

Ein einzelner Schnitt wirkt selten für sich – meist braucht es zusätzlich diese Angaben:

  • Schnittführung durch den relevanten Gebäudeteil

    Bemaßt im Maßstab mindestens 1:100, mit allen Geschosshöhen und dem vollständigen Dachaufbau.

  • Markierung der Ein- und Zwei-Meter-Grenze

    Für die Wohnflächenberechnung eingezeichnet, damit jeder Höhenstreifen unter der Dachschräge eindeutig zugeordnet werden kann.

  • Vermerk zur Höhe des höchstgelegenen Aufenthaltsraums

    Als Grundlage für die Bestimmung der Gebäudeklasse nach Art. 2 Abs. 4 BayBO.

Bemaßte Schnittzeichnungen in Würzburg – Beispiele aus der Praxis

Dachgeschossausbau in einem Nachkriegs-Wiederaufbauhaus

Der Schnitt zeigt eine niedrigere Kniestockhöhe, als es das historische Vorbild vermuten ließe – ein Ergebnis des raschen Wiederaufbaus, das über die tatsächlich nutzbare Fläche entscheidet.

Klärung der Gebäudeklasse vor einer Aufstockung

Aus dem Schnitt liest die Fachabteilung Bauaufsicht die Höhe des höchstgelegenen Aufenthaltsraums ab und klärt so, ob das Vorhaben in der bisherigen Gebäudeklasse bleibt.

Gaubenanbau an einem Baudenkmal

Ein eigener Schnitt durch die Gaube dokumentiert, wie sie sich in die bestehende Dachneigung einfügt, abgestimmt auf die zugehörige Ansicht der Fassade.

Prüfung der Vollgeschossigkeit eines Dachraums

Erst der bemaßte Schnitt zeigt, ob die Raumhöhe des obersten Geschosses die Schwelle zum Vollgeschoss erreicht – mit Folgen für die zulässige Geschosszahl.

Schnitt durch ein Gebäude mit erhaltenem Vorkriegskeller

Der Keller zeigt eine andere, meist geringere Geschosshöhe als die nach 1945 neu errichteten Obergeschosse – beide Bereiche werden im selben Schnitt mit ihren jeweils eigenen Maßen dargestellt.

So entsteht Ihr Schnitt für Würzburg

Von der Bestandsaufnahme bis zur einreichfertigen Zeichnung:

  1. Relevante Schnittführung festlegen

    Welcher Gebäudebereich muss dargestellt werden, um Geschosshöhen und Dachaufbau nachvollziehbar zu zeigen.

  2. Aufmaß oder Bauakte als Grundlage

    Ein aktuelles Aufmaß der betroffenen Geschosse oder eine vorhandene Bauakte bildet die Ausgangslage.

  3. Schnitt bemaßt erstellen

    Im Maßstab mindestens 1:100, mit allen Pflichtangaben der Bauvorlagenverordnung.

  4. Mit Grundriss und Ansicht abgleichen

    Damit Geschosshöhen und Dachmaße zwischen den Zeichnungen des Plansatzes widerspruchsfrei sind.

  5. Für die Fachabteilung Bauaufsicht zusammenstellen

    Aufbereitet für die Einreichung, insbesondere bei genehmigungskritischen Dachgeschossausbauten im Ensemble Altstadt.

Was den Preis für einen Schnitt in Würzburg beeinflusst

Diese Faktoren bestimmen den Aufwand für eine bemaßte Schnittzeichnung:

  • Zahl der notwendigen Schnittführungen

    Ein einfacher Gebäudeschnitt ist schneller erstellt als mehrere Schnitte durch unterschiedliche Gebäudebereiche.

  • Neubau oder Wiederaufbau-Bestand

    Ein Schnitt aus laufender Neubauplanung entsteht meist zügiger als die Dokumentation eines mehrfach veränderten Nachkriegsbestands.

  • Komplexität des Dachaufbaus

    Gauben, Dachschrägen und Kniestöcke beim Dachgeschossausbau erhöhen den Detaillierungsaufwand gegenüber einem einfachen Satteldach.

  • Zustand vorhandener Bauakten

    Fehlt eine verwertbare Bestandszeichnung, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor der Schnitt entstehen kann.

  • Zahl unterschiedlicher Bauphasen

    Ein Gebäude mit erhaltenem Vorkriegskeller und wiederaufgebauten Obergeschossen verlangt für jede Ebene eine eigene, gesonderte Höhenaufnahme.

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