Aufteilungspläne in Würzburg — bemaßt, nummeriert und gegen den tatsächlichen Wiederaufbau-Bestand geprüft

Ein Aufteilungsplan ist überall in Deutschland dieselbe Bauzeichnung mit denselben Anforderungen nach § 7 WEG. In Würzburg entscheidet aber häufig nicht das Baujahr über den Aufwand, sondern die Frage, ob eine erhaltene Bauakte überhaupt noch zum heutigen Gebäude passt: Weil rund 90 Prozent der Altstadt beim Luftangriff vom 16. März 1945 zerstört und danach über Jahrzehnte neu errichtet wurden, zeigt ein aus dem Stadtarchiv beschaffter Vorkriegsplan oft ein Haus, das es in dieser Form nicht mehr gibt.

Wann Sie in Würzburg einen Aufteilungsplan brauchen

Der Aufteilungsplan selbst ist keine genehmigungspflichtige Leistung, sondern die Grundlage für zwei andere Verfahren:

  • Für die Abgeschlossenheitsbescheinigung der Fachabteilung Bauaufsicht, ohne die keine Eintragung ins Wohnungsgrundbuch möglich ist.
  • Für die notarielle Teilungserklärung, die in Würzburg bei Bestandsgebäuden mit mehr als zehn Wohnungen zusätzlich eine Umwandlungsgenehmigung nach § 250 BauGB voraussetzt.
  • Bei Neubauten entsteht der Plan meist direkt aus der Genehmigungsplanung und lässt sich ohne Archivrecherche erstellen.
Wenn die Akte den Vorkriegszustand zeigt

Für Gebäude, die den Luftangriff von 1945 nicht unbeschädigt überstanden haben, kann eine im Stadtarchiv Würzburg erhaltene Bauakte einen Grundriss zeigen, der mit dem heutigen Gebäude nicht mehr übereinstimmt – selbst wenn die Unterlagen selbst dank der Auslagerung durch den damaligen Stadtoberamtmann Urban Krimmel die Zerstörung überstanden haben. Für den Aufteilungsplan bedeutet das: Die reine Existenz eines historischen Plans ersetzt nicht die Prüfung, ob er zum tatsächlichen, oft erst Jahrzehnte später wiederaufgebauten Bestand passt. Wo diese Übereinstimmung fehlt, tritt eine Vor-Ort-Vermessung an die Stelle der historischen Unterlagen.

Woher Ihr Würzburger Aufteilungsplan stammt

Je nach Zustand der vorhandenen Unterlagen kommt einer von drei Wegen infrage:

Aus dem Bauaktenarchiv der Fachabteilung Bauaufsicht

Ist die laufende Akte vollständig und bildet sie den heutigen Zustand korrekt ab, lässt sich der Aufteilungsplan direkt daraus ableiten – ergänzt um die Einheiten-Nummerierung.

Aus dem Stadtarchiv Würzburg

Für ältere Gebäude führt das Stadtarchiv historische Bauunterlagen, von denen ein Teil dank rechtzeitiger Auslagerung vor 1945 erhalten blieb – ein Weg, der vor der eigentlichen Nutzung gegen den heutigen Bestand geprüft werden muss.

Per Vor-Ort-Vermessung

Ist keine verwertbare Akte auffindbar oder weicht der Bestand erkennbar vom historischen Plan ab, wird das Gebäude direkt aufgenommen – der zuverlässigste Weg bei einem wiederaufgebauten Altstadthaus.

Welche Unterlagen für Ihren Würzburger Aufteilungsplan hilfreich sind

Abhängig vom Weg zum Ziel:

  • Bauakte mit Eigentumsnachweis und Vollmacht

    Für die Akteneinsicht beim Bauaktenarchiv oder beim Stadtarchiv werden üblicherweise ein aktueller Eigentumsnachweis und eine Vollmacht verlangt.

  • Vorhandene Grundrisse oder Schnitte

    Bereits bemaßte Pläne aus einem früheren Aufmaß verkürzen die Erstellung, auch wenn sie noch nicht die für den Aufteilungsplan nötige Nummerierung tragen.

  • Angaben zur gewünschten Aufteilung

    Welche Räume zu welcher künftigen Einheit gehören sollen, muss vor der Nummerierung feststehen.

Aufteilungspläne in Würzburg – Beispiele aus der Praxis

Wiederaufgebautes Bürgerhaus im Ensemble Altstadt

Die im Stadtarchiv erhaltene Vorkriegsakte zeigt einen Grundriss, der mit dem nach 1945 neu errichteten Gebäude nicht mehr übereinstimmt. Der Aufteilungsplan entsteht deshalb per Vor-Ort-Vermessung des heutigen Bestands.

Nachkriegsbau mit vollständiger, aktueller Akte

Die Bauakte im laufenden Bauaktenarchiv ist vollständig und aktuell. Der Aufteilungsplan lässt sich direkt daraus ableiten, ergänzt um die durchgehende Nummerierung der Einheiten.

Nachträglich geteiltes Mehrfamilienhaus

Wurde ein Haus im Lauf der Zeit in mehrere Einheiten unterteilt, ohne dass die Akte entsprechend fortgeschrieben wurde, ist eine erneute Vermessung notwendig, bevor die Einheiten nummeriert werden können.

Gebäude in Sichtweite der Residenz mit Teilerhaltung

Der Keller stammt nachweislich aus der Zeit vor 1945, die Obergeschosse wurden komplett neu errichtet. Der Aufteilungsplan muss beide Bereiche einheitlich abbilden, obwohl sie unterschiedlichen Bauphasen entstammen.

So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Würzburg

Der fachliche Ablauf ist bundesweit derselbe. In Würzburg liegt das Gewicht auf der Prüfung, ob eine vorhandene Quelle tatsächlich den heutigen, oft wiederaufgebauten Bestand zeigt:

  1. Bauakte prüfen

    Wir klären, ob beim Bauaktenarchiv der Fachabteilung oder – bei älteren Gebäuden – im Stadtarchiv eine vollständige, aktuelle Akte vorliegt.

  2. Datengrundlage festlegen

    Reicht die Akte nicht aus, planen wir eine Vor-Ort-Vermessung als Ersatz oder Ergänzung.

  3. Einheiten festlegen und nummerieren

    Jede Einheit erhält eine durchgehende Nummer über alle Geschosse hinweg, einschließlich zugehöriger Keller- und Stellplatzflächen.

  4. Sonder- und Gemeinschaftseigentum abgrenzen

    Treppenhaus, Dach und tragende Bauteile werden eindeutig als Gemeinschaftseigentum gekennzeichnet.

  5. Plan für Fachabteilung und Notar übergeben

    Der fertige Aufteilungsplan geht als Grundlage an die Abgeschlossenheitsbescheinigung und die notarielle Teilungserklärung.

Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Würzburg beeinflusst

In Würzburg entscheidet vor allem die Übereinstimmung von Quelle und tatsächlichem Bestand über den Aufwand, nicht nur die Gebäudegröße:

  • Übereinstimmung von Akte und heutigem Bestand

    Eine aktuelle, zum Gebäude passende Akte ist der günstigste Fall. Zeigt sie einen überholten Vorkriegszustand, wird eine Vor-Ort-Vermessung nötig.

  • Ob eine Recherche im Stadtarchiv nötig wird

    Bei älteren Gebäuden lohnt sich manchmal der zusätzliche Weg über das Stadtarchiv – das kostet Zeit, kann eine vollständige Neuvermessung aber ersparen.

  • Anzahl und Zuschnitt der Einheiten

    Mehr Einheiten und unregelmäßig geschnittene Altstadtgrundrisse bedeuten mehr Nummerierungs- und Abgrenzungsaufwand.

  • Getrennt liegende Nebenräume

    Keller- oder Stellplatzflächen, die vom Hauptgebäude räumlich getrennt liegen, müssen zusätzlich eindeutig zugeordnet werden.

  • Zahl unterschiedlicher Bauphasen im Gebäude

    Ein Gebäude mit erhaltenem Vorkriegsbereich und wiederaufgebauten Geschossen verlangt einen gemeinsamen, in sich stimmigen Maßbezug über beide Bauphasen hinweg.

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