Aufteilungspläne in Wolfsburg — bemaßt und nummeriert, von der Werkssiedlung bis zum historischen Fallersleben
Ein Aufteilungsplan folgt in Wolfsburg denselben Anforderungen nach § 7 WEG wie überall in Deutschland. Die Quellenlage dafür ist ungewöhnlich klar verteilt: Für den weit überwiegenden Teil des Stadtgebiets, der erst seit der Stadtgründung 1938 planmäßig entstand, führt das Bau-Bürger-Büro die Bauakten vergleichsweise vollständig – ohne den jahrhundertealten Aktenbestand, mit dem historisch gewachsene Städte zu kämpfen haben. Im 1972 eingemeindeten Fallersleben dagegen reicht die Bausubstanz urkundlich bis ins Jahr 942 zurück, und für die ältesten Gebäude dort ist eine lückenlose Akte längst nicht immer überliefert.
- Wann Sie in Wolfsburg einen Aufteilungsplan brauchen
- Woher Ihr Wolfsburger Aufteilungsplan stammt
- Welche Unterlagen für Ihren Wolfsburger Aufteilungsplan hilfreich sind
- Aufteilungspläne in Wolfsburg – Beispiele aus der Praxis
- So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Wolfsburg
- Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Wolfsburg beeinflusst
Wann Sie in Wolfsburg einen Aufteilungsplan brauchen
Der Aufteilungsplan selbst ist keine genehmigungspflichtige Leistung, sondern die Grundlage für zwei andere Verfahren:
- Für die Abgeschlossenheitsbescheinigung des Bau-Bürger-Büros, ohne die keine Eintragung ins Wohnungsgrundbuch möglich ist.
- Für die notarielle Teilungserklärung, die in Wolfsburg bei Bestandsgebäuden mit mehr als fünf Wohnungen zusätzlich eine seit 2022 geltende Umwandlungsgenehmigung nach § 250 BauGB voraussetzt.
- Bei Neubauten entsteht der Plan meist direkt aus der Genehmigungsplanung und lässt sich ohne Archivrecherche erstellen.
Weil Wolfsburg erst 1938 gegründet wurde, beginnt die Bauaktenführung für den weit überwiegenden Teil des Stadtgebiets praktisch mit der Stadt selbst – ein struktureller Vorteil gegenüber Städten, deren Archive durch Kriegsverluste oder Jahrhunderte wechselnder Verwaltung lückenhaft sind. Für das 1972 eingemeindete Fallersleben gilt das nicht in gleichem Maß: Als bis dahin eigenständige Stadt führte der Ort über Jahrhunderte eine eigene Verwaltung, und für die älteste, oft noch vor 1900 errichtete Bausubstanz rund um das Wasserschloss ist die Aktenlage entsprechend heterogener. Für den Aufteilungsplan bedeutet das in der Praxis: Wo weder die laufende Bauakte des Bau-Bürger-Büros noch ein historischer Restbestand weiterhilft, tritt an ihre Stelle eine Vor-Ort-Vermessung des tatsächlichen Bestands.
Woher Ihr Wolfsburger Aufteilungsplan stammt
Je nach Gebäude und Aktenlage kommt einer von drei Wegen infrage:
Aus der Bauakte des Bau-Bürger-Büros
Für den seit 1938 planmäßig angelegten Kernbereich ist die Akte meist vollständig. Passt der Plan zum heutigen Zuschnitt, lässt sich der Aufteilungsplan direkt daraus ableiten und um die Nummerierung ergänzen.
Aus dem Typenplan einer Großwohnsiedlung
Für Detmerode oder Westhagen kann ein einmal erfasster Typenplan als Ausgangspunkt für baugleiche Nachbareinheiten dienen – vorbehaltlich eines Abgleichs mit dem heutigen, individuell veränderten Bestand.
Per Vor-Ort-Vermessung
Ist keine verwertbare Akte auffindbar, etwa bei älterer Bausubstanz in Fallersleben, oder weicht der Bestand erkennbar vom Plan ab, wird das Gebäude direkt aufgenommen.
Welche Unterlagen für Ihren Wolfsburger Aufteilungsplan hilfreich sind
Abhängig vom Weg zum Ziel:
- Bauakte mit Eigentumsnachweis und Vollmacht
Für die Akteneinsicht beim Bau-Bürger-Büro werden üblicherweise ein aktueller Eigentumsnachweis und eine Vollmacht verlangt.
- Vorhandene Grundrisse oder Typenzeichnungen
Bereits bemaßte Pläne aus einem früheren Aufmaß oder ein Typenplan aus einer Großwohnsiedlung verkürzen die Erstellung, auch wenn sie noch nicht die nötige Nummerierung tragen.
- Angaben zur gewünschten Aufteilung
Welche Räume zu welcher künftigen Einheit gehören sollen, muss vor der Nummerierung feststehen – insbesondere bei Kellerräumen und Stellplätzen.
Aufteilungspläne in Wolfsburg – Beispiele aus der Praxis
Mehrfamilienhaus in Detmerode mit verwertbarer Bauakte
Die Akte des Bau-Bürger-Büros ist vollständig und aktuell. Der Aufteilungsplan lässt sich direkt daraus ableiten, ergänzt um die durchgehende Nummerierung der Einheiten.
Historisches Gebäude in Fallersleben ohne verwertbare Akte
Für ein Haus im Ortskern rund um das Wasserschloss liegt keine lückenlose Bauakte vor. Der Aufteilungsplan entsteht komplett neu per Vor-Ort-Vermessung.
Werkssiedlungshaus auf dem Steimker Berg
Bei einem Gebäude in der seit 1986 geschützten Siedlung wird der Aufteilungsplan besonders sorgfältig erstellt, weil er auch Grundlage für die Abstimmung mit der Denkmalpflege sein kann.
Nachträglich ausgebautes Dachgeschoss in Westhagen
Wurde ein Dachgeschoss Jahrzehnte nach der Bauzeit ausgebaut, ohne dass die Bauakte entsprechend fortgeschrieben wurde, reicht der historische Typenplan für den Aufteilungsplan nicht mehr aus – maßgeblich ist der heutige, tatsächliche Bestand.
So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Wolfsburg
Der fachliche Ablauf ist bundesweit derselbe. In Wolfsburg liegt das Gewicht auf der Prüfung, ob überhaupt eine verwertbare Quelle existiert:
- Bauakte prüfen
Wir klären, ob beim Bau-Bürger-Büro eine vollständige, aktuelle Akte vorliegt – für den seit 1938 planmäßig angelegten Bestand meist der Regelfall.
- Datengrundlage festlegen
Reicht die Akte nicht aus, planen wir eine Vor-Ort-Vermessung als Ersatz oder Ergänzung.
- Einheiten festlegen und nummerieren
Jede Einheit erhält eine durchgehende Nummer über alle Geschosse hinweg, einschließlich zugehöriger Keller- und Stellplatzflächen.
- Sonder- und Gemeinschaftseigentum abgrenzen
Treppenhaus, Dach und tragende Bauteile werden eindeutig als Gemeinschaftseigentum gekennzeichnet.
- Plan für Bau-Bürger-Büro und Notar übergeben
Der fertige Aufteilungsplan geht als Grundlage an die Abgeschlossenheitsbescheinigung und die notarielle Teilungserklärung.
Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Wolfsburg beeinflusst
In Wolfsburg entscheidet vor allem die Quellenlage über den Aufwand, nicht nur die Gebäudegröße:
- Vollständigkeit der Bauakte
Eine lückenlose, aktuelle Akte beim Bau-Bürger-Büro ist der günstigste Fall. Fehlt sie oder weicht sie vom heutigen Zustand ab, wird eine Vor-Ort-Vermessung nötig.
- Serieller Typenbau oder gewachsener Bestand
Ein Typenplan aus Detmerode oder Westhagen erleichtert die Ersteinschätzung; ein individuell gewachsenes Gebäude in Fallersleben verlangt eine vollständig eigenständige Erfassung.
- Anzahl und Zuschnitt der Einheiten
Mehr Einheiten bedeuten mehr Nummerierungs- und Abgrenzungsaufwand.
- Getrennt liegende Nebenräume
Keller- oder Stellplatzflächen, die vom Hauptgebäude räumlich getrennt liegen, müssen zusätzlich eindeutig der richtigen Einheit zugeordnet werden.
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