Bemaßte Schnitte in Schwabach — alles, was der Grundriss nicht zeigt

Ein Schnitt ist ein gedachter senkrechter Einschnitt durch das Gebäude. Was danach übrig bleibt, ist die einzige Darstellung, in der Höhen ablesbar werden: Geschosshöhen, lichte Raumhöhen, Deckenstärken, Treppenläufe, Dachneigungen und der Punkt, an dem das Bauwerk auf das Gelände trifft. Ohne diese Angaben lassen sich zentrale Fragen nicht beantworten — und zwar weder von einer Behörde noch von einem Handwerksbetrieb.

In Schwabach hängen gleich mehrere häufige Vorhaben unmittelbar am Schnitt. Der Ausbau eines Dachgeschosses steht und fällt mit der lichten Höhe unter der Schräge; ob ein Raum als Aufenthaltsraum gelten kann, entscheidet sich in Zentimetern. Bei den mehrteiligen Innenstadtanwesen liegen die Geschosse von Vorderhaus und Hofgebäude fast nie auf gleicher Höhe, was jeden Durchbruch und jede zusammengefasste Wohnung zu einer Höhenfrage macht. Und im Talraum an Schwabach und Rednitz, wo Überschwemmungsgebiete festgesetzt sind, ist die Höhenlage des Gebäudes über dem Gelände keine Nebensache, sondern der Kern der Beurteilung.

Wir zeichnen Schnitte deshalb nicht aus dem Grundriss heraus, sondern aus gemessenen Höhen. Unsere Architekten nehmen Raumhöhen an mehreren Punkten auf, erfassen Podeste, Deckenaufbauten und den Geländeanschluss und setzen daraus einen Schnitt zusammen, der das Gebäude beschreibt statt es zu idealisieren.

Wann in Schwabach Schnitte verlangt werden

Diese Fälle kommen ohne eine Höhendarstellung nicht aus:

  • Bei jedem Bauantrag, in dem Höhenentwicklung und Geschossigkeit zu beurteilen sind.
  • Beim Ausbau von Dachräumen zu Aufenthaltsräumen.
  • Beim Einbau von Gauben, Dachflächenfenstern oder einer neuen Treppe.
  • Bei Umnutzungen, für die die lichte Höhe nachzuweisen ist.
  • Bei Vorhaben im festgesetzten Überschwemmungsgebiet.
  • Beim Zusammenlegen von Einheiten über mehrere Bauteile hinweg.
Warum Höhen in Schwabach zur entscheidenden Größe werden

Bei einem Neubau sind Höhen eine Planungsentscheidung. Im Bestand sind sie ein Befund, und Befunde fallen selten so aus, wie man sie sich wünscht. Drei Situationen tauchen in Schwabach immer wieder auf. Die erste ist das ausbaufähige Dachgeschoss. Ob dort Wohnraum entstehen kann, hängt an der lichten Höhe über einem bestimmten Anteil der Grundfläche. Ein Kniestock von wenigen Zentimetern mehr oder weniger verschiebt diese Grenze erheblich, und ein nachträglich aufgebrachter Fußbodenaufbau frisst noch einmal Höhe. Wer hier schätzt, plant an der Wirklichkeit vorbei. Die zweite Situation ist das Hofgebäude. Werkstattgeschosse älterer Bauart wurden für Arbeit gebaut, nicht für Wohnen — die Höhen liegen oft an oder unter der Grenze dessen, was für Aufenthaltsräume gefordert wird, und Zwischendecken sind im Lauf der Jahrzehnte eingezogen worden, ohne dass es jemand dokumentiert hätte. Erst der aufgemessene Schnitt zeigt, was tatsächlich zur Verfügung steht. Die dritte Situation betrifft den Talraum an Schwabach und Rednitz. Für beide Gewässer sind Überschwemmungsgebiete durch Verordnung festgesetzt, und wo eine Ausnahme in Betracht kommt, geht es unter anderem um die Höhenlage des Gebäudes und seiner Öffnungen. Diese Angabe braucht einen benannten Bezugspunkt und einen dargestellten Geländeverlauf. Ein Schnitt, in dem das Gelände als gerade Linie unter dem Haus liegt, taugt dafür nicht. In allen drei Fällen gilt dasselbe: Die Höhe ist die Angabe, an der das Vorhaben hängt, und sie lässt sich nur messen, nicht ableiten.

Welcher Schnitt für welche Frage

Die Schnittführung richtet sich danach, was gezeigt werden muss:

Längsschnitt durch den Treppenraum

Der Standardschnitt einer Bauvorlage. Er zeigt Geschossfolge, Treppenläufe und Durchgangshöhen.

Querschnitt durch das Dach

Nötig für jeden Dachausbau: Kniestock, Neigung, lichte Höhen unter der Schräge und die Lage der Gauben.

Schnitt über mehrere Bauteile

In Hofanlagen der einzige Weg, versetzte Geschossebenen und mögliche Verbindungen darzustellen.

Schnitt mit Geländebezug

Mit anstehendem und geplantem Gelände sowie benanntem Bezugspunkt — Voraussetzung für Höhenaussagen im Talraum.

Was in einen bemaßten Schnitt gehört

  • Lichte Raumhöhen je Geschoss

    Gemessen und eingetragen, bei Dachräumen zusätzlich der Verlauf unter der Schräge.

  • Geschoss- und Deckenaufbauten

    Rohdecke, Aufbau und Fußbodenoberkante, weil sie gemeinsam die nutzbare Höhe bestimmen.

  • Treppen mit Steigung und Auftritt

    Einschließlich Podesten und der Durchgangshöhe an der kritischsten Stelle.

  • Dachkonstruktion und Neigung

    Sparrenlage, Kniestockhöhe, Firsthöhe und die Anschlüsse von Gauben.

  • Geländeverlauf und Bezugspunkt

    Das anstehende Gelände in seinem tatsächlichen Verlauf, mit einer benannten Bezugshöhe.

  • Öffnungen im Schnittverlauf

    Fenster und Türen mit Brüstungs- und Sturzhöhen, soweit sie geschnitten oder angeschnitten werden.

Schnittaufgaben aus Schwabach

Dachgeschoss soll Wohnraum werden

Der Schnitt beantwortet vor jeder weiteren Planung, wie viel Fläche die geforderte lichte Höhe tatsächlich erreicht.

Verbindung zwischen Vorderhaus und Hofgebäude

Zwei Bauteile, zwei Geschossraster: Ohne gemeinsamen Schnitt bleibt offen, ob ein Durchgang ohne Stufen möglich ist.

Anbau an ein Wohnhaus im Talraum

Höhenlage und Geländeanschluss sind hier nicht Beiwerk, sondern Gegenstand der wasserrechtlichen Beurteilung.

Nachträglicher Gaubeneinbau

Gestaltungsvorgaben, Konstruktion und die im Raum entstehende Kopfhöhe fallen im Schnitt zusammen.

Wie der Schnitt entsteht

  1. Schnittführung festlegen

    Wir bestimmen gemeinsam, wo geschnitten wird — sinnvollerweise dort, wo die schwierigen Höhen liegen.

  2. Höhen aufnehmen

    Raumhöhen an mehreren Punkten, Deckenstärken, Podeste, Kniestock und der Geländeanschluss werden vor Ort gemessen.

  3. Schnitt konstruieren

    Aus den gemessenen Werten entsteht die Zeichnung, abgeglichen mit Grundriss und Ansicht.

  4. Bemaßen und beziffern

    Alle Höhen erhalten einen benannten Bezugspunkt, damit die Angaben nachprüfbar sind.

  5. Ausgeben

    Übergabe als maßstäbliches PDF, auf Wunsch zusätzlich als CAD-Datei zur Weiterverarbeitung.

Was den Aufwand für Schnitte bestimmt

Der Aufwand steckt in der Höhenaufnahme, nicht im Zeichnen selbst:

  • Anzahl der Schnittebenen

    Ein Längsschnitt genügt selten; sobald Dach oder ein zweiter Bauteil betroffen sind, kommen weitere hinzu.

  • Höhenversätze im Gebäude

    Podeste, Zwischengeschosse und versetzte Bauteile verlangen deutlich mehr Messpunkte.

  • Dachgeometrie

    Ein einfaches Satteldach ist schnell erfasst, ein Dach mit Kehlen, Aufbauten und Anbauten nicht.

  • Geländeaufnahme

    Wo der Geländeverlauf für die Beurteilung erheblich ist, kommt dessen Aufnahme als eigener Schritt dazu.

Alle Leistungen in Schwabach

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