Bemaßte Schnittzeichnungen in Regensburg — wo die 40-Grad-Mindestneigung der Altstadtschutzsatzung tatsächlich gemessen wird

Ein Schnitt zeigt, was Grundriss und Ansicht nicht können: den vertikalen Aufbau eines Gebäudes. In Regensburgs Welterbe-Ensemble kommt dem Schnitt dabei eine besondere Rolle zu, die über die übliche Darstellung von Geschosshöhen hinausgeht: Die seit 2007 geltende Altstadtschutzsatzung schreibt für Dächer eine Mindestneigung von 40 Grad vor – und genau dieser Neigungswinkel lässt sich zuverlässig nur im Schnitt nachweisen. Wo eine Ansicht die Dachform von außen zeigt, ist der Schnitt die Zeichnung, an der das Bauordnungsamt tatsächlich misst, ob die Satzung eingehalten wird. Bei den zahlreichen Bürgerhäusern mit ihren oft schon historisch steilen Dächern ist der Schnitt deshalb regelmäßig die zentrale Zeichnung im gesamten Plansatz.

Was ein Schnitt für Regensburg zeigen muss

Für Schnittzeichnungen gelten dieselben formalen Grundanforderungen der Bauvorlagenverordnung wie für andere Bauzeichnungen, mit inhaltlichem Schwerpunkt auf der vertikalen Struktur:

  • Maßstab: mindestens 1:100, mit numerischer Angabe, Maßstabsleiste und vollständiger Bemaßung der Geschosshöhen, Dachneigung und relevanten Aufbauten.
  • Im Welterbe-Ensemble muss der Neigungswinkel des Dachs im Schnitt eindeutig als Winkelangabe ausgewiesen sein, damit sich die Einhaltung der Mindestneigung von 40 Grad nach § 4 der Altstadtschutzsatzung nachvollziehen lässt.
  • Wesentliche Bauprodukte und Bauarten müssen erkennbar sein – bei Schnitten insbesondere Deckenkonstruktion und Dachaufbau.
  • Bei Änderungen an bestehenden Gebäuden müssen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheidbar dargestellt werden.
Der Schnitt als Nachweisort der 40-Grad-Regel

Anders als etwa Material oder Farbe, die sich vor allem in der Ansicht zeigen, ist die Dachneigung eine geometrische Größe, die sich nur im Schnitt sauber bemaßen lässt. Wer im Regensburger Welterbe-Ensemble ein Dach neu errichtet oder verändert, muss deshalb im Schnitt den Neigungswinkel als konkrete Gradangabe ausweisen – eine schematische Dachlinie ohne Winkelbemaßung reicht dem Bauordnungsamt nicht, um die Einhaltung der Mindestneigung von 40 Grad zu prüfen. Bei vielen historischen Dachstühlen der Altstadt liegt die ursprüngliche Neigung ohnehin schon nahe an oder über diesem Wert; kritisch wird es vor allem dort, wo eine geplante Umgestaltung – etwa der nachträgliche Einbau einer großflächigen Dachgaube – die verbleibende Dachfläche so verändert, dass die Mindestneigung an anderer Stelle unterschritten würde.

Neubau oder Bestand – unterschiedliche Ausgangslagen für den Schnitt

Ob ein Schnitt neu entsteht oder einen Bestand dokumentiert, wirkt sich auf die Herangehensweise aus:

Neubau im Welterbe-Ensemble: Schnitt aus einer satzungskonformen Planung

Geschosshöhen und Dachaufbau entstehen gemeinsam mit Grundriss und Ansicht aus einer Planung, die von Beginn an auf die Mindestneigung von 40 Grad ausgelegt ist.

Dachsanierung und Umbau: Aufmaß der bestehenden Konstruktion

Vor dem Schnitt braucht es ein aktuelles Aufmaß der bestehenden Dachkonstruktion, damit sich Bestand und geplante Änderung eindeutig unterscheiden lassen und die vorhandene Neigung korrekt erfasst wird.

Was zu einem vollständigen Schnitt in Regensburg gehört

Ein Schnitt steht selten allein – gefragt ist ein auf Grundriss und Ansicht abgestimmter Satz:

  • Schnitt durch die relevanten Gebäudeteile

    Bemaßt im Maßstab mindestens 1:100, mit Geschosshöhen, Dachneigung als Winkelangabe und den wesentlichen Aufbauten.

  • Abgestimmter Grundriss und Ansicht

    Damit Geschosshöhen, First- und Traufhöhe zwischen den Zeichnungen des Plansatzes übereinstimmen.

  • Nachweis der Raumhöhe bei Dachräumen

    Insbesondere beim Dachgeschossausbau, wo die nutzbare Höhe unter der Schräge über die Nutzbarkeit einzelner Bereiche entscheidet.

Bemaßte Schnittzeichnungen in Regensburg – Beispiele aus der Praxis

Dachsanierung an einem Bürgerhaus in der Altstadt

Der Schnitt weist die neue Dachneigung als Winkelangabe aus und belegt damit die Einhaltung der Mindestneigung von 40 Grad nach der Altstadtschutzsatzung.

Große Dachgaube an einem Wohnhaus im Welterbe-Ensemble

Der Schnitt zeigt, ob die verbleibende Dachfläche neben der Gaube die vorgeschriebene Mindestneigung noch erreicht oder ob die Planung angepasst werden muss.

Dachgeschossausbau in einem modernen Stadtteil

Ohne Satzungsbindung steht hier vor allem die nutzbare Raumhöhe im Vordergrund, nicht ein vorgeschriebener Mindestwinkel.

Einzug einer Galerieebene in ein hohes Bürgerhaus-Geschoss

Historisch großzügige Geschosshöhen machen eine zusätzliche Ebene möglich – der Schnitt weist die neuen Raumhöhen oben und unten nach.

Ersatz einer beschädigten Dachkonstruktion in Stadtamhof

Der neue Dachstuhl wird im Schnitt mit demselben Neigungswinkel wie der historische Bestand nachgewiesen, damit die Satzungskonformität erhalten bleibt.

So entsteht Ihr Schnitt für Regensburg

Von der Bestandsaufnahme bis zur einreichfertigen Zeichnung:

  1. Relevante Schnittführung festlegen

    Welcher Gebäudebereich muss dargestellt werden, um Geschosshöhen und Dachaufbau nachvollziehbar zu zeigen.

  2. Aufmaß oder Bauakte als Grundlage

    Bestehende Bauakte oder ein aktuelles Aufmaß der betroffenen Geschosse und des Dachs.

  3. Schnitt bemaßt erstellen

    Im Maßstab mindestens 1:100, im Welterbe-Ensemble mit dem Dachneigungswinkel als konkreter Gradangabe.

  4. Mit Grundriss und Ansicht abgleichen

    Damit Geschosshöhen und Dachmaße zwischen den Zeichnungen des Plansatzes widerspruchsfrei sind.

  5. Für das Bauordnungsamt zusammenstellen

    Digital aufbereitet für die Einreichung, insbesondere bei genehmigungskritischen Dachsanierungen im Welterbe-Ensemble.

Was den Preis für einen Schnitt in Regensburg beeinflusst

Diese Faktoren bestimmen den Aufwand für eine bemaßte Schnittzeichnung:

  • Lage innerhalb oder außerhalb des Welterbe-Ensembles

    Innerhalb der Altstadtschutzsatzung muss der Neigungswinkel exakt bemaßt und nachvollziehbar dargestellt werden.

  • Neubau oder Bestandskonstruktion

    Ein Schnitt aus einer laufenden Neubauplanung entsteht meist zügiger als die Dokumentation einer unklaren, historischen Dachkonstruktion.

  • Komplexität des Dachaufbaus

    Gauben, Dachschrägen und historische Kniestöcke erhöhen den Detaillierungsaufwand gegenüber einem einfachen Satteldach.

  • Zustand vorhandener Bauakten

    Fehlt eine verwertbare Bestandszeichnung, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor der Schnitt entstehen kann.

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