Bauzeichnung in Recklinghausen — ein widerspruchsfreier Plansatz für den Fachbereich 63

Der Fachbereich 63 prüft keine einzelnen Blätter, sondern einen zusammenhängenden Plansatz. Grundriss, Schnitt und Ansicht müssen dieselben Maße, dieselben Öffnungen und dieselben Bauteile zeigen – schon eine kleine Abweichung zwischen den Zeichnungen fällt bei der Prüfung auf und führt zu einer Rückfrage, die den Vorgang aufhält. Innerhalb der Altstadt kommt ein zweiter Prüfmaßstab hinzu: Die seit Mai 2014 geltende Gestaltungssatzung regelt Dachlandschaft, Fassaden und Baukörper im Detail, sodass ein Plansatz dort zusätzlich zeigen muss, wie sich ein Vorhaben in dieses Regelwerk einfügt.

Anforderungen an Ihre Bauzeichnung in Recklinghausen

Damit eine Bauzeichnung als vollständige Bauvorlage gilt, muss sie bestimmte Mindestangaben tragen:

  • Ein für die Prüfung geeigneter Maßstab, in der Praxis üblicherweise nicht kleiner als 1:100.
  • Durchgehende Bemaßung sowie die erkennbare Darstellung der wesentlichen Bauteile.
  • Eine erkennbare Bauvorlageberechtigung: Wer die Zeichnung fachlich verantwortet, muss aus ihr hervorgehen.
  • Konsistenz zwischen sämtlichen Einzelzeichnungen desselben Plansatzes.
Die Gestaltungssatzung als zweiter Prüfmaßstab

Innerhalb der Altstadt genügt eine formal korrekte Zeichnung allein nicht. Zusätzlich zur bauordnungsrechtlichen Prüfung durch den Fachbereich 63 verlangt die seit Mai 2014 geltende Gestaltungssatzung, dass Dachform, Fassadenmaterial und Baukörper mit dem Erscheinungsbild der Umgebung vereinbar sind – ergänzt durch die seit 1991 bestehende Erhaltungssatzung zum Schutz des mittelalterlichen Stadtgrundrisses. Ein Plansatz für ein Gebäude am Wallring muss deshalb über die reinen Maßangaben hinaus erkennen lassen, wie sich das geplante Vorhaben optisch in seine Umgebung einfügt.

Wie der Plansatz je nach Ausgangslage entsteht

Neubau und Bestand verlangen unterschiedliche Herangehensweisen, auch wenn das Ergebnis am Ende denselben formalen Anforderungen genügen muss:

Neubau aus einer Hand

Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen parallel zur laufenden Planung – Maße und Bauteile stimmen von Beginn an überein.

Umbau eines Bestandsgebäudes

Erst muss ein verlässlicher Bestand vorliegen, damit sich zu beseitigende und neu geplante Bauteile in der Zeichnung klar trennen lassen.

Erweiterung eines bereits genehmigten Gebäudes

Liegt bereits ein genehmigter Plansatz vor, wird dieser um die neuen Bauteile ergänzt, statt das gesamte Gebäude erneut komplett zu zeichnen.

Bestandteile eines vollständigen Recklinghäuser Plansatzes

Für die Einreichung braucht es mehr als ein einzelnes Blatt:

  • Grundrisse jedes Geschosses

    Durchgehend bemaßt im geeigneten Maßstab, mit Angabe der wesentlichen Bauteile.

  • Zugehörige Schnitte und Ansichten

    Im selben Maßstab und mit übereinstimmender Darstellung der Bauteile wie die Grundrisse.

  • Amtlicher Lageplan

    Zeigt das Vorhaben im Zusammenhang mit dem Flurstück.

  • Baubeschreibung

    Textliche Ergänzung zu den Zeichnungen, soweit Nutzung, Konstruktion und Materialien nicht bereits aus dem Plansatz hervorgehen.

  • Nachweis zur Bauvorlageberechtigung

    Angabe, welche Person den Plansatz fachlich verantwortet – ohne diesen Nachweis gilt die Einreichung als unvollständig.

Bauzeichnungen in Recklinghausen – Beispiele aus der Praxis

Vier Konstellationen aus der Praxis:

Wohngebäude in einem jüngeren Wohnviertel

Der komplette Plansatz entsteht direkt aus der laufenden Neubauplanung, konsequent im geforderten Maßstab.

Ausbau eines Dachgeschosses innerhalb des Wallrings

Vor der Zeichnung steht ein aktuelles Aufmaß, damit Bestand und Neuplanung eindeutig getrennt dargestellt werden können.

Fassadenveränderung an einem Gebäude in der Altstadt

Der Plansatz muss zusätzlich zeigen, dass die Änderung mit der Gestaltungssatzung von Mai 2014 vereinbar ist.

Erweiterung eines großen Versammlungsgebäudes

Bei einem Vorhaben mit mehreren neuen Nutzungsbereichen müssen die Zeichnungen aller Bereiche untereinander konsistent bleiben.

Nachträglicher Anbau an ein bestehendes Wohnhaus

Der neue Anbau wird im Plansatz eindeutig vom Bestand abgegrenzt, damit auf einen Blick erkennbar ist, was neu hinzukommt und was unverändert bleibt.

Wie Ihr Recklinghäuser Plansatz entsteht

Vom Bestand bis zur vorlagefähigen Zeichnung:

  1. Ausgangslage klären

    Vorhandene Unterlagen oder ein Aufmaß bilden die Grundlage bei Bestandsobjekten.

  2. Grundrisse zeichnen

    Bemaßt im geeigneten Maßstab, mit allen Pflichtangaben.

  3. Schnitte und Ansichten abgleichen

    Maße, Öffnungen und Bauteile werden mit den Grundrissen zur Deckung gebracht.

  4. Änderungen eindeutig kennzeichnen

    Bei Umbauten werden zu beseitigende und geplante Bauteile über unterschiedliche Linienarten oder Farbgebung unterschieden.

  5. Gegen die Anforderungen des Fachbereichs 63 prüfen

    Vor der Einreichung, in der Altstadt zusätzlich gegen die Gestaltungssatzung.

Was den Preis für eine Bauzeichnung in Recklinghausen bestimmt

Diese Punkte beeinflussen den Aufwand:

  • Neubau oder Bestandsanpassung

    Eine Planung von Grund auf entsteht meist schneller als die zeichnerische Aufarbeitung eines unklaren Bestands.

  • Qualität vorhandener Unterlagen

    Fehlt eine verwertbare Zeichnung, wird zunächst ein Aufmaß-Termin nötig.

  • Umfang des Vorhabens

    Mehr Geschosse und komplexere Bauteile bedeuten einen umfangreicheren Plansatz.

  • Lage in der Altstadt

    Hier kommt die zusätzliche Darstellung zur Vereinbarkeit mit der Gestaltungssatzung hinzu.

  • Zahl der beteiligten Fachplaner

    Sollen Statik oder Haustechnik bereits im Plansatz berücksichtigt werden, steigt der Abstimmungsaufwand zwischen den beteiligten Personen.

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