Bauzeichnung in Pinneberg — vom Sonderbau im Postareal bis zum Anbau in Eggerstedt

Eine Bauzeichnung im bauaufsichtlichen Sinn umfasst mehr als eine einzelne Zeichnung: Grundrisse, Ansichten und Schnitte gehören ebenso dazu wie Lageplan, Baubeschreibung und die dazugehörigen Berechnungen – zusammengefasst zu einem in sich widerspruchsfreien Paket, das der Fachdienst Bauaufsicht der Stadt Pinneberg prüfen kann. Der Umfang unterscheidet sich je nach Vorhaben deutlich: Ein einfacher Anbau an ein Siedlungshaus in Eggerstedt braucht andere Unterlagen als ein Sonderbau wie die geplante Kita im Postareal-Quartier, für die nach § 51 LBO das umfassende Baugenehmigungsverfahren gilt.

Wir erstellen Bauzeichnungen für beide Enden dieser Bandbreite: für den einfachen Umbau im Bestand ebenso wie für größere Neubauvorhaben mit mehreren beteiligten Fachplanenden. Grundlage ist in jedem Fall entweder ein aktuelles Aufmaß des Bestands oder die vorliegende Neubauplanung.

Wann Sie in Pinneberg eine vollständige Bauzeichnung brauchen

Immer dann, wenn ein Vorhaben ein bauaufsichtliches Verfahren durchläuft:

  • Beim Neubau eines Wohn- oder Gewerbegebäudes.
  • Bei Anbauten oder Aufstockungen bestehender Gebäude in Eggerstedt, Thesdorf oder der Innenstadt.
  • Bei Sonderbauten nach § 51 LBO, etwa Kindertagesstätten oder größeren Gewerbeeinheiten.
  • Bei der Umnutzung eines Baumschulgebäudes, wenn sich dadurch bauordnungsrechtlich relevante Anforderungen ändern.
  • Als Teil der Genehmigungsfreistellung, auch wenn dabei kein förmlicher Genehmigungsbescheid ergeht.
Warum Sonderbauten einen größeren Zeichnungsumfang verlangen

Für ein gewöhnliches Wohngebäude prüft die Bauaufsicht im vereinfachten Verfahren nach § 63 LBO einen eingegrenzten Katalog an Anforderungen. Bei Sonderbauten im Sinn von § 51 LBO – dazu zählen unter anderem Kindertagesstätten, wie sie im Postareal-Quartier entstehen, oder größere Gewerbeeinheiten – greift dagegen das umfassende Baugenehmigungsverfahren nach § 64 LBO, das den gesamten bauordnungsrechtlichen Anforderungskatalog einbezieht. Das bedeutet für die Bauzeichnung: mehr Detailtiefe bei Rettungswegen und Brandschutz, genauere Angaben zur Nutzung einzelner Räume und häufig die Abstimmung mit mehreren Fachplanenden, etwa für Brandschutz oder Barrierefreiheit. Wer ein solches Vorhaben plant, sollte diesen höheren Aufwand von Beginn an einkalkulieren, statt ihn erst im laufenden Verfahren zu entdecken.

Welche Bauzeichnungen je nach Vorhaben gebraucht werden

Der Umfang richtet sich nach dem zutreffenden Verfahren:

Bauzeichnung für die Genehmigungsfreistellung

Vollständige Darstellung von Bestand und Planung, auch wenn kein förmlicher Bescheid ergeht.

Bauzeichnung für das vereinfachte Verfahren

Der Regelfall für die meisten Wohnbauvorhaben, mit Fokus auf Planungsrecht und Abstandsflächen.

Bauzeichnung für Sonderbauten

Umfangreichere Darstellung mit zusätzlichem Fokus auf Brandschutz, Rettungswege und Nutzungsanforderungen.

Bauzeichnung für Bestandsumbauten

Bestands- und Planungszeichnung nebeneinander, Grundlage für die Beurteilung der geplanten Veränderung.

Was zu einer vollständigen Bauzeichnung gehört

Der genaue Umfang hängt vom Vorhaben ab, folgende Bestandteile fallen häufig an:

  • Grundrisse aller betroffenen Geschosse

    Bestand und Planung, maßstäblich und vollständig beschriftet.

  • Ansichten aller Außenseiten

    Mit Höhenangaben für Traufe, First und relevante Bauteile.

  • Schnitte

    Zeigen Geschosshöhen und, bei Dachgeschossen, die entscheidenden Höhenlinien.

  • Amtlicher Lageplan

    Verortet das Vorhaben auf dem Grundstück, Grundlage der Abstandsflächenbetrachtung.

  • Baubeschreibung

    Beschreibt Bauweise, Nutzung und Konstruktion und muss zu den Zeichnungen widerspruchsfrei passen.

  • Flächen- und Rauminhaltsberechnung

    Grundlage für die Prüfung der Ausnutzbarkeit und für die Gebührenberechnung.

Typische Pinneberger Vorhaben

Anbau an ein Siedlungshaus in Eggerstedt

Bestand und geplanter Anbau werden nebeneinander dargestellt, mit besonderem Fokus auf die Abstandsflächen zur Nachbarbebauung.

Kita als Sonderbau im Postareal-Quartier

Die Bauzeichnung berücksichtigt zusätzliche Anforderungen an Rettungswege und Brandschutz, wie sie für Sonderbauten nach § 51 LBO gelten.

Umbau eines Altbaus in der Innenstadt

Der heutige, mehrfach veränderte Zustand wird zunächst aufgenommen, bevor die Planungszeichnung für den Umbau entsteht.

Umnutzung eines Baumschulgebäudes zu Wohnzwecken

Da für das Gebäude keine verwertbare Zeichnung existiert, beginnt die Bauzeichnung mit einer vollständigen Neuaufnahme des Bestands.

So entsteht die Bauzeichnung

  1. Vorhaben und Verfahren klären

    Wir bestimmen gemeinsam, welches Verfahren greift und welchen Umfang die Zeichnung entsprechend braucht.

  2. Bestand aufnehmen

    Aufmaß vor Ort oder Auswertung vorhandener Unterlagen, sofern diese belastbar sind.

  3. Planungszeichnung erstellen

    Grundrisse, Ansichten und Schnitte für den geplanten Zustand, ergänzt um Lageplan und Baubeschreibung.

  4. Auf Widerspruchsfreiheit prüfen

    Alle Bestandteile müssen inhaltlich zueinander passen – der häufigste Grund für behördliche Nachforderungen.

  5. Einreichung bei der Bauaufsicht

    Das vollständige Paket geht mit Unterschrift und Stempel einer bauvorlageberechtigten Person an die Stadt Pinneberg.

Was den Aufwand einer Bauzeichnung in Pinneberg bestimmt

Der Aufwand richtet sich nach Vorhabenart und Verfahren:

  • Art des Verfahrens

    Ein Sonderbau nach § 51 LBO erfordert einen deutlich größeren Zeichnungsumfang als ein einfacher Anbau.

  • Zustand der vorhandenen Unterlagen

    Existieren belastbare Bestandspläne, verkürzt das die Vorbereitung erheblich.

  • Zahl der beteiligten Fachplanenden

    Bei Sonderbauten müssen Angaben mehrerer Gewerke, etwa Brandschutz, in die Zeichnung einfließen.

  • Komplexität des Bestands

    Mehrfach veränderte Altbauten oder Baumschulgebäude ohne vorhandene Pläne erhöhen den Aufnahmeaufwand.

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