Aufmaß in Pinneberg — vom Fachwerkhaus an der Dingstätte bis zur Baumschulhalle am Stadtrand
Pinneberg hat keinen einheitlichen Baubestand, sondern mehrere, die selten zueinander passen. Rund um die Dingstätte und den 1844 eröffneten Bahnhof stehen Gebäude aus der Kaiserzeit, oft mehrfach umgebaut, mit Wänden, die im Lauf der Jahrzehnte versetzt wurden. In Eggerstedt und Thesdorf dominieren Siedlungs- und Einfamilienhäuser, deren Dachgeschosse in Eigenleistung ausgebaut wurden. Und am Stadtrand, im Umfeld des Pinneberger Baumschullands, stehen Betriebsgebäude, Gewächshäuser und Kalthäuser, die überhaupt nie für eine andere Nutzung als den eigenen Betrieb gezeichnet wurden.
Was diese drei Bestandstypen gemeinsam haben: Kein vorhandener Plan zeigt zuverlässig den heutigen Zustand. Bei den Altbauten in der Innenstadt fehlen aktuelle Zeichnungen, bei den Siedlungshäusern wurde der Dachausbau selten dokumentiert, und bei den Baumschulgebäuden existiert oft überhaupt kein Genehmigungsplan, sondern nur eine betriebliche Bestandsskizze. Ein Aufmaß ist deshalb in Pinneberg meist nicht der letzte, sondern der erste Schritt jeder Planung.
Wann Sie in Pinneberg ein Aufmaß brauchen
Ein Aufmaß wird von keiner Behörde als eigenständige Leistung verlangt, ist aber Voraussetzung dafür, dass andere Unterlagen tragen:
- Vor jedem Bauantrag im Bestand, weil Bestands- und Genehmigungsplanung zueinander passen müssen.
- Vor der Nutzungsänderung eines ehemaligen Baumschulgebäudes, dessen Grundriss und Bauteile bislang nirgends verlässlich dokumentiert sind.
- Vor einer Wohnflächenberechnung, wenn das Dachgeschoss nachträglich ausgebaut wurde – in Eggerstedt und Thesdorf der Regelfall.
- Vor Verkauf oder Vermietung, wenn die bisher genannte Fläche auf einer Schätzung beruht.
- Vor der Aufteilung eines Gebäudes in Eigentumseinheiten, weil Aufteilungsplan und Abgeschlossenheit maßhaltige Grundlagen brauchen.
Für ein klassisches Wohnhaus lässt sich meist wenigstens ein alter Plan finden, der als Orientierung dient, auch wenn er den heutigen Zustand nicht mehr zeigt. Bei Betriebsgebäuden im Pinneberger Baumschulland fehlt selbst diese Ausgangsbasis oft vollständig. Gewächshäuser, Kalthäuser, Lagerhallen und einfache Wirtschaftsgebäude wurden über Generationen hinweg errichtet, erweitert und umgebaut, wie es der Betrieb gerade erforderte – dokumentiert wurde dabei selten mehr als eine grobe Betriebsskizze, wenn überhaupt. Wenn ein solches Grundstück heute verkauft, in Bauland umgewandelt oder für eine andere Nutzung vorgesehen wird, steht am Anfang deshalb fast immer eine vollständige Neuaufnahme: Wände, Öffnungen, Höhen und Konstruktion müssen komplett neu erfasst werden, bevor sich überhaupt beurteilen lässt, was von der vorhandenen Bausubstanz weiterverwendet werden kann und was neu geplant werden muss.
Wie in Pinneberg aufgemessen wird
Die Methode richtet sich nach Gebäudetyp und Verwendungszweck:
Laserdistanzmessung mit Tablet-Erfassung
Der Regelfall bei Wohnungen und Einfamilienhäusern in der Innenstadt sowie in Eggerstedt und Thesdorf. Raummaße, Wandstärken und Öffnungen werden vor Ort erfasst und direkt digital aufbereitet.
3D-Laserscan
Für unregelmäßig geschnittene Altbauten und für großflächige, verwinkelte Baumschulgebäude, bei denen später weitere Auswertungen folgen sollen.
Aufnahme der Dachgeschossgeometrie
Bei nachträglich ausgebauten Dachgeschossen werden Kniestockhöhe, Dachneigung und die Höhenlinien bei einem und zwei Metern erfasst – Grundlage jeder korrekten Wohnflächenberechnung.
Einmessung im Grundstück
Zusätzlich zur Gebäudegeometrie die Lage auf dem Grundstück – wichtig bei schmalen Innenstadtparzellen, bei Grundstücken in Pinnau-Nähe und bei größeren Baumschulflächen mit unklarem Grenzverlauf.
Was Sie zum Termin bereithalten sollten
Nichts davon ist zwingend – jedes vorhandene Stück verkürzt aber die Arbeit:
- Vorhandene Pläne oder Skizzen, auch veraltete
Selbst eine betriebliche Bestandsskizze eines Baumschulgeländes hilft als grobe Orientierung.
- Katasterauszug oder Lageplan
Zeigt Grundstückszuschnitt und Grenzen – besonders bei größeren, ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen am Stadtrand relevant.
- Angaben zu Umbauten
Wann wurde das Dachgeschoss ausgebaut, wann ein Betriebsgebäude erweitert? Auch ungefähre Angaben helfen bei der Einordnung.
- Zugang zu allen Räumen und Gebäudeteilen
Auch Keller, Dachraum und Nebengebäude – nicht zugängliche Bereiche müssen sonst später nachgemessen werden.
- Teilungserklärung bei Eigentumswohnungen
Legt fest, welche Flächen zum Sondereigentum gehören, und bestimmt damit, was überhaupt aufzumessen ist.
- Zweck der Aufnahme
Ob das Ergebnis für einen Bauantrag, einen Verkauf oder eine Nutzungsänderung gebraucht wird, entscheidet über Detailtiefe und Darstellung.
Typische Pinneberger Aufmaß-Situationen
Innenstadthaus an der Dingstätte mit mehrfach versetzten Wänden
Über ein Jahrhundert wurden Ladenlokal und Wohnbereiche mehrfach umgebaut. Für die geplante Sanierung braucht es zunächst eine vollständige Aufnahme des heutigen Grundrisses.
Siedlungshaus in Thesdorf mit ausgebautem Spitzboden
Der Dachausbau erfolgte in Eigenleistung ohne Plan. Für Verkauf und Wohnflächenberechnung braucht es zuerst eine Aufnahme samt Höhenlinien im Dachgeschoss.
Ehemaliges Baumschulgelände vor der Umnutzung
Betriebsgebäude, Gewächshäuser und ein Wohnhaus stehen auf dem Grundstück, dokumentiert ist keines davon vollständig. Vor jeder weiteren Planung wird der gesamte Bestand neu aufgenommen.
Grundstück in Pinnau-Nähe mit geplantem Anbau
Neben dem Gebäude wird zusätzlich die Lage zum Fluss erfasst, weil sie für die wasserrechtliche Beurteilung des Vorhabens relevant sein kann.
So läuft das Aufmaß in Pinneberg ab
- Objekt und Zweck klären
Sie nennen Objekt, Größenordnung und wofür die Unterlagen gebraucht werden. Daraus ergibt sich die Aufnahmetiefe.
- Termin vereinbaren
Der Vor-Ort-Termin wird mit Ihnen abgestimmt. Wichtig ist, dass alle Räume und Gebäudeteile zugänglich sind.
- Aufnahme vor Ort
Räume, Öffnungen, Wandstärken und Höhen werden erfasst, bei Dachgeschossen zusätzlich die Schrägen und Höhenlinien.
- Digitale Aufbereitung
Aus den Messdaten entstehen maßhaltige Bestandspläne im gewünschten Format.
- Weiterverwendung
Auf derselben Grundlage lassen sich Wohnflächenberechnung, Bauantragsunterlagen oder eine Nutzungsänderung aufbauen, ohne erneut zu messen.
Was den Aufwand eines Aufmaßes in Pinneberg bestimmt
Maßgeblich ist die Beschaffenheit des Objekts, nicht seine Adresse:
- Zahl und Zuschnitt der Räume
Verwinkelte Altbaugrundrisse in der Innenstadt brauchen mehr Messpunkte als klar geschnittene Räume gleicher Fläche.
- Art und Größe des Gebäudes
Ein einzelnes Betriebsgebäude auf einem Baumschulgelände unterscheidet sich im Aufwand deutlich von einer einzelnen Wohnung.
- Dachgeschoss mit Schrägen
Höhenlinien und Kniestock müssen zusätzlich erfasst werden, damit die spätere Flächenberechnung tragfähig ist.
- Einmessung im Grundstück
Wird zusätzlich die Lage auf dem Grundstück gebraucht – etwa bei unklaren Grenzen auf ehemaligen Baumschulflächen –, kommt ein eigener Arbeitsschritt hinzu.
Alle Leistungen in Pinneberg
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