Bauzeichnung in Oranienburg — der vollständige Plansatz für den Landkreis

Eine Bauzeichnung ist nicht eine einzelne Zeichnung, sondern ein aufeinander abgestimmter Satz: Grundrisse, Ansichten und Schnitte, die alle dieselbe Geometrie zeigen und sich gegenseitig nicht widersprechen dürfen. Genau diese Widerspruchsfreiheit prüft der Fachbereich Bauordnung und Kataster des Landkreises Oberhavel als Erstes, bevor er inhaltlich in die Prüfung des Vorhabens einsteigt.

In Oranienburg kommen dabei mehrere örtliche Anforderungen zusammen, die den vollständigen Plansatz beeinflussen können. Innerhalb der Erhaltungssatzung der historischen Innenstadt gehört der Bezug zur Nachbarbebauung mit in die Ansichten. Auf Grundstücken in der Havelniederung braucht der Schnitt zusätzlich Angaben zum Geländeanschluss und zur Gründungstiefe. Und wo eine Kampfmittelfreiheitsbescheinigung Voraussetzung der Genehmigung ist, muss die Planung so weit stehen, dass sich der genaue Ort des Bodeneingriffs eindeutig aus dem Plansatz ergibt.

Wir erstellen den vollständigen Plansatz inhouse, aus einem eigenen Aufmaß oder aus geprüften Bestandsplänen, und stimmen alle Zeichnungen gegeneinander ab, bevor sie den Landkreis erreichen.

Wann ein vollständiger Plansatz gebraucht wird

Der vollständige Plansatz ist immer dann Pflicht, wenn ein förmliches Verfahren durchlaufen wird:

  • Beim regulären Baugenehmigungsverfahren für Neubau, Anbau oder größere Umbauten.
  • Beim vereinfachten Baugenehmigungsverfahren innerhalb eines rechtswirksamen Bebauungsplans.
  • Als Anlage zu einer Bauvoranfrage, sofern das Vorhaben schon konkret genug beschrieben ist.
  • Bei Nutzungsänderungen mit baulichen Folgen, etwa neuen Fenstern oder Trennwänden.
  • Als Grundlage für eine Teilungserklärung, wenn zusätzlich eine Abgeschlossenheitsbescheinigung folgt.
Warum ein Plansatz in Oranienburg mehr transportieren muss als reine Maße

In vielen Städten genügt ein Plansatz, der Grundriss, Ansicht und Schnitt eines Gebäudes korrekt und widerspruchsfrei zeigt. In Oranienburg kommen je nach Lage zusätzliche Anforderungen hinzu, die alle in denselben Zeichnungen sichtbar werden müssen. Innerhalb der Erhaltungssatzung der historischen Innenstadt reicht eine isolierte Darstellung des eigenen Gebäudes nicht aus — die Ansichten müssen den Bezug zur Straßenfassade und zur Nachbarbebauung erkennen lassen, damit die Bauaufsichtsbehörde die Wirkung auf das Ortsbild beurteilen kann. Auf Grundstücken in der Havelniederung braucht der Schnitt zusätzlich den Geländeanschluss und, wo relevant, die Höhenlage des Grundwassers, weil davon Gründungstiefe und Abdichtung abhängen. Und wo eine Kampfmittelfreiheitsbescheinigung Voraussetzung der Genehmigung ist, muss der Plansatz so präzise sein, dass sich der geplante Bodeneingriff — Fundament, Leitungsgraben, Kellersohle — eindeutig lokalisieren lässt, weil genau diese Fläche Gegenstand der Kampfmittelprüfung wird. Ein Plansatz, der diese drei Ebenen von Beginn an mitdenkt, statt sie nachträglich zu ergänzen, spart in der Praxis die meiste Zeit zwischen Einreichung und Genehmigung. Wird eine dieser Anforderungen erst auf Nachfrage der Behörde ergänzt, verlängert sich das Verfahren regelmäßig um mehrere Wochen — Zeit, die sich mit einer vorausschauenden Planung von Anfang an vermeiden lässt.

Aus welchen Zeichnungen der Plansatz besteht

Drei Zeichnungsarten bilden gemeinsam den vollständigen Satz:

Grundrisse aller Geschosse

Maßstäblich, bemaßt, mit Raumbezeichnungen und Flächenangaben — die Grundlage, aus der Ansichten und Schnitte abgeleitet werden.

Ansichten aller Fassadenseiten

Mit Höhen, Öffnungen und, innerhalb der Erhaltungssatzung, dem Bezug zur Nachbarbebauung.

Schnitte durch das Gebäude

Zeigen Geschosshöhen, Dachneigung und, auf Grundstücken in der Havelniederung, den Geländeanschluss.

Ergänzende Lagepläne

Verorten das Vorhaben auf dem Grundstück und zeigen die für Bodeneingriffe relevanten Bereiche.

Was wir benötigen und was Sie erhalten

Der Umfang richtet sich nach Vorhaben und Lage:

  • Aufmaß oder vorhandene Bestandspläne

    Grundlage für den gesamten Plansatz, entweder aus eigener Aufnahme oder geprüften Altplänen.

  • Angaben zum geplanten Vorhaben

    Neubau, Anbau, Umbau oder Nutzungsänderung — davon hängt ab, welche Zeichnungen in welchem Detailgrad nötig sind.

  • Vollständiger, abgestimmter Plansatz als Ergebnis

    Grundrisse, Ansichten und Schnitte, gegeneinander geprüft und in einheitlicher Darstellung.

  • Ergänzungen je nach Lage

    Bezug zur Nachbarbebauung in der Erhaltungssatzung, Geländeanschluss in der Havelniederung.

  • Digitale Übergabe

    Als PDF für die Einreichung, auf Wunsch zusätzlich als CAD-Datei für die Weiterverwendung.

Typische Oranienburger Plansätze

Anbau in der historischen Mittelstadt

Der Plansatz zeigt zusätzlich die Straßenabwicklung, damit die Bauaufsicht die Wirkung auf das Ortsbild beurteilen kann.

Neubau im Ortsteil Malz

Kein Bezug zur Erhaltungssatzung nötig, dafür ein vollständiger Plansatz von Grund auf, abgestimmt mit der Fachplanung.

Kellerneubau auf einem Grundstück in der Havelniederung

Der Schnitt zeigt Geländehöhe und Gründungstiefe, damit die Bauaufsicht und die Kampfmittelprüfung denselben Bereich zugrunde legen.

Dachausbau an einem Einfamilienhaus in einem Ortsteil

Grundriss und Schnitt zusammen klären Kniestockhöhe und anrechenbare Fläche unter der Dachschräge.

So entsteht Ihr vollständiger Plansatz

Vier Schritte bis zur einreichfähigen Bauzeichnung:

  1. Lage und Anforderungen klären

    Wir prüfen, ob Erhaltungssatzung, Havelniederung oder Kampfmittelfreiheit für Ihr Vorhaben zusätzliche Angaben verlangen.

  2. Bestand aufnehmen

    Vor Ort werden alle für Grundriss, Ansicht und Schnitt nötigen Maße erfasst.

  3. Plansatz zeichnen

    Grundrisse, Ansichten und Schnitte entstehen aus derselben Geometrie und werden gegeneinander geprüft.

  4. Ergebnis übergeben

    Sie erhalten den vollständigen, geprüften Plansatz digital, einreichfähig für den Landkreis Oberhavel.

Was den Aufwand eines vollständigen Plansatzes bestimmt

Vier Faktoren erklären den Unterschied im Umfang:

  • Lage innerhalb der Erhaltungssatzung

    Der zusätzliche Bezug zur Nachbarbebauung erhöht den Aufwand bei den Ansichten.

  • Bodenverhältnisse des Grundstücks

    In der Havelniederung kommt die zusätzliche Geländeaufnahme für den Schnitt hinzu.

  • Komplexität des Vorhabens

    Ein einfacher Anbau verlangt weniger Zeichnungen als ein mehrgeschossiger Neubau mit mehreren Höhenversätzen.

  • Verfügbarkeit einer Aufmaßgrundlage

    Liegen bereits geprüfte Bestandspläne vor, verkürzt das die Erstellung des gesamten Plansatzes deutlich.

Alle Leistungen in Oranienburg

Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis — Übersicht für Oranienburg ansehen →

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