Bemaßte Schnittzeichnungen in Offenbach am Main — vom Dachgeschoss im Altbau bis zum Kellergeschoss nahe dem Main

Wie hoch ein Raum unter der Dachschräge tatsächlich ist, verrät weder der Grundriss noch die Ansicht – dafür braucht es den Schnitt. In Offenbach stellt sich diese Frage besonders oft, weil zahlreiche Wohn- und Werkgebäude aus der Zeit der Lederindustrie über bislang ungenutzte Dachräume verfügen, die seit dem Baupaket I leichter zu Wohnraum werden können. Für Neubauten rund um das Hafenquartier verschiebt sich die entscheidende Zeichnung dagegen nach unten: Weil Teile des Stadtgebiets in der Mainniederung liegen und nur durch ein Deichsystem bis zu einem HQ200-Ereignis geschützt sind, muss der Schnitt hier vor allem Gründungstiefe und Kellerabdichtung nachvollziehbar machen.

Was ein Schnitt für Offenbach zeigen muss

Für Schnittzeichnungen gelten dieselben formalen Grundanforderungen des Bauvorlagenerlasses wie für andere Bauzeichnungen, mit inhaltlichem Schwerpunkt auf der vertikalen Struktur:

  • Maßstab in der Regel 1:100, mit vollständiger Bemaßung der Geschosshöhen, der Dachneigung und relevanter Aufbauten.
  • Wesentliche Bauprodukte und Bauarten müssen erkennbar sein – bei Schnitten insbesondere Deckenkonstruktion, Dachaufbau und, bei Neubauten nahe dem Main, die Abdichtung gegen Feuchtigkeit im Kellergeschoss.
  • Bei Änderungen an bestehenden Gebäuden müssen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheidbar dargestellt werden, etwa eine neue Zwischendecke im ausgebauten Dachgeschoss.
Zwei Gebäudeenden, zwei Prüffragen

Wer über einem Altbau aus der Manufakturzeit ein Dachgeschoss ausbauen will, profitiert vom Baupaket I gleich doppelt: leichtere Brandschutzauflagen und, außerhalb eines Bebauungsplans, die zeitlich befristete Freistellung nach § 64a HBO. Trotzdem bleibt die eigentliche Bauphysik unverändert – ob Kniestock und Deckenhöhe eine ordentliche Nutzung erlauben, lässt sich nur durch einen tatsächlich bemaßten Schnitt belegen, keine Verfahrenserleichterung ersetzt diese geometrische Prüfung. Am anderen Ende des Gebäudes, im Untergeschoss, stellt sich für Neubauten nahe dem Hafenquartier eine spiegelbildliche Frage: Das bestehende Deichsystem hält Stadtmitte und Kaiserlei bis zu einem HQ200-Hochwasser trocken, doch wie tief gegründet und wie abgedichtet werden muss, damit ein geplantes Kellergeschoss dem tatsächlich standhält, zeigt wiederum nur der Schnitt.

Drei Ausgangslagen für einen Offenbacher Schnitt

Ob ein Schnitt aus einer durchgeplanten Neubaustruktur, einem Dachgeschossausbau oder einem Vorhaben nahe dem Main hervorgeht, prägt die Herangehensweise erheblich:

Neubau: Schnitt aus einer durchgeplanten Struktur

Geschosshöhen und Dachaufbau entstehen gemeinsam mit Grundriss und Ansicht aus einer Planung und sind von vornherein aufeinander abgestimmt.

Dachgeschossausbau im Altbau der Manufakturzeit

Vor dem Schnitt braucht es ein aktuelles Aufmaß der bestehenden Dachkonstruktion, sofern die vorhandene Bauakte den heutigen Zustand nicht mehr korrekt zeigt.

Neubau nahe dem Hafenquartier

Der Schnitt zeigt hier zusätzlich, wie Kellergeschoss und Gründung mit dem bestehenden Hochwasserschutz der Mainniederung zusammenspielen.

Was zu einem vollständigen Schnitt in Offenbach gehört

Ein Schnitt steht selten allein – gefragt ist ein auf Grundriss und Ansicht abgestimmter Satz:

  • Schnitt durch die relevanten Gebäudeteile

    Bemaßt im Maßstab in der Regel 1:100, mit Geschosshöhen, Dachneigung und den wesentlichen Aufbauten.

  • Abgestimmter Grundriss und Ansicht

    Damit Geschosshöhen, First- und Traufhöhe zwischen den Zeichnungen des Plansatzes übereinstimmen, den das Amt 60 als Ganzes prüft.

  • Nachweis der Raumhöhe bei Dachräumen

    Insbesondere beim Dachgeschossausbau, wo die nutzbare Höhe unter der Schräge über die Nutzbarkeit einzelner Bereiche entscheidet.

  • Angaben zu Gründung und Abdichtung nahe dem Main

    Für Kellergeschosse in der Mainniederung wird zusätzlich dokumentiert, wie die Konstruktion auf den bestehenden Hochwasserschutz abgestimmt ist.

Bemaßte Schnittzeichnungen in Offenbach am Main – Beispiele aus der Praxis

Dachgeschossausbau nach dem Baupaket I

Trotz erleichterter Brandschutzvorgaben und neuer Genehmigungsfreistellung entscheidet weiterhin allein der bemaßte Schnitt, ob Kniestock- und Firsthöhe für die geplante Wohnnutzung tatsächlich ausreichen.

Neubau mit Kellergeschoss im Hafenquartier

Der Schnitt macht sichtbar, wie tief gegründet und wie abgedichtet wird, damit das geplante Kellergeschoss zum bestehenden, bis HQ200 wirksamen Deichschutz von Stadtmitte und Kaiserlei passt.

Umbau eines Werkgebäudes zu Wohnraum

Die für gewerbliche Nutzung ausgelegten Geschosshöhen des Bestandsgebäudes müssen im Schnitt mit den Anforderungen an Wohnräume abgeglichen werden.

So entsteht Ihr Schnitt für Offenbach am Main

Von der Bestandsaufnahme bis zur einreichfertigen Zeichnung:

  1. Relevante Schnittführung festlegen

    Welcher Gebäudebereich muss dargestellt werden, um Geschosshöhen und Dachaufbau oder Gründung nachvollziehbar zu zeigen.

  2. Aufmaß oder Bauakte als Grundlage

    Für viele Altbauten dank der guten Bestandslage des Amts-60-Archivs auffindbar, für Neubauten liegt die Planung meist bereits digital vor.

  3. Schnitt bemaßt erstellen

    Im Maßstab in der Regel 1:100, mit allen Pflichtangaben des Bauvorlagenerlasses.

  4. Mit Grundriss und Ansicht abgleichen

    Damit Geschosshöhen und Dachmaße zwischen den Zeichnungen des Plansatzes widerspruchsfrei sind.

  5. Für das Amt 60 zusammenstellen

    Digital aufbereitet für die Einreichung über das Bauportal Hessen, insbesondere bei genehmigungskritischen Dachgeschossausbauten oder Gründungen nahe dem Main.

Was den Aufwand eines Schnitts in Offenbach beeinflusst

Diese Faktoren bestimmen den Erfassungs- und Zeichenaufwand für eine bemaßte Schnittzeichnung:

  • Zahl der notwendigen Schnittführungen

    Ein einfacher Gebäudeschnitt ist rascher erstellt als mehrere Schnitte durch unterschiedliche Gebäudebereiche.

  • Neubau, Dachgeschossausbau oder Gründung nahe dem Main

    Ein Schnitt aus einer laufenden Neubauplanung entsteht meist zügiger als die Dokumentation eines unklaren Dachbestands oder die Abstimmung einer Kellergründung mit dem Hochwasserschutz.

  • Komplexität des Dachaufbaus

    Gauben, Dachschrägen und Kniestöcke beim Dachgeschossausbau erhöhen den Detaillierungsaufwand gegenüber einem einfachen Satteldach.

  • Zustand vorhandener Bauakten

    Fehlt eine verwertbare Bestandszeichnung, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor der Schnitt entstehen kann.

Alle Leistungen in Offenbach am Main

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