Bemaßte Schnittzeichnungen in Oberhausen — Geschosshöhen zwischen frischem Neubau-Tragwerk und Wiederaufbau-Bestand

Ein Schnitt zeigt, was Grundriss und Ansicht nicht können: den vertikalen Aufbau eines Gebäudes. In Oberhausen treffen dabei zwei unterschiedlich verlässliche Ausgangslagen aufeinander. Auf dem früheren Thyssen-Werksgelände der Neuen Mitte begann 1992 der Abbruch fast aller Altanlagen; das seither dort errichtete Tragwerk lässt sich in aktuellen, vollständig bemaßten Plänen unmittelbar im Schnitt abbilden. In Alt-Oberhausen, Sterkrade und Osterfeld dagegen stammt ein erheblicher Teil der Bausubstanz aus der Wiederaufbauzeit nach den schweren Kriegszerstörungen – Geschosshöhen und Dachkonstruktion lassen sich dort oft erst nach einem Aufmaß verlässlich in einen Schnitt übertragen. Der formale Rahmen ist dabei überall derselbe: Die BauPrüfVO NRW verlangt für jeden Schnitt dieselben Mindestangaben, unabhängig davon, ob das Gebäude aus den 1950er-Jahren oder aus laufender Neubauplanung stammt.

Was ein Schnitt für Oberhausen zeigen muss

Die BauPrüfVO NRW stellt an Schnitte dieselben formalen Grundanforderungen wie an andere Bauzeichnungen, mit inhaltlichem Schwerpunkt auf der vertikalen Struktur:

  • Regelmaßstab 1:100, mit vollständiger Bemaßung der Geschosshöhen, der Dachneigung und relevanter Aufbauten; tragende Einzelteile werden mit 1:10 oder 1:50 dargestellt.
  • Wesentliche Bauprodukte und Bauarten müssen erkennbar sein – bei Schnitten insbesondere Deckenkonstruktion und Dachaufbau.
  • Bei Änderungen an bestehenden Gebäuden müssen zu entfernende und neu geplante Bauteile eindeutig unterscheidbar dargestellt werden, anhand der in der Anlage zur BauPrüfVO NRW festgelegten Zeichen und Farben.
Wie viel Geschoss zählt als Vollgeschoss?

Unabhängig davon, in welchem Stadtteil ein Gebäude steht, entscheidet die im Schnitt bemaßte Raumhöhe mit darüber, ob ein Geschoss als Vollgeschoss zählt – und damit, wie viele Geschosse ein Vorhaben nach dem jeweils geltenden Planungsrecht überhaupt haben darf. Bei einem Dachgeschossausbau in einem der drei historischen Stadtmitten mit knapper bemessenem Kniestock kann diese Frage über die Genehmigungsfähigkeit des gesamten Vorhabens entscheiden. In der Neuen Mitte stellt sich dieselbe Frage bei Staffelgeschossen moderner Sonderbauten – dort allerdings auf Grundlage einer von Anfang an vollständig bemaßten Neubauplanung statt eines erst zu erfassenden Bestands.

Neubau oder Bestand – zwei Ausgangslagen für den Schnitt

Ob ein Schnitt neu entsteht oder einen Bestand dokumentiert, wirkt sich in Oberhausen deutlich auf den Aufwand aus:

Neue Mitte: Schnitt aus durchgeplantem Tragwerk

Geschosshöhen und Dachaufbau entstehen gemeinsam mit Grundriss und Ansicht aus derselben digitalen Entwurfsplanung – seit dem Abbruch der Thyssen-Altanlagen 1992 überwiegend ohne Bezug auf einen älteren Bestand.

Historische Stadtmitten: Aufmaß der bestehenden Konstruktion

Bei Häusern aus der Wiederaufbauzeit in Alt-Oberhausen, Sterkrade und Osterfeld braucht es vor dem Schnitt meist ein aktuelles Aufmaß der vorhandenen Geschosshöhen und der Dachkonstruktion, weil eine durchgehend aktuelle Hausakte selten vorliegt.

Was zu einem vollständigen Schnitt in Oberhausen gehört

Ein Schnitt steht selten allein – gefragt ist ein auf Grundriss und Ansicht abgestimmter Satz:

  • Schnitt durch die relevanten Gebäudeteile

    Bemaßt im Regelmaßstab 1:100, mit Geschosshöhen, Dachneigung und den wesentlichen Aufbauten.

  • Abgestimmter Grundriss und Ansicht

    Damit Geschosshöhen, First- und Traufhöhe zwischen den Zeichnungen des Plansatzes übereinstimmen.

  • Nachweis der Raumhöhe bei Dach- und Staffelgeschossen

    Insbesondere dort, wo die nutzbare Höhe über die Vollgeschossigkeit und damit die zulässige Geschosszahl entscheidet.

Bemaßte Schnittzeichnungen in Oberhausen – Beispiele aus der Praxis

Dachgeschossausbau eines Wiederaufbauhauses in Sterkrade

Der Schnitt zeigt Kniestock- und Firsthöhe sowie die nutzbare Raumhöhe unter der Dachschräge. Weil die vorhandene Akte den heutigen Bestand nicht zuverlässig abbildet, dient ein aktuelles Aufmaß als Grundlage.

Neubau eines Wohngebäudes in der Neuen Mitte

Geschosshöhen und Dachaufbau entstehen direkt aus der laufenden, vollständig digitalen Entwurfsplanung – ohne vorgeschaltetes Aufmaß.

Prüfung der Vollgeschossigkeit bei einem Anbau in Osterfeld

Erst der bemaßte Schnitt zeigt, ob die Raumhöhe des betroffenen Geschosses die Schwelle zum Vollgeschoss erreicht – mit Folgen für die zulässige Geschosszahl.

So entsteht Ihr Schnitt für Oberhausen

Von der Bestandsaufnahme bis zur einreichfertigen Zeichnung:

  1. Relevante Schnittführung festlegen

    Welcher Gebäudebereich muss dargestellt werden, um Geschosshöhen und Dachaufbau nachvollziehbar zu zeigen.

  2. Aufmaß oder Hausakte als Grundlage

    In den drei historischen Stadtmitten häufig ein aktuelles Aufmaß, in der Neuen Mitte meist die laufende digitale Planung.

  3. Schnitt bemaßt erstellen

    Im Regelmaßstab 1:100, mit allen Pflichtangaben der BauPrüfVO NRW.

  4. Mit Grundriss und Ansicht abgleichen

    Damit Geschosshöhen und Dachmaße zwischen den Zeichnungen des Plansatzes widerspruchsfrei sind.

  5. Für das zuständige Revier zusammenstellen

    Digital aufbereitet und über das Bauportal.NRW oder auf dem Postweg beim Bereich Bauordnung im Technischen Rathaus eingereicht.

Was den Preis für einen Schnitt in Oberhausen beeinflusst

Diese Faktoren bestimmen den Aufwand für eine bemaßte Schnittzeichnung:

  • Zahl der notwendigen Schnittführungen

    Ein einfacher Gebäudeschnitt ist schneller erstellt als mehrere Schnitte durch unterschiedliche Gebäudebereiche eines Sonderbaus.

  • Neubau oder Wiederaufbau-Bestand

    Ein Schnitt aus laufender Neubauplanung in der Neuen Mitte entsteht meist zügiger als die Dokumentation eines Wiederaufbauhauses ohne verlässliche Bestandsangaben.

  • Komplexität des Dachaufbaus

    Gauben, Dachschrägen und Kniestöcke beim Dachgeschossausbau erhöhen den Detaillierungsaufwand gegenüber einem einfachen Satteldach.

  • Zustand vorhandener Unterlagen

    Fehlt eine verwertbare Bestandszeichnung, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor der Schnitt entstehen kann.

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