Bauzeichnung in Oberhausen — ein koordinierter Plansatz nach der BauPrüfVO NRW, vom Dachgeschoss in Sterkrade bis zum Sonderbau der Neuen Mitte

Kaum eine andere Stadt zeigt bei der Bauzeichnung eine so große Bandbreite wie Oberhausen. Für einen Dachgeschossausbau in einem Reihenhaus in Sterkrade oder Osterfeld reicht ein schmaler Plansatz aus wenigen Blättern. Für ein Vorhaben an einem der großflächigen Sonderbauten der Neuen Mitte dagegen wächst allein schon wegen der Gebäudehöhe und der vielen Rettungswege die Zahl der nötigen Schnitte und Ansichten spürbar. Was in beiden Fällen gleich bleibt, legt die Verordnung über bautechnische Prüfungen (BauPrüfVO NRW) fest: Sie bestimmt landesweit, welche Angaben eine Bauzeichnung enthalten muss, damit die Bauaufsicht sie als vollständige Bauvorlage akzeptiert – und verlangt statt einer einzelnen Zeichnung immer einen koordinierten Plansatz aus Grundriss, Schnitt und Ansicht.

Was die BauPrüfVO NRW für Ihre Bauzeichnung verlangt

Damit eine Zeichnung als vollständige Bauvorlage durchgeht, muss sie unabhängig vom Standort drei Anforderungen erfüllen:

  • Sie hält den vorgeschriebenen Maßstab ein: 1:100 im Regelfall, 1:10 oder 1:50 für Konstruktionsdetails tragender Bauteile, mindestens 1:500 für den Lageplan – größer, sofern die Beurteilung des Vorhabens das verlangt.
  • Sie trägt Maßstab und sämtliche Maße einschließlich der Rohbaumaße von Öffnungen; verlangt der Brandschutz es, kommen Angaben zum Brandverhalten der Baustoffe und zur Feuerwiderstandsdauer der Bauteile hinzu.
  • Bei einer Änderung am Bestand unterscheidet sie zu entfernende von neu geplanten Bauteilen eindeutig, anhand der in der Anlage zur BauPrüfVO NRW vorgegebenen Zeichen und Farben.
Ein Blatt fürs Reihenhaus, ein ganzer Ordner für den Sonderbau

Für die meisten Vorhaben in Alt-Oberhausen, Sterkrade und Osterfeld – Anbauten, Dachgeschossausbauten, die Umnutzung einzelner Geschosse – deckt bereits ein kompakter Satz aus wenigen Grundrissen, einem Schnitt und einer Ansicht die Anforderungen der BauPrüfVO NRW ab. Anders sieht es bei einem großflächigen Sonderbau in der Neuen Mitte aus: Schon Geschosszahl, Rettungsweglänge und Zahl der Ausgänge verlangen deutlich mehr Schnitte, damit der Bereich Bauordnung die brandschutzrechtlich relevante Wegeführung nachvollziehen kann – ergänzend greifen dort die einschlägigen Teile der Sonderbauverordnung NRW mit eigenen Vorgaben zur zeichnerischen Darstellung von Rettungswegen und Entrauchung. Wer für ein Vorhaben in der Neuen Mitte plant, kalkuliert diesen Mehraufwand am besten von Beginn an ein, statt ihn erst bei der Einreichung zu entdecken.

Ein koordinierter Plansatz statt einzelner Zeichnungen

Wie der Plansatz entsteht, richtet sich danach, ob ein Gebäude neu errichtet oder verändert wird:

Neubau: der Plansatz wächst aus einer Planung heraus

Grundriss, Schnitt und Ansicht stammen aus derselben Entwurfsplanung und passen von Beginn an zueinander – für Vorhaben in der Neuen Mitte liegen diese Ausgangsdaten meist ohnehin digital vor.

Bestand: erst die Kennzeichnung macht den Plansatz vollständig

Bei einer Änderung am bestehenden Gebäude müssen die neuen Zeichnungen zeigen, was verschwindet und was hinzukommt. Grundlage dafür ist eine verlässliche Bestandsaufnahme – bei Häusern aus der Wiederaufbauzeit ohne durchgehend aktuelle Hausakte liefert erst ein Aufmaß diese Grundlage.

Was zu einem vollständigen Plansatz in Oberhausen gehört

Eine einzelne Zeichnung reicht der Einreichung nicht – gebraucht wird ein zusammenhängender Satz:

  • Grundrisse sämtlicher Geschosse

    Bemaßt im Maßstab 1:100, mit den Rohbaumaßen der Öffnungen und, sofern gefordert, Angaben zum Brandverhalten der eingesetzten Baustoffe.

  • Passende Schnitte und Ansichten

    Im selben Maßstab wie die Grundrisse und mit ihnen abgeglichen, damit Bauteile durchgehend übereinstimmend dargestellt werden – bei Sonderbauten zusätzlich mit eingezeichneter Rettungswegführung.

  • Lageplan ab Maßstab 1:500

    Amtlicher Katasterausschnitt, der das Vorhaben auf dem betroffenen Flurstück verortet; größer gewählt, wenn die Beurteilung es verlangt.

Bauzeichnungen in Oberhausen – Beispiele aus der Praxis

Dachgeschossausbau eines Reihenhauses in Osterfeld

Grundrisse des betroffenen Geschosses, ein Schnitt und eine Ansicht reichen für diesen Plansatz aus. Als Grundlage dient ein aktuelles Aufmaß, weil für Häuser aus der Wiederaufbauzeit oft keine vollständige Hausakte existiert.

Umbau einer Ladeneinheit im CentrO

Weil das Gebäude als große Verkaufsstätte unter die Sonderbauverordnung NRW fällt, muss der Plansatz die Rettungswege der betroffenen Ladenstraße im Zusammenhang mit dem gesamten Gebäude zeigen – erheblich umfangreicher als bei einem freistehenden Einzelladen.

Neubau eines Einfamilienhauses in Sterkrade

Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen als aufeinander abgestimmter Satz direkt aus der digital vorliegenden Entwurfsplanung, ohne die zusätzlichen Anforderungen eines Sonderbaus.

So entsteht Ihr Plansatz für Oberhausen

Vom vorhandenen Bestand bis zur einreichfertigen Zeichnung durchläuft der Plansatz mehrere aufeinander abgestimmte Stationen:

  1. Bestand sichten

    Vorhandene Hausakte oder ein eigenes Aufmaß bilden die Grundlage für Umbauten und Bestandsobjekte in den drei älteren Stadtteilen.

  2. Grundrisse zeichnen

    Bemaßt im Maßstab 1:100 und mit sämtlichen Pflichtangaben der BauPrüfVO NRW versehen.

  3. Schnitte und Ansichten abstimmen

    Passend zu den Grundrissen erstellt, damit Bauteile über alle Zeichnungen hinweg übereinstimmen – bei einem Sonderbau zusätzlich mit Blick auf die Rettungswegführung.

  4. Bestand und Neuplanung eindeutig kennzeichnen

    Bei jeder Änderung an einem bestehenden Gebäude vorgeschrieben, unter Verwendung der in der Anlage zur BauPrüfVO NRW festgelegten Zeichen und Farben.

  5. Plansatz für das zuständige Revier zusammenstellen

    Digital aufbereitet und über das Bauportal.NRW eingereicht, zusammen mit Lageplan und Baubeschreibung.

Was den Preis für eine Bauzeichnung in Oberhausen beeinflusst

Eine Pauschale wäre für einen Plansatz unseriös. Diese Punkte bestimmen den Aufwand:

  • Sonderbau oder gewöhnliches Wohnhaus

    Ein Plansatz für einen Sonderbau der Neuen Mitte mit mehreren Rettungswegebenen umfasst deutlich mehr Zeichnungen als ein Wohnhaus in einem der älteren Stadtteile.

  • Neubau oder Bestand aus der Wiederaufbauzeit

    Ein aufeinander abgestimmter Satz aus laufender Planung entsteht meist zügiger als die Anpassung an einen Bestand ohne durchgehend aktuelle Hausakte.

  • Zustand der vorhandenen Unterlagen

    Fehlt eine verwertbare Hausakte, kommt vor den eigentlichen Zeichnungen ein Aufmaß-Termin hinzu.

  • Umfang des Vorhabens

    Geschosszahl und Komplexität der Bauteile bestimmen, wie viele Einzelblätter der Plansatz am Ende umfasst.

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