Aufmaß & Vermessung in Moers — Bestandsaufnahme zwischen Grafschafter Altstadt und ehemaligem Bergbaugebiet

Ein Bauaufmaß hat in Moers zwei sehr unterschiedliche Ausgangslagen zu bewältigen. In der historisch gewachsenen Moerser Mitte rund um das Schloss reicht die Bausubstanz stellenweise weit zurück und wurde seither wiederholt verändert, sodass verlässliche, durchgängig bemaßte Pläne eher die Ausnahme sind. In Kapellen und im industriell geprägten Rheinkamp mit Repelen, Meerbeck und Utfort prägen dagegen Wohnhäuser aus der Zeit der Steinkohleförderung das Bild – errichtet in einer Phase, in der Grubenbaue unter dem Stadtteil vorangetrieben wurden und der Baugrund entsprechend in Bewegung geriet. Ein sorgfältiges Aufmaß hält für beide Fälle denselben Zustand fest: den tatsächlich vorhandenen, nicht den einst genehmigten. Das ist Aufwand am Anfang, aber die einzige Grundlage, die bei Bank, Notar und Bauaufsicht ohne Rückfrage durchgeht.

Wann ein Aufmaß in Moers gebraucht wird

Kein Gesetz schreibt ein Bauaufmaß vor. Den Anlass gibt immer ein Vorhaben, für das jemand belastbare Maße braucht – und ein Unterlagenstand, der diese Maße nicht hergibt. In Moers treten vor allem diese Konstellationen auf:

  • Bestandspläne fehlen vollständig, oder sie enden bei einem Genehmigungsstand, den spätere Umbauten längst überholt haben.
  • Ein Umbau, eine Aufteilung oder ein Bauantrag steht an und braucht einen maßhaltigen Bestand als Planungsgrundlage.
  • Für Finanzierung oder Wertgutachten wird eine Fläche gebraucht, deren Herleitung sich prüfen lässt.
  • Bei der Begründung von Wohnungseigentum verlangt § 7 Abs. 4 WEG eine von der Baubehörde gesiegelte oder gestempelte Bauzeichnung, aus der sich Lage und Größe jeder Einheit ablesen lassen.
  • In Bereichen mit früherer Steinkohleförderung soll der heutige Zustand dokumentiert sein, bevor der nächste Eigentümer oder eine Versicherung danach fragt.
Gebäudeeinmessungspflicht in Nordrhein-Westfalen – und ihr Nutzen als Referenzaufnahme in Kapellen

Nordrhein-Westfalen kennt eine echte Gebäudeeinmessungspflicht. Nach § 16 Abs. 2 VermKatG NRW haben Eigentümer und Erbbauberechtigte ein neu errichtetes Gebäude oder eine Veränderung des Gebäudegrundrisses auf eigene Kosten durch die Katasterbehörde oder durch einen Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur einmessen zu lassen. Als Nachweis ihrer Erfüllung genügt es, der Katasterbehörde nach Fertigstellung die Auftragserteilung oder die Auftragsbestätigung eines Öffentlich bestellten Vermessungsingenieurs vorzulegen – erfüllt ist die Pflicht damit bereits mit der Beauftragung. Diese hoheitliche Aufgabe erbringt Planprofi24 nicht, sie verfolgt zudem ein anderes Ziel als das Bauaufmaß: den äußeren Gebäudeumriss für das Liegenschaftskataster, nicht die Raumaufteilung im Inneren. Gerade in Kapellen hat ein eigenständiges Bauaufmaß trotzdem einen praktischen Zusatznutzen: Weil sich der Baugrund über ehemaligen Abbaufeldern auch nach Betriebsende noch verändern kann, dient eine sorgfältig dokumentierte Innenaufnahme als Referenzzustand, gegen den sich spätere Bewegungen im Gebäude nachvollziehbar abgleichen lassen.

Welches Messverfahren wann passt

Die Wahl des Verfahrens folgt der Geometrie des Gebäudes und dem Zweck der späteren Unterlagen:

Raumaufmaß mit Laserdistanzmessgerät

Der Regelfall in Wohnungen. Marktübliche Geräte liegen im üblichen Raummaß weit unterhalb jeder rechtlich erheblichen Fehlertoleranz.

Diagonalen und Kontrollmaße im schiefwinkligen Bestand

Wo Wände nicht rechtwinklig stehen, bestimmen Diagonalen und Dreiecksmessung die wirkliche Raumform – gerade bei älteren Gebäuden in der Moerser Mitte wichtig.

Verformungsgerechtes Aufmaß mit 3D-Laserscanner

Für verformte oder stark verschachtelte Substanz. Aus der erfassten Punktwolke werden Zeichnungen und Modelle abgeleitet.

Abgleich vorhandener Zeichnungen mit Kontrollmaßen

Existieren brauchbare Pläne, wird nicht alles neu gemessen. Stichproben an Außenmaßen, Raumtiefen und Höhen zeigen, ob die Zeichnung den Bau noch abbildet.

Was Sie aus dem Aufmaß erhalten

Der Messvorgang ist nur der Anfang. Verwertbar wird er durch die Zeichnungen und Berechnungen, die daraus entstehen:

  • Grundrisse mit vollständigen Maßketten

    Für jedes Geschoss vom Keller bis zum Dachraum, mit Einzelmaßen statt bloßer Maßstabsangabe.

  • Schnitte, Ansichten und Höhenangaben

    Sie halten fest, was ein Grundriss nicht zeigt: Geschosshöhen, Fußbodenaufbauten und Niveauversprünge zwischen Gebäudeteilen.

  • Flächenaufstellung nach Wohnflächenverordnung

    Für jeden Raum stehen Maß, Anrechnungsfaktor und Teilfläche in einer Zeile, darunter die Summe.

  • Messprotokoll, Handskizze und Fotos

    Die Rohdaten bleiben Teil der Lieferung und machen später nachvollziehbar, an welcher Stelle welches Maß genommen wurde.

Aufmaße in Moers – Beispiele aus der Praxis

Historisches Gebäude in der Moerser Mitte ohne verwertbare Akte

Die Bauakte endet bei einer Zeichnung ohne durchgängige Maßketten. Aufgenommen werden alle Geschosse in einem Durchgang, damit Treppenhaus, Wohnungen und Nebenräume in einer gemeinsamen Zeichnung zusammenpassen.

Siedlungshaus in Kapellen als Referenzaufnahme

Für ein Wohnhaus über einem früheren Abbaufeld wird der heutige Zustand vollständig dokumentiert – nicht, weil ein akuter Schaden vorläge, sondern damit ein späterer Vergleich möglich bleibt.

Wohnhaus in Rheinkamp nach einer Instandsetzung

Nach dem Ausgleich abgesackter Böden stehen Wände nicht mehr durchgehend im rechten Winkel. Erfasst wird mit Kontrolldiagonalen und Höhenwerten an mehreren Punkten je Raum.

Eigentumswohnung vor Verkauf und Finanzierung

Die Bank will eine Fläche mit Rechenweg, der Kaufinteressent einen Grundriss. Ein Termin liefert beides: aufgenommene Maße, daraus die Zeichnung und die Berechnung.

So läuft Ihr Aufmaß in Moers ab

Der Ablauf ist immer gleich aufgebaut. Verkürzen oder verlängern lässt er sich vor allem durch die Vorarbeit:

  1. Vorhaben und Erfassungstiefe abstimmen

    Für eine Finanzierung, eine Bauvorlage oder eine Referenzaufnahme werden unterschiedliche Detailtiefen gebraucht.

  2. Vorhandene Unterlagen zusammentragen

    Bestandsakten liegen beim Fachdienst 6.3 am Rathausplatz. Für die Einsicht sind Eigentumsnachweis oder Vollmacht nötig.

  3. Termin und Zugang klären

    Der Termin dauert so lange, wie das Gebäude offen ist. Keller, Dachraum und vermietete Einheiten müssen zugänglich sein.

  4. Aufnahme vor Ort

    Aufgenommen wird Raum für Raum: Längen, Breiten, Kontrolldiagonalen, Höhen an mehreren Punkten sowie Nischen und Öffnungen.

  5. Zeichnen, rechnen, übergeben

    Die Messdaten werden in Grundrisse, Schnitte und die Flächenaufstellung überführt, jeweils mit offengelegtem Rechenweg.

Was den Preis für ein Aufmaß in Moers beeinflusst

Der Aufwand hängt weniger an der Quadratmeterzahl als an der Form des Gebäudes und daran, wie viel davon am Termin erreichbar ist. Diese Punkte bestimmen ihn:

  • Zuschnitt und Anzahl der Wohneinheiten

    Ein verwinkelter Grundriss verlangt mehr Messpunkte als ein klar geschnittener gleicher Größe.

  • Abweichung vom rechten Winkel

    Schiefe Wände und ungleiche Geschosshöhen verlangen zusätzliche Kontrollmaße – in Beständen mit Bodenbewegungsgeschichte häufiger als anderswo.

  • Messverfahren und Detailtiefe

    Ein Handaufmaß bindet vor allem Zeit am Objekt, ein Laserscan zusätzlich Technik und Rechenleistung in der Nachbereitung.

  • Was am Termin geöffnet ist

    Verschlossene Kellerverschläge oder eine nur teilweise zugängliche Einheit führen zu Nacharbeit.

Alle Leistungen in Moers

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