Bemaßte Ansichten in Mönchengladbach — Fassaden der Textilzeit zwischen Fabrikantenvilla und Wiederaufbau
Eine Ansicht zeigt, was Grundriss und Schnitt nicht können: die äußere Erscheinung eines Gebäudes. In Mönchengladbach trifft diese Zeichnung auf zwei sehr unterschiedliche Fassadentypen derselben Stadt. Im gründerzeitlichen Eicken tragen die Fabrikantenvillen der einstigen Textilunternehmer aufwendig gegliederte Fronten mit Erkern, Gesimsen und historischen Fensterformaten – Details, die eine Ansicht nicht nur bemaßt, sondern in Material und Gliederung nachvollziehbar zeigen muss. Im seit 2016 als Denkmalbereich geschützten Zentrum Rheydts dagegen prägt die kammartig gegliederte Wiederaufbauarchitektur der 1950er-Jahre ein völlig anderes Fassadenbild, mit eigenen, für diese Zeit typischen Fensterproportionen und Höhenlinien. Wer beim Fachbereich Bauordnung und Denkmalschutz einreicht, braucht die Ansicht meist als Teil des vollständigen, koordinierten Plansatzes, den auch die Bauzeichnung dort verlangt – anders als der isolierte Grundriss für Verkauf oder Wohnflächenberechnung.
- Was die BauPrüfVO NRW für Ihre Ansicht verlangt
- Neubau oder Bestandsfassade – zwei Ausgangslagen
- Was zu einer vollständigen Ansicht in Mönchengladbach gehört
- Bemaßte Ansichten in Mönchengladbach – Beispiele aus der Praxis
- So entsteht Ihre Ansicht für Mönchengladbach
- Was den Preis für eine Ansicht in Mönchengladbach beeinflusst
Was die BauPrüfVO NRW für Ihre Ansicht verlangt
Ansichten unterliegen in Mönchengladbach denselben formalen Anforderungen wie andere Bauzeichnungen des Plansatzes, mit inhaltlichem Schwerpunkt auf der äußeren Erscheinung:
- Der Maßstab liegt im Regelfall bei 1:100; ein größerer Maßstab wird gewählt, wenn die einzutragenden Angaben es erfordern.
- Für die Umgebungsbebauung lässt die Verordnung stattdessen auch einen kleineren Maßstab, eine Farbfotografie oder eine Fotomontage zu.
- Bei Änderungen an bestehenden Fassaden müssen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheidbar dargestellt werden – etwa ein neuer Fensterausschnitt gegenüber dem historischen Mauerwerk einer Fabrikantenvilla.
Kaum ein Gegensatz zeigt sich in Mönchengladbach so deutlich wie zwischen den beiden Stadtzentren: In Eicken und Dahl ließen sich Textilfabrikanten um die Wende zum 20. Jahrhundert repräsentative Villen mit Erkern, Türmchen und aufwendig profilierten Fassadengesimsen errichten – jedes dieser Details muss eine Ansicht, sobald an der Fassade etwas verändert wird, erkennbar wiedergeben, einschließlich der historischen Fensterformate und -proportionen. Im Zentrum Rheydts dagegen entstand nach den schweren Zerstörungen von 1943 und 1944 ein kammartig gegliedertes Wiederaufbau-Ensemble, das seit 2016 selbst als Denkmalbereich geschützt ist – mit deutlich schlichteren, für die 1950er-Jahre typischen Fensterproportionen und Höhenlinien, die eine Ansicht ebenso präzise zeigen muss wie das Ornament der Gründerzeit. Trotz dieser baulichen Gegensätze bewertet ein und derselbe Fachbereich Bauordnung und Denkmalschutz beide Fassadentypen nach denselben Vorgaben der BauPrüfVO NRW. Ein Unterschied im Ablauf entsteht nicht durch die Stadthälfte, sondern durch den Denkmalstatus: Für ein Vorhaben im Denkmalbereich Rheydt oder an einem Einzeldenkmal wie einer Fabrikantenvilla in Eicken verlangt die untere Denkmalbehörde zusätzliche Angaben zu Material und Farbgebung, bevor sie ihr Einvernehmen erteilt.
Neubau oder Bestandsfassade – zwei Ausgangslagen
Je nachdem, ob eine Ansicht komplett neu entsteht oder eine historische Fassade dokumentiert, unterscheidet sich das Vorgehen:
Neubau: alle Fassadenseiten aus einer Planung
Bei einem Neubau, etwa im Rahmen eines der Sanierungs-Untersuchungsgebiete in Gladbach oder Rheydt, entstehen die Ansichten gemeinsam mit Grundriss und Schnitt aus derselben Planung – Öffnungen, Höhen und Material sind von vornherein aufeinander abgestimmt.
Bestand: Aufmaß der historischen Fassade
Bei einer Fabrikantenvilla in Eicken oder einem Wiederaufbauhaus in Rheydt braucht es zunächst ein aktuelles Aufmaß der betroffenen Fassadenseite, damit zu beseitigende und geplante Bauteile in der Ansicht eindeutig unterscheidbar bleiben.
Was zu einer vollständigen Ansicht in Mönchengladbach gehört
Eine einzelne Fassadenzeichnung reicht beim Fachbereich Bauordnung und Denkmalschutz selten – gefragt ist ein abgestimmter Satz:
- Ansichten aller betroffenen Fassadenseiten
Bemaßt im Maßstab 1:100, mit Höhen, Öffnungen und – bei historischen Fassaden – Material- und Farbangaben.
- Abgestimmter Grundriss und Schnitt
Damit Öffnungspositionen und Geschosshöhen zwischen den Zeichnungen des Plansatzes widerspruchsfrei sind.
- Zusätzliche Angaben im Denkmalbereich Rheydt oder an Einzeldenkmalen
Grundlage für das Einvernehmen der unteren Denkmalbehörde zur Vereinbarkeit mit der Wiederaufbau-Architektur oder dem historischen Fassadenbild einer Fabrikantenvilla.
Bemaßte Ansichten in Mönchengladbach – Beispiele aus der Praxis
Fenstertausch an einer Fabrikantenvilla in Eicken
Die neuen Fensteröffnungen müssen in der Ansicht mit den historischen Proportionen der Gründerzeitfassade abgeglichen werden, bevor die untere Denkmalbehörde ihr Einvernehmen erteilt.
Balkonanbau an einem Wiederaufbauhaus im Denkmalbereich Rheydt
Die Ansicht zeigt, wie sich der neue Balkon in die kammartig gegliederte Fassadenstruktur der 1950er-Jahre einfügt – Grundlage für die Abstimmung mit dem Fachbereich.
Neubau eines Mehrfamilienhauses ohne Denkmalbezug
Alle Fassadenseiten entstehen aus einem Guss direkt aus der Planung, ohne zusätzliche denkmalrechtliche Abstimmung, da das Grundstück außerhalb eines Denkmalbereichs liegt.
So entsteht Ihre Ansicht für Mönchengladbach
Von der Bestandsaufnahme bis zur einreichfertigen Zeichnung, unabhängig davon, ob das Gebäude in Gladbach oder Rheydt steht:
- Betroffene Fassadenseiten klären
Welche Seiten sind vom Vorhaben tatsächlich sichtbar betroffen und müssen dargestellt werden.
- Aufmaß oder Bauakte als Grundlage
Bestehende Bauakte beim Fachbereich Bauordnung und Denkmalschutz oder ein aktuelles Aufmaß der betroffenen Fassade.
- Ansicht bemaßt erstellen
Im Maßstab 1:100, mit allen Pflichtangaben der BauPrüfVO NRW.
- Denkmalstatus prüfen
Liegt das Vorhaben im Denkmalbereich Rheydt oder betrifft es ein Einzeldenkmal wie eine Fabrikantenvilla, wird die Ansicht um die dafür nötigen Material- und Farbangaben ergänzt.
- Für den Fachbereich Bauordnung zusammenstellen
Zusammen mit Grundriss, Schnitt und Baubeschreibung digital aufbereitet und über das Bauportal.NRW eingereicht.
Was den Preis für eine Ansicht in Mönchengladbach beeinflusst
Diese Punkte bestimmen den tatsächlichen Aufwand:
- Zahl der betroffenen Fassadenseiten
Eine einzelne Straßenansicht ist schneller erstellt als mehrere Seiten bei einem freistehenden Gebäude wie einer Villa in Eicken.
- Neubau oder historische Bestandsfassade
Eine Ansicht aus einer laufenden Neubauplanung entsteht meist zügiger als die Dokumentation einer aufwendig gegliederten Gründerzeitfassade.
- Denkmalstatus
Ein Vorhaben im Denkmalbereich Rheydt oder an einem Einzeldenkmal verlangt zusätzliche Angaben zu Material und Farbgebung.
- Zustand vorhandener Bauakten
Fehlt eine verwertbare Bestandszeichnung, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor die Ansicht entstehen kann.
Alle Leistungen in Mönchengladbach
Bauantrag, Aufmaß, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Nutzungsänderung und Energieausweis — Übersicht für Mönchengladbach ansehen →
Haben Sie noch Fragen?
Lassen Sie uns anfangen!
Starten Sie die Erstellung Ihrer bemaßten Ansichten ganz einfach hier.
