Aufteilungspläne in Mönchengladbach — zentral geführte Bauakten, aber ein Stadtarchiv mit drei getrennten Beständen
Ein Aufteilungsplan ist überall in Deutschland dieselbe bemaßte, durchgehend nummerierte Zeichnung nach § 7 WEG. In Mönchengladbach prägt die Quellenlage aber eine Besonderheit, die unmittelbar mit der Doppelstadt-Geschichte zusammenhängt: Als die Stadtzentren 1943 und 1944 in schweren Luftangriffen zerstört wurden, waren Gladbach und Rheydt längst wieder eigenständige Städte – die erste Vereinigung von 1929 war 1933 bereits rückgängig gemacht worden, die endgültige kam erst 1975. Jede der beiden Städte führte bis dahin ihre eigene Bauverwaltung und ihr eigenes Bauaktenarchiv, unabhängig von der jeweils anderen. Der Fachbereich Bauordnung und Denkmalschutz führt die laufenden Bauakten heute zwar zentral für die gesamte Stadt – das städtische Stadtarchiv dagegen bewahrt die historischen Bestände der einst getrennten Verwaltungen von Gladbach, Rheydt und dem bis 1975 ebenfalls eigenständigen Wickrath bis heute als eigene, unterscheidbare Sammlungen auf.
- Wann Sie in Mönchengladbach einen Aufteilungsplan brauchen
- Woher Ihr Mönchengladbacher Aufteilungsplan stammt
- Welche Unterlagen für Ihren Mönchengladbacher Aufteilungsplan hilfreich sind
- Aufteilungspläne in Mönchengladbach – Beispiele aus der Praxis
- So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Mönchengladbach
- Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Mönchengladbach beeinflusst
Wann Sie in Mönchengladbach einen Aufteilungsplan brauchen
Als eigenständige, genehmigungspflichtige Leistung tritt der Aufteilungsplan auch in Mönchengladbach nicht auf – er ist die technische Grundlage für zwei andere Verfahren:
- Für die Abgeschlossenheitsbescheinigung des Fachbereichs Bauordnung und Denkmalschutz, ohne die keine Eintragung ins Wohnungsgrundbuch möglich ist.
- Für die notarielle Teilungserklärung, die in Mönchengladbach ohne die in einigen anderen Bundesländern übliche zusätzliche Umwandlungsgenehmigung auskommt.
- Bei einem Neubau, etwa im Umfeld der 2025 eingeleiteten Sanierungs-Untersuchungsgebiete für Gladbach oder Rheydt, lässt sich der Plan meist direkt aus der Genehmigungsplanung ableiten, ohne Archivrecherche.
Die schwersten Zerstörungen erlebte das heutige Mönchengladbacher Stadtgebiet in zwei Angriffen: In der Nacht vom 30. auf den 31. August 1943 starteten rund 660 alliierte Flugzeuge, über 2.300 Gebäude wurden zerstört und etwa die Hälfte der bebauten Fläche lag in beiden Städten in Trümmern. In der Nacht vom 9. auf den 10. September 1944 folgte ein weiterer Großangriff mit 113 viermotorigen Lancaster- und 24 schnellen Mosquito-Bombern unter dem Einsatzbefehl, die Stadt zu zerstören; in dieser einen Nacht starben 394 Gladbacher und 103 Rheydter. Weil Gladbach und Rheydt zu diesem Zeitpunkt bereits wieder eigenständige Städte mit je eigener Bauverwaltung waren, verwaltete jede Stadt ihr eigenes Bauaktenarchiv unabhängig durch Krieg und Wiederaufbau. Das heutige Stadtarchiv Mönchengladbach entstand erst mit der kommunalen Neugliederung durch das sogenannte Düsseldorf-Gesetz von 1975 aus der Zusammenführung der Archive von Mönchengladbach und Rheydt mit den Altakten des ebenfalls bis dahin eigenständigen Wickrath – und führt die Bestände der drei ehemaligen Kommunen bis heute als eigene, unterscheidbare Sammlungen. Für den Aufteilungsplan eines älteren Gebäudes bedeutet das: Welche Quelle überhaupt infrage kommt, hängt zunächst davon ab, in welcher der einst getrennten Verwaltungen das Haus ursprünglich geführt wurde.
Woher Ihr Mönchengladbacher Aufteilungsplan stammt
Je nach Baujahr und Zustand der vorhandenen Unterlagen kommt einer von drei Wegen infrage:
Aus der laufenden Bauakte des Fachbereichs Bauordnung und Denkmalschutz
Für Gebäude, deren Akte durchgehend bis heute geführt wird, lässt sich der Aufteilungsplan direkt aus dem zentralen Bestand des Fachbereichs 63 im Rathaus Rheydt ableiten – die Maße müssen dann nur noch um die Einheiten-Nummerierung ergänzt werden.
Aus einem historischen Bestand im Stadtarchiv
Für ältere Gebäude kann die Suche stattdessen über den historischen Bestand der ehemals eigenständigen Stadt Gladbach, Rheydt oder Wickrath im Stadtarchiv führen – ein zweiter möglicher Fundort, der in der Praxis leicht übersehen wird, bis die Anfrage beim Fachbereich zu keinem Ergebnis führt.
Per Vor-Ort-Vermessung
Führt weder die laufende Akte noch das Stadtarchiv zu einer brauchbaren Unterlage – bei Gebäuden aus den kriegsbeschädigten Zentren Gladbachs oder Rheydts keine Seltenheit –, wird das Gebäude direkt aufgenommen.
Welche Unterlagen für Ihren Mönchengladbacher Aufteilungsplan hilfreich sind
Je nachdem, welcher der drei Wege zum Ziel führt, sind unterschiedliche Angaben hilfreich:
- Bauakte mit Eigentumsnachweis und Vollmacht
Für die Anfrage beim Fachbereich Bauordnung und Denkmalschutz wie beim Stadtarchiv werden üblicherweise ein aktueller Eigentumsnachweis und, bei Beauftragung durch Dritte, eine Vollmacht verlangt.
- Angaben zur ehemaligen Stadtzugehörigkeit
Wer weiß, ob sein Gebäude ursprünglich zu Gladbach, Rheydt oder dem bis 1975 eigenständigen Wickrath gehörte, kann die Archivsuche gezielt beim richtigen historischen Bestand ansetzen, statt alle drei parallel zu prüfen.
- Vorhandene Grundrisse oder Fotos
Bereits bemaßte Pläne aus einem früheren Aufmaß verkürzen die Erstellung erheblich, auch wenn sie noch nicht die für den Aufteilungsplan nötige Nummerierung tragen.
Aufteilungspläne in Mönchengladbach – Beispiele aus der Praxis
Gründerzeithaus in Eicken mit lückenhafter Nachkriegsakte
Die im ehemaligen Gladbacher Bestand geführte Akte weist durch die Zerstörungen von 1943 und 1944 einzelne Lücken auf. Der Aufteilungsplan entsteht deshalb teils aus der Akte, teils per ergänzender Vor-Ort-Vermessung.
Wiederaufbauhaus im Zentrum Rheydts ohne durchgehende Vorkriegsakte
Für ein Gebäude im seit 2016 geschützten Denkmalbereich Rheydt beginnt die verwertbare Aktenlage faktisch erst mit dem Wiederaufbau. Der Aufteilungsplan wird deshalb direkt vor Ort erfasst, bevor eine Sanierung oder ein Verkauf ansteht.
Neubau in einem der beiden Stadtzentren mit digitaler Planung
Für ein aktuelles Bauvorhaben liegen die Unterlagen bereits digital beim Fachbereich Bauordnung und Denkmalschutz vor. Der Aufteilungsplan lässt sich direkt daraus ableiten, ergänzt um die durchgehende Nummerierung der Einheiten.
So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Mönchengladbach
Der fachliche Ablauf ist bundesweit derselbe. In Mönchengladbach liegt das Gewicht auf dem ersten Schritt – der Klärung, welcher der einst getrennten Bestände überhaupt zuständig ist:
- Ehemalige Stadtzugehörigkeit klären
Wir prüfen, ob das Gebäude ursprünglich in Gladbach, Rheydt oder dem bis 1975 eigenständigen Wickrath geführt wurde.
- Zuständigen Bestand ermitteln
Je nach Ergebnis wird die Anfrage beim zentralen Fachbereich Bauordnung und Denkmalschutz oder beim passenden historischen Bestand im Stadtarchiv gestellt.
- Datengrundlage festlegen
Genügt die gefundene Unterlage nicht oder weicht sie erkennbar vom heutigen Bestand ab, setzen wir ergänzend oder ersatzweise auf eine eigene Vor-Ort-Aufnahme.
- Einheiten festlegen und nummerieren
Jede Einheit erhält eine durchgehende Nummer über alle Geschosse hinweg, einschließlich zugehöriger Keller- und Stellplatzflächen.
- Plan für Fachbereich Bauordnung und Notar übergeben
Der fertige Aufteilungsplan geht als Grundlage an die Abgeschlossenheitsbescheinigung und die notarielle Teilungserklärung.
Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Mönchengladbach beeinflusst
In Mönchengladbach entscheidet vor allem die Quellenlage über den Aufwand, nicht nur die Gebäudegröße:
- Vollständigkeit der laufenden Bauakte
Eine lückenlose, aktuelle Akte beim Fachbereich Bauordnung und Denkmalschutz ist der günstigste Fall. Fehlt sie oder weicht sie vom heutigen Zustand ab, wird eine Vor-Ort-Vermessung nötig.
- Ob eine Recherche im Stadtarchiv nötig wird
Bei älteren Gebäuden lohnt sich manchmal der zusätzliche Weg über den passenden historischen Bestand – das kostet Zeit, kann eine vollständige Neuvermessung aber ersparen.
- Anzahl und Zuschnitt der Einheiten
Mehr Einheiten und unregelmäßig geschnittene Altbaugrundrisse bedeuten mehr Nummerierungs- und Abgrenzungsaufwand.
- Getrennt liegende Nebenräume
Keller- oder Stellplatzflächen, die vom Hauptgebäude räumlich getrennt liegen, müssen zusätzlich eindeutig der richtigen Einheit zugeordnet werden.
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