Aufteilungspläne in Mainz — aus der Servicestelle Bauakten, dem Stadtarchiv oder per Vor-Ort-Aufmaß rekonstruiert
Für den Aufteilungsplan gilt in Mainz derselbe § 7 WEG wie überall in Deutschland – schwieriger als die Norm ist hier oft die Quellenlage. Das Stadtarchiv Mainz verzeichnet für die Jahre 1933 bis 1945 einen vollständigen Verlust der allgemeinen Verwaltungsakten des Rathauses: Sie wurden in der Endphase des Zweiten Weltkriegs in der Registratur zerstört, erhalten blieben mit Ausnahme der Personalakten nur wenige Bestände. Historische Bauunterlagen, die über dieselbe Registratur liefen, sind von dieser Lücke mitbetroffen. Für die praktische Arbeit heißt das: Wer für ein älteres Mainzer Gebäude einen Aufteilungsplan braucht, klärt zuerst bei der städtischen Servicestelle Bauakten, ob überhaupt eine verwertbare Akte existiert – und ist andernfalls auf ein Aufmaß vor Ort angewiesen, unabhängig davon, ob es sich um ein Neustadt-Gründerzeithaus oder ein Altstadthaus auf schmaler Parzelle handelt.
- Wann Sie in Mainz einen Aufteilungsplan brauchen
- Woher Ihr Mainzer Aufteilungsplan stammt
- Welche Unterlagen für Ihren Mainzer Aufteilungsplan hilfreich sind
- Aufteilungspläne in Mainz – Beispiele aus der Praxis
- So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Mainz
- Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Mainz beeinflusst
Wann Sie in Mainz einen Aufteilungsplan brauchen
Der Aufteilungsplan selbst ist keine genehmigungspflichtige Leistung, sondern die technische Grundlage für zwei andere Verfahren:
- Für die Abgeschlossenheitsbescheinigung der Abteilung Bauaufsicht, ohne die keine Eintragung ins Wohnungsgrundbuch möglich ist.
- Für die notarielle Teilungserklärung, die in Mainz – anders als in einigen anderen Bundesländern – ohne zusätzliche Umwandlungsgenehmigung auskommt, aber trotzdem einen korrekten, bemaßten Aufteilungsplan voraussetzt.
- Bei Neubauten im Zollhafenquartier entsteht der Plan meist direkt aus der digitalen Genehmigungsplanung und lässt sich ohne Archivrecherche erstellen.
Für Gebäude, die den Krieg überstanden haben, verwaltet heute die Servicestelle Bauakten der Landeshauptstadt Mainz die laufenden Vorgänge, während historische Bauunterlagen bei Bedarf über das Stadtarchiv Mainz recherchiert werden. Dort ist dokumentiert, dass die allgemeinen Sachakten der Stadtverwaltung aus der Zeit von 1933 bis 1945 bei der Zerstörung der Rathaus-Registratur nahezu vollständig verloren gingen – erhalten blieben im Wesentlichen nur die Personalakten. Ob für ein konkretes älteres Gebäude dennoch eine Bauakte existiert, zeigt sich erst bei der Anfrage; eine pauschale Aussage dazu lässt sich seriös nicht treffen. Wo die Akte nicht weiterhilft, tritt eine Vor-Ort-Vermessung des tatsächlichen Bestands an ihre Stelle.
Woher Ihr Mainzer Aufteilungsplan stammt
Je nach Gebäude und Quellenlage kommt einer von drei Wegen infrage:
Aus der Servicestelle Bauakten
Existiert eine vollständige, aktuelle Bauakte und stimmt sie mit dem heutigen Bestand überein, lässt sich der Aufteilungsplan direkt daraus ableiten – die Maße müssen dann nur noch um die durchgehende Einheiten-Nummerierung ergänzt werden.
Über das Stadtarchiv Mainz
Für ältere oder nicht mehr im laufenden Bestand geführte Bauunterlagen kann eine Anfrage beim Stadtarchiv weiterhelfen – mit der Einschränkung, dass Bestände aus der Kriegszeit selbst lückenhaft sind. Ein Nutzungsantrag ist vorab erforderlich, bevor Archivalien im Lesesaal eingesehen werden können.
Per Vor-Ort-Vermessung
Ist keine verwertbare Akte auffindbar oder weicht der Bestand erkennbar vom Plan ab, wird das Gebäude direkt aufgenommen – gerade bei den schmalen, historisch gewachsenen Parzellen der Südlichen Altstadt oft ohnehin der zuverlässigere Weg.
Welche Unterlagen für Ihren Mainzer Aufteilungsplan hilfreich sind
Abhängig vom Weg zum Ziel:
- Eigentumsnachweis und Vollmacht
Für die Akteneinsicht bei der Servicestelle Bauakten oder beim Stadtarchiv Mainz werden üblicherweise ein aktueller Eigentumsnachweis und, wenn ein Dritter die Anfrage stellt, eine Vollmacht verlangt.
- Vorhandene Grundrisse oder Schnitte
Bereits bemaßte Pläne aus einem früheren Aufmaß verkürzen die Erstellung erheblich, auch wenn sie noch nicht die für den Aufteilungsplan nötige durchgehende Nummerierung tragen.
- Angaben zur gewünschten Aufteilung
Welche Räume zu welcher künftigen Einheit gehören sollen, muss vor der Nummerierung feststehen – insbesondere bei Keller- oder Nebenräumen, die in schmalen Altstadthäusern häufig ungewöhnlich geschnitten sind.
Aufteilungspläne in Mainz – Beispiele aus der Praxis
Neustadt-Altbau mit unklarer Aktenlage
Für ein Gründerzeithaus nahe der Christuskirche liefert die Servicestelle Bauakten nur einen unvollständigen Altbestand. Der Aufteilungsplan entsteht überwiegend per Vor-Ort-Vermessung, ergänzt um die vorhandenen Planfragmente zur groben Orientierung.
Schmales Parzellenhaus in der Südlichen Altstadt
Die historisch besonders enge Grundstücksbreite lässt sich aus einer alten, ungenauen Bauakte kaum verlässlich in einen Aufteilungsplan übersetzen. Eine Vermessung vor Ort schafft die notwendige Grundlage für die durchgehende Nummerierung der Einheiten.
Neubauwohnungen im Zollhafenquartier
Für die seit 2010 auf dem ehemaligen Hafenareal entstehenden Wohneinheiten liegen die Baupläne von Beginn an digital vor. Der Aufteilungsplan lässt sich direkt daraus ableiten, ohne Archivrecherche oder Vermessungstermin.
So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Mainz
Der fachliche Ablauf ist bundesweit derselbe. In Mainz liegt das Gewicht auf der frühen Klärung, welche Quelle überhaupt zur Verfügung steht:
- Bauakte bei der Servicestelle Bauakten anfragen
Wir klären zuerst, ob eine vollständige, aktuelle Akte für das konkrete Gebäude vorliegt.
- Bei Bedarf das Stadtarchiv Mainz einbeziehen
Für ältere oder nicht mehr laufend geführte Unterlagen prüfen wir, ob das Stadtarchiv weiterführende Bestände hält – mit dem Vorbehalt kriegsbedingter Lücken.
- Datengrundlage festlegen
Reicht die Aktenlage nicht aus, planen wir eine Vor-Ort-Vermessung als Ersatz oder Ergänzung.
- Einheiten festlegen und nummerieren
Jede Einheit erhält eine durchgehende Nummer über alle Geschosse hinweg, einschließlich zugehöriger Keller- und Nebenflächen.
- Plan für Bauaufsicht und Notar übergeben
Der fertige Aufteilungsplan geht als Grundlage an die Abgeschlossenheitsbescheinigung und die notarielle Teilungserklärung.
Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Mainz beeinflusst
In Mainz entscheidet vor allem die Quellenlage über den Aufwand, nicht nur die Gebäudegröße:
- Vollständigkeit der Bauakte
Eine lückenlose, aktuelle Akte bei der Servicestelle Bauakten ist der günstigste Fall. Fehlt sie oder weicht sie vom heutigen Zustand ab, wird eine Vor-Ort-Vermessung nötig.
- Ob eine Archivrecherche beim Stadtarchiv nötig wird
Bei älteren Gebäuden lohnt sich manchmal der zusätzliche Weg über das Stadtarchiv Mainz – das kostet Zeit für Nutzungsantrag und Lesesaaltermin, kann eine vollständige Neuvermessung aber ersparen.
- Lage: Neustadt, Südliche Altstadt oder Zollhafen
Die historisch schmalen Parzellen der Südlichen Altstadt verlangen mehr Sorgfalt bei der Erfassung als eine reguläre Neubauwohnung im Zollhafen mit digital vorliegenden Plänen.
- Anzahl und Zuschnitt der Einheiten
Mehr Einheiten und unregelmäßig geschnittene Altbaugrundrisse bedeuten mehr Nummerierungs- und Abgrenzungsaufwand im fertigen Plan.
Alle Leistungen in Mainz
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