Bemaßte Schnittzeichnungen in Magdeburg — von der hohen Gründerzeitdecke bis zur genormten 2,80-Meter-Etage der Platte

Ein Schnitt zeigt den vertikalen Aufbau eines Gebäudes, den weder Grundriss noch Ansicht liefern: Geschosshöhen, Deckenaufbau, Dachneigung. In Magdeburg trifft dabei eine Ausnahme auf die Regel. Die Ausnahme sind die wenigen erhaltenen Gründerzeitbauten, etwa am Hasselbachplatz, mit ihren für die Bauzeit typischen hohen Geschossen. Die Regel ist der weit überwiegende Teil des Bestands aus Wiederaufbau- und DDR-Zeit, dessen Geschosshöhen einer engen Normierung folgen – bei der Bauserie WBS 70 waren es planungsseitig 2,80 Meter. Für einen Schnitt bedeutet das: Wo im seltenen Altbaubestand jede Raumhöhe individuell zu erfassen ist, lässt sich beim seriellen Wohnungsbau vieles aus dem Typenplan ableiten – sofern der heutige Bestand diesem noch entspricht.

Was ein Schnitt für Magdeburg zeigen muss

Für Schnittzeichnungen gelten dieselben formalen Grundanforderungen der Bauvorlagenverordnung (BauVorlVO) wie für andere Bauzeichnungen, mit inhaltlichem Schwerpunkt auf der vertikalen Struktur:

  • Maßstab: mindestens 1:100 nach § 8 BauVorlVO, mit vollständiger Bemaßung der Geschosshöhen, Dachneigung und relevanten Aufbauten.
  • Wesentliche Bauprodukte und Bauarten müssen erkennbar sein – bei Schnitten insbesondere Deckenkonstruktion und Dachaufbau, im industriell errichteten Typenbau zusätzlich der Aufbau der Betonfertigteildecken.
  • Bei Änderungen an bestehenden Gebäuden müssen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheidbar dargestellt werden, etwa bei einer neuen Geschossdecke im Altbau oder einer veränderten Dachkonstruktion beim nachträglichen Dachausbau eines Wohnblocks.
Vollgeschoss ist eine Frage der Raumhöhe – nicht der Bauzeit

Ob ein Geschoss als Vollgeschoss zählt und damit auf die planungsrechtlich zulässige Geschosszahl angerechnet wird, entscheidet sich unter anderem an der im Schnitt nachgewiesenen lichten Raumhöhe – ein Mechanismus, den das jeweilige Planungsrecht und die Bauordnung des Landes ausgestalten. Für die bemaßte Schnittzeichnung selbst ist entscheidend, dass diese Frage unabhängig davon gestellt wird, ob es sich um einen individuell errichteten Gründerzeitbau oder einen seriell gefertigten Typenbau handelt: In beiden Fällen muss der Schnitt die tatsächliche, am Bestand gemessene Raumhöhe nachvollziehbar zeigen, nicht die planerisch vorgesehene. Gerade bei einer Dachraumnutzung in einem Wiederaufbaugebäude oder bei einem nachträglichen Ausbau eines Plattenbau-Dachs kann diese Prüfung genehmigungsrelevant werden, weil sich daran die zulässige Geschosszahl des Gebäudes insgesamt entscheidet.

Zwei Geschosshöhen-Logiken – individuell oder genormt

Wie ein Schnitt in Magdeburg entsteht, hängt stark davon ab, ob ein individuell errichtetes oder ein seriell genormtes Gebäude vorliegt:

Individuelle Geschosshöhe im erhaltenen Altbau

Bei den wenigen erhaltenen Gründerzeitbauten am Hasselbachplatz und den individuell geplanten Wiederaufbaugebäuden an den Magistralen müssen Geschosshöhen, Deckenaufbau und Dachkonstruktion einzeln vor Ort aufgemessen werden – ein einheitlicher Typenplan existiert für diese Gebäude nicht.

Genormte Geschosshöhe im Typenbau

Bei Bauserien wie WBS 70 lässt sich die planerisch vorgesehene Geschosshöhe von 2,80 Metern aus dem Typenplan ableiten – zu prüfen bleibt jedoch, ob nachträgliche Dämmmaßnahmen, abgehängte Decken oder ein Dachausbau die tatsächliche, im Schnitt darzustellende Höhe seither verändert haben.

Was zu einem vollständigen Schnitt in Magdeburg gehört

Ein Schnitt steht selten allein – gefragt ist ein auf Grundriss und Ansicht abgestimmter Satz:

  • Schnitt durch die relevanten Gebäudeteile

    Bemaßt im Maßstab mindestens 1:100, mit Geschosshöhen, Dachneigung und den wesentlichen Aufbauten.

  • Abgestimmter Grundriss und Ansicht

    Damit Geschosshöhen sowie First- und Traufhöhe zwischen den Zeichnungen des Plansatzes übereinstimmen.

  • Nachweis der Raumhöhe bei Dach- und Kellerräumen

    Insbesondere beim nachträglichen Dachausbau, wo die nutzbare Höhe über die Vollgeschossigkeit mitentscheiden kann – im Altbau ebenso wie im Typenbau.

Bemaßte Schnittzeichnungen in Magdeburg – Beispiele aus der Praxis

Ausbau eines Dachraums über einer Gründerzeitwohnung am Hasselbachplatz

Die für die Bauzeit typischen hohen Geschosse erlauben eine großzügige Kniestockhöhe – der Schnitt weist die tatsächliche, aufgemessene Raumhöhe nach, weil kein Bestandsplan vorliegt.

Nachträglicher Dachgeschossausbau an einem WBS-70-Wohnblock

Ausgangspunkt ist die planerisch vorgesehene Geschosshöhe von 2,80 Metern aus dem Typenplan; der Schnitt zeigt, wie sich die neue Dachkonstruktion in die genormte Gebäudehöhe einfügt.

Einzug einer Galerieebene in ein Wiederaufbaugebäude an der Ernst-Reuter-Allee

Die für die 1950er-Jahre-Bauten überdurchschnittliche Geschosshöhe macht eine zusätzliche Ebene möglich – der Schnitt weist die neuen Raumhöhen oben und unten nach.

Prüfung der Vollgeschossigkeit bei einem zurückgebauten Wohnblock

Im Zuge des Stadtumbaus wurden an mehreren Magdeburger Wohnblöcken obere Geschosse rückgebaut; erst der bemaßte Schnitt zeigt, welche Geschosshöhe das verbleibende oberste Geschoss tatsächlich aufweist.

So entsteht Ihr Schnitt für Magdeburg

Von der Bestandsaufnahme bis zur einreichfertigen Zeichnung:

  1. Gebäudetyp und relevante Schnittführung festlegen

    Ob ein individuell errichteter Altbau oder ein Typenbau vorliegt, bestimmt, welcher Gebäudebereich dargestellt werden muss.

  2. Aufmaß oder Typenplan als Grundlage

    Bei Typenbauten der vorhandene Typenplan, bei Altbauten ein aktuelles Aufmaß der betroffenen Geschosse und des Dachs.

  3. Schnitt bemaßt erstellen

    Im Maßstab mindestens 1:100, mit allen Pflichtangaben der Bauvorlagenverordnung.

  4. Mit Grundriss und Ansicht abgleichen

    Damit Geschosshöhen und Dachmaße zwischen den Zeichnungen des Plansatzes widerspruchsfrei sind.

  5. Für den Fachdienst zusammenstellen

    Digital aufbereitet für die Einreichung beim Fachdienst Bauordnungsamt und Denkmalschutz, insbesondere bei genehmigungskritischen Fragen der Vollgeschossigkeit.

Was den Preis für einen Schnitt in Magdeburg beeinflusst

Diese Faktoren bestimmen den Aufwand für eine bemaßte Schnittzeichnung:

  • Individueller oder genormter Gebäudetyp

    Ein Schnitt aus dem Typenplan einer Bauserie entsteht meist zügiger als die vollständige Neuerfassung eines individuell errichteten Altbaus.

  • Zustand vorhandener Unterlagen

    Fehlt eine verwertbare Bestandszeichnung, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor der Schnitt entstehen kann.

  • Komplexität des Dachaufbaus

    Gauben, Dachschrägen oder ein nachträglich zurückgebautes Obergeschoss erhöhen den Detaillierungsaufwand gegenüber einem einfachen Satteldach.

  • Zahl der notwendigen Schnittführungen

    Ein einfacher Gebäudeschnitt ist schneller erstellt als mehrere Schnitte durch unterschiedliche Gebäudebereiche.

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