Bauzeichnung in Magdeburg — koordinierter Plansatz nach der Bauvorlagenverordnung, vom Wiederaufbaubau bis zur Plattenbau-Sanierung
Für eine Bauzeichnung, die der Fachdienst Bauordnungsamt und Denkmalschutz als vollständige Bauvorlage akzeptiert, reicht in Magdeburg selten ein einzelnes Blatt. Verlangt ist ein koordinierter Plansatz aus Grundriss, Schnitt und Ansicht, den die Bauvorlagenverordnung (BauVorlVO) des Landes im Detail regelt. Was diesen Plansatz in Magdeburg von einem bloßen Verkaufs- oder Bestandsgrundriss unterscheidet, zeigt sich besonders deutlich an zwei Bautypen der Stadt: dem individuell geplanten Wiederaufbaubau der Nachkriegsjahre und dem seriell errichteten Plattenbau, dessen ursprünglicher Typenplan für eine heutige Einreichung allein nicht genügt.
- Was die Bauvorlagenverordnung für Ihre Bauzeichnung verlangt
- Neubau oder Bestand – zwei Wege zum Plansatz
- Was zu einem vollständigen Plansatz in Magdeburg gehört
- Bauzeichnungen in Magdeburg – Beispiele aus der Praxis
- So entsteht Ihr Plansatz für Magdeburg
- Was den Preis für eine Bauzeichnung in Magdeburg beeinflusst
Was die Bauvorlagenverordnung für Ihre Bauzeichnung verlangt
Die BauVorlVO legt für Sachsen-Anhalt fest, welche Angaben eine Bauzeichnung enthalten muss, damit sie als vollständige Bauvorlage gilt:
- Maßstab: mindestens 1:100 für Grundrisse, Schnitte und Ansichten nach § 8 BauVorlVO; größer, wenn er zur Darstellung der erforderlichen Eintragungen notwendig ist, kleiner nur, wenn er dafür ausreicht.
- Der Lageplan wird deutlich kleiner dargestellt, mindestens im Maßstab 1:500 – ein Unterschied zum Maßstab der eigentlichen Bauzeichnungen, der bei der Zusammenstellung des Plansatzes zu beachten ist.
- Bauvorlageberechtigung: Aus der Zeichnung muss hervorgehen, wer sie im Sinne des § 64 BauO LSA verantwortet.
- Vollständigkeit des Plansatzes: Grundriss, Schnitt und Ansicht werden vom Fachdienst als zusammenhängendes Ganzes geprüft – eine einzelne, isolierte Zeichnung genügt für eine Einreichung auch dann nicht, wenn sie für sich genommen korrekt bemaßt ist.
Für Neubauten entsteht der nach der BauVorlVO geforderte Plansatz meist unmittelbar aus der laufenden Entwurfsplanung: Grundriss, Schnitt und Ansicht sind von Beginn an aufeinander abgestimmt. In Magdeburg treffen Planende dabei besonders häufig auf zwei Bestandssituationen, die zusätzliche Sorgfalt verlangen. Beim individuell geplanten Wiederaufbaubau der 1950er-Jahre existiert oft kein digitaler Bestandsplan, aus dem sich Schnitt und Ansicht ableiten ließen – die Zeichnungen müssen aus der Bauakte oder einem Aufmaß neu entwickelt werden. Beim seriell errichteten Plattenbau liegt zwar ein Typenplan vor, der zeigt aber den Auslieferungszustand einer ganzen Bauserie, nicht die individuellen Veränderungen eines einzelnen Gebäudes seit 1990. In beiden Fällen reicht der vorhandene Bestandsplan für eine Einreichung nach der BauVorlVO allein nicht aus – er ist Ausgangspunkt, nicht Ergebnis. Das unterscheidet die Bauzeichnung deutlich von einem einzelnen Bestands- oder Verkaufsgrundriss: Für Letzteren reicht häufig ein bemaßter Grundriss allein, während der einreichfähige Plansatz erst mit aufeinander abgestimmtem Grundriss, Schnitt und Ansicht vollständig ist – und genau diese Abstimmung fehlt einem isoliert übernommenen Typen- oder Altplan meist.
Neubau oder Bestand – zwei Wege zum Plansatz
Ob Neubau oder Bestand entscheidet, wie der koordinierte Plansatz entsteht:
Neubau: vollständiger Plansatz aus einer Planung
Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen gemeinsam und sind von vornherein aufeinander abgestimmt – etwa für ein Vorhaben am Wissenschaftshafen, wo Maße, Öffnungen und Bauteile zwischen den Zeichnungen durchgängig übereinstimmen.
Bestand und Umbau: Abgleich mit vorhandenen Unterlagen
Bei Änderungen an einem Wiederaufbau- oder Plattenbaugebäude müssen die neuen Zeichnungen zu beseitigende und geplante Bauteile eindeutig unterscheiden – das setzt eine verlässliche Bestandsgrundlage voraus, wie sie erst ein aktuelles Aufmaß liefert.
Was zu einem vollständigen Plansatz in Magdeburg gehört
Für die Einreichung beim Fachdienst braucht es mehr als eine einzelne Zeichnung:
- Grundrisse aller Geschosse
Bemaßt im Maßstab mindestens 1:100, mit den nach der BauVorlVO geforderten Pflichtangaben.
- Schnitte und Ansichten
Auf die Grundrisse abgestimmt, im selben Maßstab, mit einheitlicher Darstellung der Bauteile.
- Lageplan
Im deutlich kleineren, für die Grundstücksdarstellung üblichen Maßstab, mit Darstellung des Vorhabens auf dem Flurstück.
Bauzeichnungen in Magdeburg – Beispiele aus der Praxis
Neubau-Plansatz für ein Vorhaben am Wissenschaftshafen
Grundriss, Schnitt und Ansicht entstehen als abgestimmter Satz direkt aus der laufenden Planung, durchgängig im geforderten Maßstab – ohne Bestandsabgleich, weil kein Vorgängergebäude existiert.
Sanierung eines Wiederaufbaubaus an einer Magistrale
Weil für das in den 1950er-Jahren errichtete Gebäude kein digitaler Bestandsplan vorliegt, wird der Plansatz zunächst aus einem Aufmaß entwickelt; zu beseitigende und geplante Bauteile werden in der Zeichnung eindeutig unterschieden.
Umbau einer WBS-70-Wohnung in Neu-Olvenstedt
Der vorhandene Typenplan der Bauserie zeigt den Auslieferungszustand, nicht die seit 1990 vorgenommenen Veränderungen. Der einreichfähige Plansatz entsteht deshalb aus einer Kombination von Typenplan und punktuellem Aufmaß der betroffenen Wohnung.
So entsteht Ihr Plansatz für Magdeburg
Vom Bestand bis zur einreichfertigen Zeichnung durchläuft der Plansatz mehrere aufeinander abgestimmte Schritte.
- Bestand klären
Vorhandene Bauakte, Typenplan oder Aufmaß als Grundlage für Umbauten und Bestandsobjekte.
- Grundrisse erstellen
Bemaßt im Maßstab mindestens 1:100, mit allen Pflichtangaben der Bauvorlagenverordnung.
- Schnitte und Ansichten abstimmen
Auf die Grundrisse bezogen, damit Maße und Bauteile durchgängig übereinstimmen.
- Zu beseitigende und geplante Bauteile kennzeichnen
Bei Änderungen an bestehenden Gebäuden zwingend vorgeschrieben – bei einem Typenbau ebenso wie bei einem individuell errichteten Wiederaufbaugebäude.
- Plansatz für den Fachdienst zusammenstellen
Digital aufbereitet für die Einreichung beim Fachdienst Bauordnungsamt und Denkmalschutz, zusammen mit Lageplan und Baubeschreibung.
Was den Preis für eine Bauzeichnung in Magdeburg beeinflusst
Ein pauschaler Preis lässt sich für einen Plansatz nicht seriös nennen. Diese Faktoren bestimmen den Aufwand:
- Neubau oder Bestand
Ein abgestimmter Plansatz aus einer laufenden Planung entsteht meist zügiger als die Anpassung an einen Wiederaufbau- oder Plattenbaubestand ohne digitale Vorlage.
- Zustand der Bestandsunterlagen
Fehlt ein verwertbarer Bestandsplan, kommt ein Aufmaß-Termin hinzu, bevor die Zeichnungen entstehen können.
- Umfang des Vorhabens
Zahl der Geschosse und Komplexität der Bauteile bestimmen, wie viele Einzelzeichnungen der Plansatz umfasst.
- Gewünschte Bearbeitungsgeschwindigkeit
Wirkt sich auf die eigene Vorlaufzeit aus, nicht auf die Prüffristen des Fachdiensts.
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