Abgeschlossenheitsbescheinigung in Magdeburg — vom Fachdienst Bauordnungsamt und Denkmalschutz, einer Stelle für die ganze Stadt
Für die Abgeschlossenheitsbescheinigung gibt es in Magdeburg, anders als in Städten mit mehreren Bezirksämtern, nur eine einzige zuständige Stelle: den Fachdienst Bauordnungsamt und Denkmalschutz der Landeshauptstadt. Das vereinfacht die Zuständigkeitsfrage, ändert aber nichts an der eigentlichen Prüfung – und wer hofft, alternativ einen freien Sachverständigen beauftragen zu können, findet dafür in der Bauordnung Sachsen-Anhalts keine belastbare Grundlage.
- Was der Magdeburger Fachdienst prüft
- Die zwei Ausgangslagen im Detail
- Welche Unterlagen für Ihre Magdeburger Abgeschlossenheitsbescheinigung nötig sind
- Abgeschlossenheitsbescheinigungen in Magdeburg – Beispiele aus der Praxis
- So läuft Ihre Abgeschlossenheitsbescheinigung in Magdeburg ab
- Was den Aufwand einer Abgeschlossenheitsbescheinigung in Magdeburg beeinflusst
Was der Magdeburger Fachdienst prüft
Die Prüfung selbst ist bundesweit auf dieselben Kriterien beschränkt – in Magdeburg kommt lediglich hinzu, dass Bauaufsicht und Denkmalschutz aus einer Hand entscheiden:
- Geprüft wird ausschließlich die bauliche Abgeschlossenheit der Einheiten nach dem Wohnungseigentumsgesetz, nicht die baurechtliche Zulässigkeit der Nutzung.
- Grundlage ist der eingereichte Aufteilungsplan – die Behörde bewertet die Zeichnung, eine eigene Vor-Ort-Begehung ist nicht der Regelfall.
- Betrifft die Einheit ein Baudenkmal, etwa einen der umgenutzten Werksbauten in Buckau oder die denkmalgeschützte Hyparschale, prüft derselbe Fachdienst intern zusätzlich die denkmalschutzrechtliche Seite, ohne dass eine zweite Behörde eingeschaltet werden muss.
- Für Wohnungen in einem industriell errichteten Typenbau wie der WBS 70 prüft der Fachdienst denselben Maßstab wie im individuell errichteten Gebäude – ein serieller Ursprung ändert nichts an der Anforderung, jede Einheit im Aufteilungsplan eindeutig abzugrenzen.
§ 7 Abs. 4 WEG überlässt es dem jeweiligen Landesrecht, welche Stelle die Abgeschlossenheitsbescheinigung ausstellt. Einige Bundesländer haben daneben eine Alternative zugelassen, nach der auch ein anerkannter freier Sachverständiger die Bescheinigung erteilen darf. Für Sachsen-Anhalt lässt sich eine solche eigene Rechtsgrundlage in der Bauordnung des Landes nicht finden – ausweislich der verfügbaren Quellen bleibt die Bescheinigung dort ausschließlich Aufgabe der zuständigen Bauaufsichtsbehörde, in Magdeburg also des Fachdienstes Bauordnungsamt und Denkmalschutz. Wer dennoch eine Sachverständigen-Lösung erwägt, etwa weil ihm das aus einem anderen Bundesland bekannt ist, sollte das vor der Antragstellung direkt beim Fachdienst klären, statt sich auf eine bundesweit einheitliche Praxis zu verlassen – die Regelung unterscheidet sich zwischen den Ländern spürbar. Praktisch bedeutet das für Magdeburg: Es gibt keinen zweiten, schnelleren Weg an der Behörde vorbei, unabhängig davon, ob es sich um ein Gründerzeithaus am Hasselbachplatz, ein Wiederaufbaugebäude an einer Magistrale oder eine Plattenbauzeile in Neu-Olvenstedt handelt. Der Aufteilungsplan muss in jedem Fall so vorbereitet sein, dass der Fachdienst ihn ohne mehrfache Rückfragen bestätigen kann – das spart am Ende mehr Zeit als die Suche nach einer Abkürzung.
Die zwei Ausgangslagen im Detail
Ob der Aufteilungsplan bereits vorliegt oder erst entstehen muss, entscheidet über den Aufwand vor der eigentlichen Antragstellung:
Neubau mit vorhandener Genehmigungsplanung
Liegt bereits eine genehmigte Bauplanung vor, etwa für ein Vorhaben am Wissenschaftshafen, lässt sich der Aufteilungsplan meist direkt daraus ableiten – der Fachdienst prüft dann gegen bereits bekannte Unterlagen.
Bestandsgebäude ohne aktuellen Aufteilungsplan
Fehlt eine verwertbare Zeichnung, muss sie erst erstellt werden – aus der Bauakte des Fachdienstes oder des Stadtarchivs, ergänzt um ein Aufmaß vor Ort, wo die Akte den heutigen Bestand nicht mehr korrekt abbildet.
Welche Unterlagen für Ihre Magdeburger Abgeschlossenheitsbescheinigung nötig sind
Der Kern des Antrags bleibt unabhängig vom Gebäudetyp gleich:
- Bemaßter Aufteilungsplan
Mit durchgehender Nummerierung der Einheiten und eindeutiger Abgrenzung von Sonder- und Gemeinschaftseigentum – der Fachdienst prüft ausschließlich anhand dieser Zeichnung.
- Eigentumsnachweis
Ein aktueller Nachweis über das Eigentum am Grundstück beziehungsweise Gebäude.
- Formloser Antrag beim Fachdienst
Zu richten an den Fachdienst Bauordnungsamt und Denkmalschutz An der Steinkuhle, wahlweise seit Dezember 2024 auch digital über das städtische Online-Portal.
Abgeschlossenheitsbescheinigungen in Magdeburg – Beispiele aus der Praxis
Umgenutzter Werksbau in Buckau mit doppelter Prüfung
Für Loftwohnungen in einem denkmalgeschützten ehemaligen Fabrikgebäude prüft der Fachdienst neben der baulichen Abgeschlossenheit intern zusätzlich die denkmalschutzrechtliche Seite – beide Prüfungen laufen in derselben Organisationseinheit, ohne eine zweite Behörde einzubinden.
Neubauwohnungen am Wissenschaftshafen
Die Bauunterlagen aus dem Genehmigungsverfahren dienen unmittelbar als Aufteilungsplan – die Bescheinigung lässt sich ohne zusätzliche Vermessung beantragen.
Plattenbauzeile mit nachträglich verändertem Zuschnitt
Weil einzelne Wohnungen der Serie seit 1990 zusammengelegt wurden, weicht der ursprüngliche Typenplan vom heutigen Zustand ab. Der Aufteilungsplan wird vor der Antragstellung an den aktuellen Zuschnitt angepasst, damit der Fachdienst ihn ohne Rückfragen bestätigen kann.
So läuft Ihre Abgeschlossenheitsbescheinigung in Magdeburg ab
Der rechtliche Rahmen ist bundesweit derselbe. In Magdeburg ist der Weg dank der einen zuständigen Stelle vergleichsweise kurz:
- Aufteilungsplan vorbereiten
Aus vorhandener Genehmigungsplanung, Bauakte oder Vor-Ort-Aufmaß – bemaßt und durchgehend nummeriert.
- Antrag beim Fachdienst stellen
Formlos, mit Aufteilungsplan und Eigentumsnachweis, direkt an die zentrale Stelle An der Steinkuhle oder digital über das Online-Portal.
- Fachliche Prüfung
Der Fachdienst bewertet die bauliche Abgeschlossenheit anhand der eingereichten Zeichnung; bei Denkmalbezug erfolgt die zusätzliche Prüfung intern, ohne weitere Behörde.
- Rückfragen klären
Fehlen Angaben oder weicht der Plan erkennbar vom vermuteten Bestand ab, fordert der Fachdienst gezielt nach, statt den Antrag pauschal abzulehnen.
- Bescheinigung erhalten und an Notar übergeben
Mit erteilter Bescheinigung ist die technische Voraussetzung für die notarielle Teilungserklärung erfüllt.
Was den Aufwand einer Abgeschlossenheitsbescheinigung in Magdeburg beeinflusst
Weil es in Magdeburg nur eine zuständige Stelle gibt, wirkt sich – anders als in Städten mit mehreren Bezirksämtern – kein Standortfaktor auf die Zuständigkeit selbst aus. Den Aufwand bestimmen andere Punkte:
- Zustand des vorliegenden Aufteilungsplans
Fehlende Maßangaben oder unklare Nummerierung führen zu Rückfragen, die den Vorgang unabhängig vom Gebäudetyp verlängern.
- Ob zusätzlich eine denkmalschutzrechtliche Prüfung mitläuft
Bei einem Baudenkmal prüft derselbe Fachdienst intern mit – das verlängert die Bearbeitung, bleibt aber ein einziges Verfahren bei einer Stelle.
- Quelle des Aufteilungsplans
Ein direkt aus einer Neubau-Genehmigungsplanung übernommener Plan spart gegenüber einer vollständigen Neuerstellung erheblich Zeit.
- Abweichung zwischen Typenplan und heutigem Zuschnitt
Bei Plattenbauten mit nachträglich veränderten Grundrissen kommt vor der Antragstellung häufig ein Abgleich mit dem tatsächlichen Bestand hinzu.
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