Aufteilungspläne in Lübeck — bemaßt, auch wenn die Bauakte erst 1945 beginnt
Ein Aufteilungsplan folgt in Lübeck denselben Anforderungen nach § 7 WEG wie überall in Deutschland. Ungewöhnlich ist die Quellenlage: Beim Luftangriff vom 29. März 1942 wurde rund ein Fünftel der historischen Altstadt zerstört – über 1.000 Häuser und fünf der sieben charakteristischen Türme gingen verloren, der weit überwiegende Teil der mittelalterlichen Bausubstanz blieb jedoch erhalten. Für die private Bauakte bedeutet dieser eine Angriff trotzdem einen harten Schnitt: Die beim Fachbereich Planen und Bauen geführten Unterlagen zu privaten Gebäuden reichen in aller Regel nur bis 1945 zurück, unabhängig davon, ob das jeweilige Haus selbst die Bombennacht überstanden hat oder nicht. Das Stadtarchiv Lübeck wiederum führt Baupläne überwiegend nur für städtische Gebäude, private Bauakten nur in wenigen Ausnahmefällen. Für ein Kaufmannshaus, das den Krieg übersteht, dessen Grundriss aber vor 1945 nirgends amtlich dokumentiert ist, bleibt deshalb oft nur ein Weg: die Vor-Ort-Vermessung.
- Wann Sie in Lübeck einen Aufteilungsplan brauchen
- Woher Ihr Lübecker Aufteilungsplan stammt
- Welche Unterlagen für Ihren Lübecker Aufteilungsplan hilfreich sind
- Aufteilungspläne in Lübeck – Beispiele aus der Praxis
- So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Lübeck
- Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Lübeck beeinflusst
Wann Sie in Lübeck einen Aufteilungsplan brauchen
Der Aufteilungsplan selbst ist keine genehmigungspflichtige Leistung, sondern die Grundlage für zwei andere Verfahren:
- Sie bildet die Grundlage für die Abgeschlossenheitsbescheinigung des Fachbereichs Planen und Bauen – ohne sie bleibt die Eintragung ins Wohnungsgrundbuch blockiert.
- Für die notarielle Teilungserklärung, die in Lübeck ohne zusätzliche Umwandlungsgenehmigung nach § 250 BauGB auskommt, aber bei einem Kulturdenkmal einen mit dem Denkmalschutz abgestimmten Plan voraussetzt.
- Bei Neubauten außerhalb der Altstadt entsteht der Plan meist direkt aus der Genehmigungsplanung und lässt sich ohne Archivrecherche erstellen.
Anders als eine Aktenlage, die sich daran entscheidet, ob ein einzelnes Gebäude den Krieg überstanden hat, verläuft der Schnitt in Lübeck quer durch den gesamten Altbestand: Die beim Fachbereich Planen und Bauen geführten privaten Bauakten setzen unabhängig vom Einzelfall erst 1945 ein, weil ältere Unterlagen in der Bombennacht vom März 1942 verloren gingen. Ein Kaufmannshaus aus dem 15. Jahrhundert, das die Zerstörung übersteht, hat deshalb bei der Bauaufsicht selbst häufig keine Akte, die weiter zurückreicht als bis zur Nachkriegszeit. Das Stadtarchiv Lübeck, das für nicht mehr bestehende städtische Gebäude oft weiterhilft, führt private Bauunterlagen nur in wenigen Ausnahmefällen – sein Bestand betrifft in erster Linie öffentliche Bauten. Wer für ein historisches Privatgebäude einen vollständigen, bemaßten Aufteilungsplan braucht, kommt an einer Vor-Ort-Vermessung deshalb häufiger vorbei, als es die vergleichsweise gute bauliche Erhaltung der Altstadt vermuten ließe.
Woher Ihr Lübecker Aufteilungsplan stammt
Je nach Baujahr und Quellenlage kommt einer von drei Wegen infrage:
Aus der Bauakte des Fachbereichs Planen und Bauen
Für alles, was sich seit 1945 ereignet hat – spätere Umbauten, Wiederherstellungen, Neubauten –, ist die Akte am Mühlendamm die erste Anlaufstelle und oft ausreichend.
Direkt aus einer laufenden Neubau- oder Umnutzungsplanung
Bei Neubauprojekten oder der Umnutzung eines Hafenspeichers liegen die Grundrisse von Beginn an digital vor und lassen sich unmittelbar als Aufteilungsplan weiterverwenden.
Per Vor-Ort-Vermessung
Reicht die Akte nicht vor 1945 zurück oder ist gar keine private Bauakte auffindbar, wird das Gebäude direkt aufgenommen – bei den Gängen und Höfen der Altstadt praktisch der Regelfall.
Welche Unterlagen für Ihren Lübecker Aufteilungsplan hilfreich sind
Abhängig vom Weg zum Ziel:
- Bauakte mit Eigentumsnachweis und Vollmacht
Für die Akteneinsicht beim Fachbereich Planen und Bauen werden üblicherweise ein aktueller Eigentumsnachweis und eine Vollmacht verlangt.
- Vorhandene alte Pläne oder Skizzen
Auch private, nie amtlich eingereichte Aufzeichnungen helfen weiter, wenn die Bauakte selbst nicht bis vor 1945 zurückreicht.
- Angaben zur gewünschten Aufteilung
Bevor die Nummerierung beginnt, muss feststehen, welche Räume zu welcher künftigen Einheit zählen sollen – bei separat liegenden Kellerräumen oder Nebengebäuden besonders wichtig.
Aufteilungspläne in Lübeck – Beispiele aus der Praxis
Kaufmannshaus in der Altstadt mit Bauakte erst ab 1945
Das Gebäude selbst überstand den Luftangriff von 1942, seine amtliche Bauakte beginnt aber erst in der Nachkriegszeit. Der Aufteilungsplan entsteht deshalb per Vor-Ort-Vermessung, ergänzt um private Aufzeichnungen der Eigentümerfamilie, soweit vorhanden.
Gangbuden-Haus in einem der erhaltenen Höfe
Für ein kleines Wohnhaus in einem der rund 90 erhaltenen Gänge und Höfe existiert weder eine private Bauakte noch ein historischer Plan im Stadtarchiv. Ein Aufmaß vor Ort erfasst den heutigen, oft unregelmäßigen Zuschnitt vollständig neu.
Neubauprojekt in St. Lorenz mit vollständiger, digitaler Planung
Für ein Neubauvorhaben außerhalb der Altstadt liegen Grundrisse und Maße von Beginn an digital vor. Der Aufteilungsplan lässt sich direkt daraus ableiten, ergänzt um die durchgehende Nummerierung der Einheiten – ohne Archivrecherche oder Vermessung.
So entsteht Ihr Aufteilungsplan in Lübeck
Der fachliche Ablauf ist bundesweit derselbe. In Lübeck liegt das Gewicht auf der frühen Klärung, ob die Bauakte überhaupt bis zum gesuchten Zeitpunkt zurückreicht:
- Bauakte seit 1945 prüfen
Erster Schritt ist die Anfrage beim Fachbereich Planen und Bauen – ausreichend für alles, was sich seit der Nachkriegszeit ereignet hat.
- Stadtarchiv einbeziehen, falls sinnvoll
Für private Wohngebäude selten ergiebig, aber bei einem angrenzenden städtischen Bauwerk oder einer historischen Einordnung einen Blick wert.
- Vor-Ort-Vermessung planen, falls nötig
Reicht keine Akte bis vor 1945 zurück, wird das Gebäude direkt aufgenommen – bei älterer Altstadtsubstanz häufig der einzige verlässliche Weg.
- Einheiten festlegen und nummerieren
Jede Einheit bekommt durchgehend über alle Geschosse hinweg dieselbe Nummer, einschließlich zugehöriger Keller- und Nebenflächen.
- Plan für Bauaufsicht und Notar übergeben
Als fertiges Dokument bildet der Aufteilungsplan die Grundlage für Abgeschlossenheitsbescheinigung und notarielle Teilungserklärung.
Was den Aufwand eines Aufteilungsplans in Lübeck beeinflusst
In Lübeck entscheidet vor allem das Baujahr über die Quellenlage, nicht nur die Gebäudegröße:
- Vollständigkeit der Akte seit 1945
Am schnellsten geht es mit einer lückenlosen Nachkriegsakte; weicht der heutige Zustand davon ab oder fehlt sie ganz, wird zusätzlich vor Ort vermessen.
- Baujahr vor oder nach 1945
Ein Gebäude aus der Zeit vor 1945 hat bei der Bauaufsicht selbst in aller Regel keine vollständige Vorkriegsakte – hier steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Vor-Ort-Vermessung deutlich.
- Anzahl und Zuschnitt der Einheiten
Je mehr Einheiten und je unregelmäßiger die Altstadtgrundrisse geschnitten sind, desto höher der Aufwand für Nummerierung und Abgrenzung.
- Getrennt liegende Nebenräume
Liegen Keller- oder Nebenflächen abgesetzt vom Hauptgebäude, müssen sie trotzdem eindeutig der richtigen Einheit zugewiesen werden.
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